Devisen

Euro und Gold der „most crowded trade“, in US-Futures überwiegend short positioniert

Jeden Freitag Abend kommen bekanntlich die sogenannten CFTC-Daten über die Positionierungen am Future-Markt. Diese sind nur ein Ausschnitt des Gesamtgeschehens - aber soch ein guter Hinweis, wie die Marktteilnehmer positioniert sind..

FMW-Redaktion

Jeden Freitag Abend kommen bekanntlich die sogenannten CFTC-Daten über die Positionierungen am Future-Markt. Diese sind nur ein Ausschnitt des Gesamtgeschehens – das gilt für den Devisenmarkt besonders, an dem die großen Volumina am Interbanken-Markt und nicht am Future-Markt gehandelt werden. Dazu kommen die Umsätze bei den Dark Pools, die nur für diejenigen überhaupt sichtbar sind, die in diesen Pools agieren (meist Banken, aber auch Hedgefonds). Faktisch wird es also immer schwieriger, Aussagen darüber zu treffen, wie die Player am Markt positioniert sind – bestenfalls kann man Ausschnite bekommen, nie aber das Gesamtbild.

Die CFTC-Daten aber haben einen Vorteil: sie bilden den Future-Markt ab, der in jeder Hinsicht transparent ist. Sie sind zumindest ein nachvollziehbarer Hinweis auf das Gesamtbild.

Sieht man sich diese CFTC-Daten an (die bis zum 05.September erhoben wurden, also bis kurz vor der EZB-Sitzung), so fällt auf, dass der Euro weiter stark gesucht ist: die Netto-Long-Positionierung stieg zur Vorwoche um weitere 11% auf nun gut 96.000 Kontrakte – das ist der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren! Das Verhältnis von Long- zu Shortkontrakten liegt derzeit bei 2:1!

Bei den US-Indexfutures wurden zuletzt die Shortpositionen deutlich nach oben gefahren (bzw. Longpositionen reduziert, Shortpositionen akkumuliert). So etwa beim extrem umsatzstarken e-mini S&P-Future, aber vor allem auch beim Nasdaq 100-Future, bei dem die Netto-Short-Positionierung so hoch ist wie seit 16 Monaten nicht mehr. Ein ähnliches Bild auch beim Russell2000-Future – nur der recht umsatzschwache Dow Mini-Future zeigt noch einen klaren Überhang an Long-Positionen.

Bei den Rohstoffen ist der Optimismus bei den Gold-Bullen weiter gestiegen: 262.000 Long-Kontrakten stehen nun nur 13.000 Short-Kontrakte gegenüber, ein Long-Überhang also mit einem Faktor 20! Auch bei Silber wurden Long-Positionen aufgestcokt und Short-Kontrakte abgebaut, sodass nun knapp sieben Long-Kontrakte auf einen Short-Kontrakt kommen.


Beispielbild für Gold. Foto: Agnico-Eagle – Agnico-Eagle Mines Limited / Wikipedia / Gemeinfrei

Beim WTI-Öl sind die Optimisten weiter klar in der Mehrzahl: auch hier wurden Long-Positionen aufgestockt und Short-Kontrakte abgebaut, sodass nun 326.000 Long-Kontrakte 156.00 Short-Kontrakten gegenüber stehen. Ein ähnliches Bild überigens bei US-Benzin (RBOB Gasoline), das angesichts des Hurrikans Harvey so massiv gestiegen war: auch hier wurden Long-Positonen weiter ausgebaut auf nun 83.000 Kontrakte, denen nur 17.000 Short-Kontrakte gegenüber stehen.

Alles in allem also zeigt sich: Gold und Euro sind die bevorzugten Long-Positionen, ist der „most crowded trade“..



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1 Kommentar

  1. > Das Verhältnis von Long- zu Shortkontrakten liegt derzeit bei 2:1!

    Ich hätte da mal eine ganz grundsätzliche Verständnisfrage: Warum kann es unterschiedlich viele Long- und Shortkontrakte geben? Nach meinem Verständnis müsste doch im Future-Handel jedem Käufer ein Verkäufer gegenüber stehen bzw. jedem Kauf ein Verkauf.

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