Devisen

Euro-Stärke nach Aussagen des SNB-Vizepräsidenten

Von Markus Fugmann

Stark volatiler Handel heute Vormittag beim Euro gegenüber anderen Währungspaaren – Auslöser sind Spekulationen, dass die Schweizer Nationalbank zugunsten des Euro interveniert, um eine weitere Aufwertung des Franken zu stoppen.

SNB-Vizepräsident Danthine hatte in einem Interview mit dem Schweizer „Tagesanzeiger“ die Aufhebung des Mindestkurses gerechtfertigt und Deviseninterventionen angekündigt:

„Die Aufgabe des Mindestkurses bedeutet eine Straffung der Geldpolitik. Wir akzeptieren das, aber nicht bis zu jedem beliebigen Grad. Wir sind grundsätzlich bereit, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren“.

Euro-Franken schoss daraufhin steil nach oben:

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Auch Euro-Dollar zieht stark an und steigt über die 1,13er-Marke:

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Danthine rechtfertige die völlig überraschende Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 im Euro-Franken gegenüber dem „Tagesanzeiger“ mit starken Devisen-Zuflüssen:

„Entscheidend waren die Geldflüsse im Devisenmarkt, die bereits im Dezember angefangen hatten (..). Sie führten letztlich dazu, dass man eine Entscheidung treffen musste.“

Ein Schulbeispiel für die Logik eines Notenbankers zeigt folgende Aussage Danthines: Auf die Frage des Blattes, warum er noch drei Tage vor der Aufhebung des Mindestkurses im Fernsehen behauptet hatte, die SNB werde an dem Mindestkurs festhalten, sagte Danthine dem „Tagesanzeiger“:

„Am Wochenende vor diesem Interview war die Presse voller Spekulationen über die Aufhebung des Mindestkurses. Diese Diskussionen, die aus demokratischer Sicht natürlich legitim sind, haben sich am Montag aber sofort in erhöhten Frankenzuflüssen niedergeschlagen. Hätte ich das auf den Montag geplante Interview damals absagt oder in diesem Interview Zweifel am Mindestkurs geäussert, so hätte die Glaubwürdigkeit des Mindestkurses stark gelitten und die Zuflüsse hätten sich enorm intensiviert.“



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