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Eurogruppe gibt Griechenland grünes Licht

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Von Markus Fugmann

Die Eurogruppe hat die Reformvorschläge Griechenlands genehmigt. Hier das wörtliche Statement der Eurogruppe:

„The Eurogroup today discussed the firstlist of reform measures presented by the
Greek authorities, based on the current arrangement, which will be further specified
and then agreed with the institutions at the latest by the end of April.
The institutions provided us with their first view that they consider this list of measures to be
sufficiently comprehensive to be a valid starting point for a successful
conclusion of the review. We therefore agreed to proceed with the national
procedures with a view to reaching the final decision on the extension by up to
four months of the current Master Financial Assistance Facility Agreement. We
call on the Greek authorities to further develop and broaden the list of reform
measures, based on the current arrangement, in close coordination with the
institutions in order to allow for a speedy and successful conclusion of the
review.“

Dass doch noch ein gewisses Unbehagen herrscht, ist der Äusserung der IWF-Chefin Lagarde zu entnehmen- sie weist darauf hin,
dass die Vorschläge Griechenlands doch recht unkonkret wären. Am Freitag folgt die Abstimmung im Bundestag, die CSU möchte die
Vorschläge sorgfältig prüfen (und damit ihrer eigene Bedeutungslosigkeit kaschieren), dich gilt eine Zustimmung der großen Parteien
(also ohne die CSU) ohnehin als sicher.

Zusatz: Es verdichten sich jedoch die Hinweise, dass die EU-Komission Autor der griechischen Reformvorschläge ist, Autor ist Declan Costello,
der seit 1991 für EU-Kommission arbeitet und dort für „Coordination of structural refroms and of the economic service“ zuständig ist. Demnach habe
Varoufakis nur noch sein „OK“ geben müssen. Das würde im Übrigen auch erklären, warum die EU-Kommission als erste Institution seine Zustimmung gegeben hat – zu dem Zeitpunkt war noch unklar, wann die angeblich von Griechenland verfassten Reforvorschläge überhaupt eingegangen sind!

Hier noch das Statement der IWF-Chefin Lagarde im Wortlaut:

„My Staff has reviewed the list of measures that that Greek authorities
prepared over the weekend. We think that it covers the broad topics that should
be on the new Government’s agenda.

In view of this, we would certainly be able to support the conclusion that
the list „is sufficiently comprehensive to be a valid starting point for a
successful conclusion of the review,“ as called for by the Euro Group at its
last meeting. But a determination in this regard of course rests primarily on an
assessment by Member States themselves and by the relevant European
Institutions.

While the authorities‘ list is comprehensive, it is generally not very
specific, which is perhaps to be expected considering that the government is new
in office. In some areas, like combating tax evasion and corruption, I am
encouraged with what appears to be a stronger resolve on the part of the new
authorities in Athens, and we look forward to learn more about their plans.

In quite a few areas, however, including perhaps the most important ones,
the letter is not conveying clear assurances that the Government intends to
undertake the reforms envisaged in the Memorandum on Economic and Financial
Policies.

We note in particular that there are neither clear commitments to design
and implement the envisaged comprehensive pension and VAT policy reforms, nor
unequivocal undertakings to continue already-agreed policies for opening up
closed sectors, for administrative reforms, for privatisation, and for labor
market reforms.

As you know, we consider such commitments and undertakings to be critical
for Greece’s ability to meet the basic objectives of is Fund-supported program,
which is why these are the areas subject to most of the structural benchmarks
agreed with the Fund.

Thus, it is important for me to emphasize that for the discussions on a
completion of the review to be successful they cannot be confined within the
policy perimeters outlined in the Government’s list.

My Staff and I look forward to working with the new Government on finding
common ground, with the aim of concluding the 6th review of the Fund-supported
program as soon as possible. Thank you for all your efforts to get us to this
point.“

Und dazu noch Mario Draghi:

„My Staff has reviewed the list of measures which the Greek authorities
submitted yesterday evening.

Our initial impression is that the document covers a wide range of reform
areas and in this sense, it is sufficiently comprehensive to be a valid starting
point for a successful conclusion of the review.

However, as we expected it was not possible for the authorities to
elaborate on concrete proposals and commitments that can be assessed by the
institutions in respect to growth, public finances and financial stability.
Given the very limited time available, this is understandable.

I assume that it is clear that the basis for concluding the current review,
and also for any future arrangements, will be the existing commitments in the
current Memorandum of Understanding and the Memorandum of Economic and Financial
Policies (MEFP).

In this context we note that the commitments outlined by the authorities
differ from existing programme commitments in a number of areas.

In such cases, we will have to assess during the review whether measures
which are not accepted by the authorities are replaced with measures of equal or
better quality in terms of achieving the objectives of the programme.

