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Devisen

Euro vs US-Dollar: Warum der Euro bald neue Kraft entwickeln wird

Agata Janik

Veröffentlicht

am

50 Euro Geldscheine

Der gestrige Handelstag war für den Euro zum US-Dollar technisch geprägt. In den Morgenstunden haben die Bullen noch versucht, die Long-Seite anzugreifen und den Kurs über die Marke von 1,1035 zu treiben. Dieser Widerstand hat sich aber als zu stark erwiesen. Der Break-Out auf der Oberseite ist gescheitert und viele Long-Trader wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Wer klug war, hat schnell gemerkt, dass die Oberseite ausgereizt war und dass dem Euro kurzfristig die Luft ausgegangen ist. Was danach folgte, war eine ganz natürliche technische Reaktion. Die Indikatoren haben frische Short-Signale geliefert, und die Bären haben sofort ihre Chance ergriffen. Es hat sich im kurzfristigen Zeitfester ein neuer Abwärtstrend entwickelt, der den Euro in die südliche Richtung geschickt hat. Die Dynamik im Markt war groß, was die Abwärtsbewegung noch beschleunigt hat.

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Der Euro musste sich gestern gegenüber dem US-Dollar geschlagen geben. Der Kurs ist zwischenzeitlich um über 100 Punkte gefallen. Im Tief notierte der Euro zum US-Dollar gestern bei 1,0901. Hier wurde der Kurs vor allem durch den 420er Moving Average aufgefangen. Während der amerikanischen Session konnte der Euro aber seine Verluste zum Teil wieder gut machen und der Kurs erholte sich bis ca. 1,0960. Der Handelstag verlief gestern für viele Euro-Trader erfolgreich. Wer mit der technischen Analyse arbeitet, konnte die Short-Richtung relativ früh erkennen und vor dem kurzfristigen Abwärtstrend profitieren. Dass der Euro korrigieren musste, war klar. Nach dem kräftigen Anstieg der letzten Zeit war es eine gesunde Gegenreaktion.

Heute kann es für den Euro vs US-Dollar spannend werden

Mit großer Spannung wartet heute die Finanzwelt auf die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten aus den USA. Um 14.30 Uhr CET werden die Erstanträge für Arbeitslosenhilfe bekannt gegeben (letzte Woche gab es schon einen schlimmen Vorgeschmack auf heute). Diese Zahlen werden auch für Devisenhändler heute von großer Bedeutung sein. Nicht nur der Euro zum US-Dollar, sondern auch die anderen Majors werden vermutlich mit erhöhter Volatilität auf diese Nachrichten reagieren.

Die Corona-Krise hat die USA fest im Griff. Fast jeden Tag erreichen uns neue Hiobsbotschaften aus Amerika. Inzwischen hat sogar Russland beschlossen, die USA in der schwierigen Zeit zu unterstützen. Medizinische Ausrüstung wurde gestern in die USA aus Moskau geschickt. Ob Vladimir Putin rein aus Nächstenliebe handelt, wissen wir nicht. Auf jeden Fall hat Präsident Donald Trump dankend das Hilfeangebot aus Russland angenommen. Die dramatische Situation wird nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch den US-Dollar unter Druck bringen. Davon wird der Euro wahrscheinlich am meisten profitieren.

Aus technischer Sicht ist die Korrektur beim Euro vs US-Dollar auf der Unterseite fast schon abgeschlossen. Aktuell (Donnerstagmorgen) notiert der Euro zum USD bei ca.1,0937. Wenn die wichtige Unterstützung bei 1,0900 halten wird, werden die Bullen wieder die Long-Seite angreifen. Bei der 1,0900 „big figure“ sitzen jetzt schon viele Long-Orders, das konnte man gestern schon klar erkennen. Wer also konservativ orientiert ist, kann auf diesem Niveau ein Kauflimit platzieren. Die aggressiven Daytrader werden wahrscheinlich schon auf höherem Niveau ihre Chance suchen, um den Einstieg nicht zu verpassen.

Der Euro hat aktuell viel Luft auf der Oberseite. Der erste signifikante Widerstand befindet sich erst bei 1,1000. Davor muss der Major zwar noch die Fibonacci-Levels bei 1,0952 und 1,0968 überwinden, aber das durfte heute nicht so schwierig sein. Wenn die 1,1000 Marke bricht, kann der Euro weiter bis 1,1035 steigen. Auf jeden Fall werden die US-Arbeitsmarktdaten auf den Kursverlauf bei EURUSD großen Einfluss haben. Wer also heute am Markt aktiv werden will, sollte um 14.30 Uhr vor dem Bildschirm sitzen. Es kann sowohl beim Euro zum US-Dollar als auch bei den anderen Majors zu massiven Schwankungen kommen.

Kursverlauf von Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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Allgemein

Brexit: Boris Johnson – steuern auf No Deal zu, harter Abgang wahrscheinlich

Markus Fugmann

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am

Kommt doch der harte Brexit? Boris Johnson hat genau das soeben angedeutet: solange sich die EU nicht bewege, so der britische Premier, werde es einen No Deal beim Brexit geben. Man würde dann eine Vereinbarung haben wie zwischen der EU und Australien, so Johnson.

Johnson weiter in Schlagzeilen:

– der von der EU vorgeschlagene Deal wie zwischen der EU und Kanada wird nicht funktionieren

– die EU hat nicht wirklich ernsthaft verhandelt, daher sollten wir uns auf einen Brexit ohne Deal vorbereiten

Das britische Pfund zunächst stärker unter Druck, nun aber doch mit einer (volatilen) Erholungsbewegung. Vermutlich gehen die Märkte davon aus, dass doch zu viel auf dem Spiel steht und halten daher die Aussagen von Johnson für eine Drohgebärde ohne wirklich ernsten Hintergrund. Aber aus unserer Sicht meint es Johnson durchaus ernst..

Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher, sagt Premier Johnson

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