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Devisen

Euro vs US-Dollar: Ende der Konsolidierung, Chance für ein Long?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Ein 20 Euro Schein

Der Euro zum USD konnte in der gestrigen Handelssitzung seine Korrektur auf der Unterseite noch nicht beenden. Die Bullen haben zwar am frühen Morgen versucht den wichtigen Widerstand bei 1,0945 zu erobern, doch diese Hürde hat sich leider für den Euro als zu stark erwiesen. Die Long-Trader haben tapfer gekämpft und der Kurs bewegte sich bis zum Nachmittag in einer engen Range zwischen ca. 1,0920 und 1,0947. In der amerikanischen Session hat sich jedoch der US-Dollar weiter gegen den Euro durchgesetzt. Die Bären haben die wichtige Unterstützung bei 1,0920 durchbrochen und der Kurs von EUR/USD rutschte weiter in die südliche Richtung. Im Tief notierte gestern der Euro vs US-Dollar bei 1,0894. Am Abend konnte sich der Major wieder leicht erholen und kletterte erneut über die 1,0900 Marke.

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Es war insgesamt ein ziemlich enttäuschender Handelstag für den Euro vs USD. Die frische Aufwärtsbewegung wurde unterbrochen, und die Dynamik auf der Long-Seite ist gänzlich verschwunden. Somit hat sich der Preiszuwachs der letzten Woche wieder relativiert. Aktuell stellt sich die Frage, wann diese Konsolidierung zu Ende geht. Die Entscheidung wird vermutlich an der signifikanten Unterstützung bei 1,0900 fallen. Von der fundamentalen Seite fehlen dem Major momentan frische Impulse. Die Corona-Krise ist längst angekommen, sowohl in Europa als auch in den USA. Aktuell geht es nicht mehr um den Lockdown, sondern darum, wer schneller den Exit und die Lockerungen umsetzen wird. Dass die harten Maßnahmen der vergangenen Wochen negative Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben werden, ist jedem inzwischen bewusst. Interessant wird es sein, wer als Sieger aus der Corona-Krise hervorgehen wird.

Es geht jetzt um Macht und eigene Interessen, auch Selbstdarstellung und ein gutes Marketing gehören dazu. Das kann man aktuell prima bei uns in Deutschland beobachten. Die Harmonie innerhalb der verschiedenen Bundesländern ist nicht mehr vorhanden, es werden selbständig Entscheidungen getroffen und Lockerungen vorgenommen. Es ist auch spannend zu beobachten, dass diejenigen Politiker, die am Anfang fast rücksichtslos Alleingänge durchgeführt haben, sich jetzt am meisten über diese aufregen und harte Kritik aussprechen, die mit den Lockerungen vorpreschen. Die politischen Kleinkämpfe lassen jedoch den Euro bis jetzt kalt und der Kurs von EUR/USD bewegt sich in ruhigen Fahrwassern.

Der Tagesausblick auf den Euro vs US-Dollar

Aktuell notiert der Euro zum USD bei ca, 1,0901. Der Kurs befindet sich genau an seiner wichtigen Unterstützung. Die weitere Kursentwicklung wird sich vermutlich an dieser Marke entscheiden. Wenn der Euro es schafft, die 1,0900 Marke zu halten, werden die Long-Trader erneut versuchen, den Kurs nach oben zu treiben. Auf der Oberseite befindet sich der erste signifikante Widerstand bei 1,0945. Wenn dieser Bereich ebenfalls erobert werden sollte, wird EUR/USD weiter bis 1,0962 steigen. Auf diesem Level kann der Kurs eine kleine Pause einlegen.

Sollte dagegen die 1,0900 „big figure“ nachhaltig brechen, werden die Bären den Euro weiter unter Druck setzen. Die erste Unterstützung wartet auf den Major bei 1,0880 und dann bei 1,0856. Der Daily Pivot Point beim Euro zum USD liegt heute bei 1,0924. Heute werden wichtige Wirtschaftsdaten sowohl aus Europa als auch als den USA veröffentlicht. Diese Nachrichten können kurzfristig zu erhöhten Volatilität am Devisenmarkt führen. Wer heute also traden möchte, sollte besonders diszipliniert agieren, um unnötige Fehler zu vermeiden.

Euro vs US-Dollar Kursverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    5. Mai 2020 12:54 at 12:54

    Euro Long? Das ist wohl eine Lachplatte. Jede Erholung nach oben ist zu verkaufen. Unglaublich! Mir ist fundamental kein einziger Grund bekannt, warum der Euro gegenüber dem USD steigen sollte.

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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