I would also again urge the Greek authorities to act swiftly to stabilise
the payment culture and refrain from any uni lateral action to the contrary.“

Ein Kommentar

Ein Kommentar

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    Wolfgang Koch

    24. Februar 2015 15:46 at 15:46

    Wenn schon Mme.Lagarde Unbehagen fühlt,dann weiss man sofort um welch gigantischen Fake es sich handelt!Zum Verhalten „unseres Bundestags“ sind mir schon länger die druckreifen Vokabeln ausgegangen.Die wundern sich auch noch über ständig sinkende Wahlbeteiligung!

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Fracking-Pleitewelle startet – Anbieter beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11

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Fracking-Firma Whiting Petroleum ist pleite

Nach dem Ölpreis-Schock hat nun offenbar die Pleitewelle in Fracking-Industrie begonnen. Der US-Anbieter Whiting Petroleum (eine große Nummer im „Bakken“-Vorkommen in North Dakota) hat vor wenigen Minuten seine Pleite erklärt nach Chapter 11 der US-Insolvenzordnung (Antrag auf Gläubigerschutz). Es gehe um eine Erleichterung der Umstrukturierung der Firmenbilanz. Whiting Petroleum habe proaktive Schritte unternommen um sicherzustellen, dass man über genügend Liquidität verfüge um den laufenden Betrieb zu finanzieren, indem man 650 Millionen Dollar aus einer Kreditfaszilität in Anspruch nehme.

Die zusätzliche Finanzierung verschaffe dem Unternehmen mehr als genug Liquidität, um das Tagesgeschäft fortzuführen und die Verpflichtungen gegenüber seinen Mitarbeitern und Lieferanten mit minimaler Unterbrechung zu erfüllen, da man nun alle Alternativen zur Maximierung des Unternehmenswertes in Betracht ziehe, so das Unternehmen in seiner offiziellen Mitteilung. Im Klartext: Das Unternehmen kann somit unter der Aufsicht eines Konkursrichters seinen Betrieb zunächst weiterführen und Pläne für die Schuldenrückzahlung erstellen. Auf wie viel werden die Gläubiger wohl verzichten müssen? Im Chart sieht man die Aktie von Whiting Petroleum seit dem Jahr 2010. Sie notierte einst bei 368 Dollar. Gestern waren es noch 67 Cents. Die erste Notierung direkt nach Eröffnung liegt bei 43 Cents.

Verlauf im Aktienkurs von Whiting Petroleum

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Walt Disney: Der Medienkonzern des 21. Jahrhunderts – Werbung

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Lieber Börsianer,

in dieser Woche startet Disneys Streamingdienst auch in Deutschland. Der fast hundert Jahre alte Traditionskonzern bringt die Big Player der Branche in Schwitzen. Denn Disney hat sich in den letzten Jahren vom Zeichentrickunternehmen zu einem riesigen Medienimperium entwickelt, das Inhalte für Groß und Klein produziert. Von den 20 erfolgreichsten Filmen, die jemals produziert wurden, gehören 12 ins Disney-Universum. Dieses Kunststück hat der kalifornische Unterhaltungsriese vor allem starken Zukäufen zu verdanken.

Neben den weltbekannten Zeichentrickfilmen und Realverfilmungen aus dem Hause Disney gehören inzwischen zahlreiche andere Studios zum Konzern: 2006 kaufte Disney den Animationsfilmpionier Pixar von Steve Jobs. Dank des Deals ist die Witwe des Apple-Gründers bis heute größte einzelne Anteilseignerin an Disney. 2009 kaufte Disney die damals maroden Marvel-Studios für gerade einmal 4 Milliarden Dollar und sicherte sich damit die Rechte an einem der bedeutendsten Comic-Universen. In gerade mal 10 Jahren konnten die Marvel-Filme unter Disney Regie bereits 22,6 Milliarden Dollar an den Kinokassen einspielen.

Ebenfalls 4 Milliarden Dollar zahlte Disney für Lucasfilm. Seit 2012 gehören die Schöpfungen von George Lucas, wie die bekannte Star Wars Saga aber auch Indiana Jones, zu Disney. Im vergangenen Jahr griff der Konzern tiefer in die Tasche: für 71 Milliarden Dollar wurde der größte Teil von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox gekauft. Damit kam unter anderem der weltweit erfolgreichste Film Avatar in die Disney-Familie.

Warum erzähle ich Ihnen das? Disney ist schon längst nicht mehr nur der Produzent von Mickey Mouse, sondern hat sich einen bedeutenden Platz in der Medienlandschaft erkauft. Dabei hat der Konzern auch nach fast 100 Jahren immer noch die Fähigkeit Potential zu…..

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Warum Öl-Tanker-Unternehmen jetzt das Geschäft ihres Lebens machen!

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Beispiebild für einen Öl-Tanker

Am 28. Februar schaute ich mir bereits einmal die Aktien großer Öltanker-Reedereien an. Seitdem gab es einen veritablen Crash bei Öl, gefolgt von weiter massiv nachgebenden und anschließend sich schnell erholenden Aktienkursen. Wie schlugen sich seitdem die Aktien der Tanker-Flottenbetreiber? Können sie von niedrigen Ölpreisen profitieren? Auf jeden Fall! Die Aktien entwickelten sich deutlich besser als der Gesamtmarkt!

