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Devisen

Euro vs USD bleibt schwach – die 1,0800 Marke in greifbarer Nähe

Agata Janik

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am

Vergeblich hat der Euro gegen den US-Dollar gestern in den Vormittagsstunden versucht, seine Talfahrt zu stoppen. Zwar konnte die Gemeinschaftswährung zunächst den wichtigen Support bei 1,0865 verteidigen und anschließend sogar einen kleinen Angriff auf die Oberseite zu versuchen, doch dann hat die Kraft einfach gefehlt. Es waren die Gewinnmitnahmen (Auflösung von Short-Positionen) der asiatischen Händler, die dazu geführt haben, dass der Euro etwas höher notieren konnte. Der Widerstand bei 1,0885 war aber dann doch zu stark und hier war schon Schluss mit dem Rebound.
Die Bären haben nicht lange gezögert und ihre Short-Orders schnell am Markt platziert. Das hat dann eine neue Dynamik auf der Unterseite ausgelöst und EUR/USD befand sich seitdem nur noch im „Free Fall“.

Auch die negativen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden, haben den Euro weiter geschwächt und somit den Abwärtstrend erneut bestätigt.

Die Bedeutung des Coronavirus für den Euro

Mit den steigenden Zahlen der Toten und Infizierten rückt das Coronavirus wieder in den Fokus. Die Nachrichten aus China sorgen für steigende Unsicherheit und Ängste. Es wird langsam spürbar, wie abhängig Europa von China ist und welche drastischen Auswirkungen eine eventuelle Pandemie auch für die Deutschen haben könnte. Die drohenden Lieferengpässe von Medikamenten beunruhigen sogar den Gesundheitsminister Jens Spahn. In seinem Interview hat er mitgeteilt, dass zeitnah Lösungen gefunden werden müssen, wie man die Produktion wieder mehr nach Europa verlagern kann.

Aber auch die anderen Branchen, wie Elektronik und Mobilfunk, bekommen das Coronavirus schon zu spüren. Die vor ein paar Tagen abgesagte Messe in Barcelona ist das beste Beispiel dafür.

Die europäische Wirtschaft wird wahrscheinlich noch stärker als die amerikanische vom Coronavirus betroffen werden. Diese Situation wird sich dann auch auf den Euro gegenüber dem US-Dollar negativ auswirken, was zu weiter fallenden Preisen bei dem Währungspaar führen kann.

Die Marke von 1,0800 wird heute wichtig!

Aktuell befindet sich Euro vs US-Dollar im Bereich von ca. 1,0836 (Freitagmorgen). Im Chart (siehe unten) ist deutlich zu erkennen, dass wir es beim EUR/USD mit einem mustergültigen Abwärtstrend zu tun haben – selten kann man solche klassischen Bilder in der Charttechnik beobachten. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Bewegung auf der Unterseite noch lange nicht fertig ist. Der Euro ist schwach und er wird wohl noch schwächer werden.
Da wir aber Freitag haben und die meisten Händler vor dem Wochenende ihre Positionen schließen wollen, stellt sich die Frage, ob die nächste Short-Welle schon heute oder erst nächste Woche erfolgen wird.

Wenn die Short-Trader in der heutigen Handelssitzung doch noch die Unterseite angreifen werden, wird die signifikante Unterstützung bei 1,0800 angesteuert werden. Dieser Bereich gilt jetzt als das nächste Kursziel im kurzfristigen Bereich. Die Bären wollen die 1,0800 Marke sehen, da viele von ihnen auf diesem Niveau ihre Take Profit Orders platziert haben. Hier sollte der Kurs aber vorerst halten. Der Euro wurde diese Woche schon genug bestraft: er hat in den letzten 5 Tagen über 120 Pips verloren.
Wer die Long-Seite handeln möchte, sollte auf jeden Fall mit einem engen Stopp Loss arbeiten, um das Risiko zu beschränken. Auf der Oberseite wird heute wahrscheinlich nicht viel zu holen sein, denn der nächste Widerstand findet sich schon bei 1,0865.

Es ist allgemein ratsam, zum Wochenabschluss nur kurze Trades zu machen, da es ansonsten dazu kommen kann, dass man Positionen über das Wochenende halten muss – und das kostet Geld und brigt gleichzeitig die Gefahr eines größeren Gaps..

Der Euro hat zum Dollar bei 1,08 eine zentrale Unterstützung

Steht der Euro vor einer weiteren Abwärtswelle?

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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