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Euro vs US-Dollar: Wird der Euro heute wieder leiden müssen?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

50 Euro Geldscheine

Der gestrige Handelstag verlief beim Euro zum US-Dollar alles andere als langweilig. Es war insgesamt für die meisten Devisenhändler ein spannender Tag, an dem sich viele gute Möglichkeiten geboten haben, schnell und unkompliziert Gewinne zu erzielen. Wie ich schon in meinem Artikel gestern erwähnt habe, stand der Euro vs US-Dollar kurz vor einer wichtigen Entscheidung. Diese Entscheidung ist auch gestern gefallen. Schon am frühen Morgen hat sich der Euro schwer getan. Als aber der Widerstand bei 1,0985 nicht mehr erobern werden konnte, haben die Bären sofort die Short-Seite angegriffen und den Euro unter Druck gesetzt. Ab dann hat man fast nur noch rote Kerzen im Chart gesehen. Der Euro befand sich bis zum Nachmittag im freien Fall und erreichte im Tief die Marke von 1,0855.

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Dass der große Ausbruch beim EUR/USD auf der Unterseite stattgefunden hat, war nicht nur technisch bedingt. Es war zum großen Teil auch die Reaktion auf die negativen Meldungen, die vom IWF am Dienstag veröffentlicht wurden. Laut dem Internationalen Währungsfonds hat die aktuelle Krise einen historischen Charakter, und sie ist viel schlimmer als die Finanzkrise in 2008-2009. Die Weltwirtschaft befindet sich in einer großen Rezession. Für den Euroraum prognostiziert der IWF einen Rückgang von bis zu 7,5% und für die USA 6%. Die düsteren Prognosen des IWF haben für viel Panik und Nervosität am Devisenmarkt gesorgt. Der gesamte USD-Block hat massiv auf diese Nachrichten reagiert. Der US-Dollar hat kurzfristig nicht nur gegen den Euro, sondern auch gegen die anderen Majors zugelegt.

Als dann aber am Nachmittag die Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht wurden, hat sich das Gesamtbild gänzlich verändert. Sowohl der New York Empire State Index als auch die US-Einzelhandelsumsätze sind grottenschlecht ausgefallen. Das hat den US-Dollar stark unter Druck gesetzt, und der Euro konnte sich wieder erholen. Am Abend notierte EUR/USD wieder bei ca. 1,0935. Der Kurs wäre vielleicht sogar noch höher gestiegen, wenn ihn nicht der 120er Moving Average aufgehalten hätte. Auf jeden Fall hat der Euro vs US-Dollar am gestrigen Handelstag eine Achterbahnfahrt erfahren. Insbesondere die Daytrader lieben solche Märkte. Am heutigen Tag wird der US-Präsident Donald Trump seine Exit-Strategie der Öffentlichkeit vorstellen. Es wird also sicherlich auch heute am Devisenmarkt nicht langweilig werden.

Der Tagesausblick auf den Euro vs USD

Aktuell, am Donnerstagmorgen, notiert der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,0875. In der asiatischen Handelssitzung heute Nacht geriet der Euro erneut unter Druck. Die wichtige Unterstützung bei 1,0900 wurde wieder gebrochen und der Euro wurde weiter abverkauft. Die fernöstlichen Wertpapiermärkte haben auf breiter Front rote Zahlen geschrieben. Die Corona-Krise ist auch in Asien noch lange nicht überstanden.

Für den Euro vs US-Dollar wird es heute entscheidend sein, wie sich der Kurs im Bereich von 1,0900 verhalten wird. Aus technischer Sicht ist der Euro jetzt angeschlagen und er wird viel Kraft benötigen, um die Marke von 1,0900 wieder zu erreichen. Sollten die Kauforders in den nächsten Stunden fehlen, werden die Bären neue Short-Orders am Markt platzieren und der Abwärtstrend wird sich weiter fortsetzen. Auf der Unterseite befindet sich jetzt die erste signifikante Unterstützung bei 1,0855 (das gestrige Tief). Sollte auch diese Mark brechen, kann der Kurs weiter bis 1,0835 fallen.

Wenn dagegen die 1,0900 wieder erobert werden sollte, kann der Rebound weiter ausgebaut werden. Der erste wichtige Widerstand beim EUR/USD befindet sich bei 1,0935 und dann bei 1,0955. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,0915.

Kursverlauf von Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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am

Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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am

Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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am

Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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