In der Wirtschaft gilt normalerweise, dass ein Produkt umso häufiger nachgefragt wird, je günstiger es ist. Das gilt natürlich auch für Rohöl. Wenn das Barrel Rohöl nur noch 20 statt 130 US-Dollar kostet, wird weniger auf den Benzinverbrauch geachtet. Der Heizöltank wird eher gefüllt als üblich, die Industrie investiert weniger in Energiesparmaßnahmen und auch das eine oder andere mit Öl arbeitende Spitzenlastkraftwerk dürfte künftig öfter angeworfen werden als zu Zeiten deutlich höherer Ölpreise. Zu guter letzt gibt es auch noch die Ölbroker, die bei ausreichend niedrigem Preis für sofort zu lieferndes und ausreichend hohen Preisen für in der Zukunft zu lieferndes Öl jetzt Rohöl kaufen, in Tanker füllen und warten, bis der verkaufte Future-Kontrakt fällig wird. Denkbar ist auch, dass Vielverbraucher von Öl jetzt zugreifen und das Öl für späteren Verbrauch lagern. Wo mehr verbraucht und mehr Rohöl gelagert wird, steigt natürlich auch die Nachfrage nach Öltankern. Darüber berichtete ich bereits gestern.

Öl-Tanker werden jetzt für Lagerung und Transport nachgefragt

Weiterhin kann es zu Preisunterschieden zwischen einzelnen Lieferanten kommen. Wenn saudisches Öl inklusive Transport günstiger ist als russisches, dann werden europäische Kunden eher zu saudischem Öl greifen. Ein heißer Kandidat dafür ist derzeit Belarus, die sich schon seit geraumer Zeit mit Russland in einem Ölpreisstreit befinden und in den vergangenen Monaten Öl aus Norwegen und Kasachstan einführten, statt es aus der durch das Land führenden Rohölpipeline zwischen Russland und Westeuropa zu entnehmen. Trotz einer vermeintlichen Einigung mit Russland bekommt das Land immer noch nicht das gewünschte Öl aus Putins Reich. Nun ist Belarus mit 10 Millionen Einwohnern kein Abnehmerland, das zu größeren Nachfragesprüngen bei großen Tankerflotten führen wird. Aber US-amerikanische, asiatische und westeuropäische Abnehmer werden sich künftig genau überlegen, ob sie regional verfügbares Öl kaufen oder ob das derzeit von Saudi-Arabien mit Billigpreisen in den Markt gedrückte Öl nicht trotz der aufwendigen Anlieferung letztendlich günstiger ist.

Öltanker-Reedereien zählen zu den klaren Outperformern im März

Tatsächlich haben sich die Aktien vieler Reedereien seit dem 28. Februar nicht nur deutlich besser entwickelt als der S&P 500, sondern auch noch teils zweistellige Gewinne eingefahren in einer Phase, in der der S&P 500. Von fünf untersuchten Tanker-Betreibern schnitt lediglich das Unternehmen Teekay genauso schlecht ab wie der S&P 500. Die vier anderen Unternehmen (DHT Holdings, Frontline, Nordic American Tankers, Tsakos Energy Navigation) erzielten Gewinne zwischen 25% und mehr als 40%.

Nehmen wir als Beispiel Frontline, die 21 Öltanker der VLCC-Klasse besitzen. Pro Tanker kann Frontline derzeit an die 220.000 US-Dollar berechnen – pro Tag. Macht in einem halben Jahr 830 Millionen US-Dollar Umsatz. Dazu kommen 28 Schiffe der Suezmax-Klasse sowie 20 der Aframax-Klasse. Die 20 Schiffe der Aframax-Klasse bringen weitere 225 Millionen ein, die 28 Suezmax-Schiffe 330 Millionen. Zusammen also 1,385 Milliarden US-Dollar Umsatz in einem halben Jahr. In der Realität wird es komplexer, da Frontline einige Tanker längerfristig bereits vermietete. Bei einem Teil dieser vermieteten Tanker gibt es jedoch Profitshare-Abkommen. Zudem ist unklar, wie lange Frontline seine Tanker zu den aktuell sehr hohen Preisen vermietet bekommt.

Gelänge es, die Tanker für ein halbes Jahr zu diesen Preisen zu vermieten, hätte Frontline bereits 40% mehr Umsatz gemacht als im gesamten vorherigen Jahr. Und eine Mietzeit von einem halben Jahr erscheint nicht unrealistisch, werden doch die Tanker derzeit hauptsächlich zum längerfristigen Einlagern des derzeit sehr günstigen Öls gebraucht. Allein durch dieses halbe Jahr mit deutlich gestiegenen Umsätzen könnte Frontline den Vorjahresgewinn glatt vervierfachen. An der Börse bewertet wird der Konzern übrigens mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Bei einer Gewinn-Vervierfachung entspräche das einem KGV von weniger als fünf.

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