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Die Fed rennt der EZB davon Warum der Euro nach dem Fed-Entscheid deutlich Schwäche zeigt

Warum der Euro nach dem Fed-Entscheid so deutlich Schwäche zeigt? Die Fed rennt der EZB davon. Die Powell-Aussagen sind eindeutig.

Euro-Geldscheine

Warum der Euro deutlich Schwäche zeigt? Die Fed rennt der EZB davon. So einfach könnte man es ausdrücken. Gestern hat die US-Notenbank den Leitzins um 75 Basispunkte auf 4,00 Prozent angehoben. Damit hat man einen Abstand von zwei vollen Prozentpunkten zur EZB. Im TradingView Chart sehen wir seit 2018 im Vergleich den US-Leitzins (blaue Linie) bei jetzt 4,00 Prozent, dazu den EZB-Leitzins (orange) bei 2,00 Prozent. Der Zinsabstand ist groß. Und mit ihren gestrigen Aussagen machte die Fed mit ihrem Chef Jerome Powell klar, dass die Aussichten für die Zinsen in den USA weiter angehoben werden müssen.

Fed-Leitzins und EZB-Leitzins im Vergleich seit 2018

Euro verliert – die Fed rennt davon

Wenn die Fed noch stärker Zinsen anhebt als die EZB, und wenn der Markt weiter überzeugt davon ist, dass trotz massiven Zinsanhebungen der EZB dieser Abstand bestehen bleiben wird, bedeutet das Schwäche für den Euro. Denn der Dollar-Raum bleibt attraktiver. Ganz abgesehen davon spielt natürlich auch die anstehende Rezession in Europa eine Rolle, die dank Inflation und Energiekrise die europäische Wirtschaft vermutlich viel härter treffen wird als die US-Konjunktur.

Wir sehen seit gestern Abend kurz vor 19 Uhr, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar um 132 Pips auf aktuell 0,9743 gefallen ist. Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von EURUSD in den letzten drei Monaten. Der jüngste Ausflug über die Parität wurde bereits vor dem Fed-Entscheid beendet. Nun drücken die Aussichten auf noch viel höhere US-Zinsen den Euro weiter nach unten. Das vorige Tief sah die Gemeinschaftswährung bei 0,9537.

Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar in den letzten drei Monaten

Robin Brooks vom Institute of International Finance kommentierte gestern Abend nach den Fed-Aussagen folgendes (mit einem Chart, der den bereits fallenden Euro zeigt): „Als ich noch bei Goldman war, behandelten wir die FOMC-Erklärung und die Pressekonferenz als unterschiedliche Ereignisse, wobei wir der Pressekonferenz mehr Gewicht beimaßen. Der heutige Tag ist ein gutes Beispiel dafür, warum wir das getan haben. „Verzögerungen“ sind nur dann dovish, wenn sie eine bevorstehende Pause signalisieren. Der Vorsitzende Powell war sehr deutlich, dass eine Pause NICHT unmittelbar bevorsteht.“



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1 Kommentar

  1. Interessant war gestern : Minutengenau zum FED Entscheid ging der DAX, DOW (und andeer US Charts) sowie Euro/Dollar Kurs, der Gold- und Silberkurs senkrecht nach oben, alle vollkommen gleichzeitig. Ebenso gleichzeitig gingen diese Charts kurz nach dem Höhepunkt wieder konzertiert senkrecht nach unten wie auf Klingelzeichen.
    Frage des Laien : Wer macht sowas ? kaufen so schnell es geht und dann wieder so schnell es geht verkaufen ? Natürlich, klar ich hab keine Ahnung von der Börse und deren Beweggründen, aber als technisch eingestellter Mensch frag ich mich schon was die sich bei ihren Tätigkeiten denken. Geht das noch rationell ? ich glaub nicht. Ich bin eher der Meinung für die Börse bedarf es mehr rationell eingestellte Händler als nur Emotions bzw. Bauchgesteuerte.

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