Devisen

Euro vs US-Dollar: 1,15 Marke geknackt – und was kommt jetzt?

Euro-Geldscheine

Der gestrige Handelstag gehörte am Devisenmarkt zu den spektakulärsten in diesem Jahr. Nicht nur beim Euro zum US-Dollar, sondern auch bei den anderen Währungspaaren konnte man eine enorme Volatilität verzeichnen. Solche Tage gibt es nicht sehr oft, doch wenn es sie gibt, vergisst man sie nicht. Natürlich lebt der Markt von Schwankungen und die Händler freuen sich, wenn es am Markt viel Musik gibt, doch an solchen Tagen passiert auch viel Unglück. Vor allem die unerfahrenen Trader erleiden oft herbe Verluste, weil sie bei solch volatilen Märkten nicht genügen Erfahrung besitzen. Das Chartbild des Euro sieht tatsächlich am Ende der Handelssession beindruckend aus, aber das heißt noch lange nicht, dass dann die meisten Marktteilnehmer fette Profite eingefahren haben. Ganz im Gegenteil, es gibt sehr viele Trader, die nach dem gestrigen Tag noch lange ihre Wunden lecken werden. Viele Handelskonten wurden gestern mit Sicherheit an die Wand gefahren und der Margin Call war keine Seltenheit.

Solche Situationen passieren hauptsächlich, weil die Einsteiger oft nicht über genügend Disziplin verfügen und die Verluste nicht realisieren wollen. Noch dramatischer wird die Lage, wenn ein Trader sich stur gegen einen starken Trend stellt und das Pyramidisieren (Vergrößerung der bestehenden Position) anfängt. Dann ist das Desaster schon oftmals fast vorprogrammiert. Man kommt aus der Position nicht mehr raus und im „worst case“ Szenario endet die ganze Angelegenheit mit einem Margin Call. Das ist so der Klassiker, den auch schon jeder Profi Händler in seiner Karriere erlebt hat. Es ist nicht schlimm, wenn man einmal einen Fehler macht und dann daraus lernt. Traurig wird es erst dann, wenn man immer wieder die gleichen schmerzhaften Erfahrungen macht. Ich sage meinen Seminarteilnehmern immer wieder, es gibt im Trading drei Hauptregeln: Disziplin, Disziplin, Disziplin – so auch im Trading mit dem Euro. Wer sich das nicht zu Herzen nimmt, wird keine Freude am Trading haben.

Euro vs US-Dollar im Höhenflug

Ich habe in der gestrigen Analyse geschrieben, dass EUR/USD weiter ein Aufwärtspotential besitzt. Jedoch habe ich zuerst mit einer leichten Korrektur gerechnet. Diese hat sich auch am Vormittag angedeutet, doch die Unterstützung bei 1,1440 wurde nur kurzfristig unterschritten. Es war ein „False-Break-Out“, der zu einer heftigen Gegenreaktion auf der Oberseite geführt hat. Davor ist der Kurs noch in eine Seitwärtsphase übergegangen. Als dann aber der Widerstand bei 1,1465 durchbrochen wurde, gab es für den Euro zum USD kein Halten mehr. Eine große Stop-Lawine hat die Aufwärtsbewegung beschleunigt und der Major hat eine enorme Dynamik entwickelt. Nicht einmal die wichtige psychologische Marke von 1,1500 konnte die Rally stoppen. Der Kurs ist weiter angestiegen und notierte in den Abendstunden bei ca. 1,1540. Hier hat er dann eine kleine Pause eingelegt, aber von einer Korrektur konnte keine Rede sein. Dafür ist der Euro momentan zu stark. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass es gestern keine Korrelation mehr zum DAX gab.

EUR/USD befindet sich weiter in einem positiven Modus. Nach dem starken Anstieg gestern, wird der Kurs nicht so schnell wieder fallen. Wer also auf eine Korrektur setzt, sollte vorsichtig sein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir heute eine Seitwärtsbewegung bei EUR/USD sehen werden. Der erste signifikante Widerstand befindet sich bei 1,1545. Sollte dieser überschritten werden, kann der Kurs noch weiter bis 1,1585 steigen. Auf der Unterseite sitzen wichtige Unterstützungen bei 1,1501 und 1,1475. Der Daily Pivot Point beim Euro zum USD liegt heute bei 1,1499. Hier wartet also auf den Kurs eine doppelte Unterstützung.

Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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