Gas

Aussage von einem der weltweit größten Rohstoffhändler Europa könnte diesen und nächsten Winter Gaskrise vermeiden

Europa könnte in diesem und im nächsten Winter eine echte Gaskrise vermeiden. Dazu gibt es aktuelle Äußerungen vom Trafigura CEO.

Gas und Zahl 2023

Der Oktober war sehr mild in Europa, und europaweit konnte man die Gasspeicher so ziemlich bis an die Oberkante auffüllen. Das hilft gut bei dem Bestreben diesen Winter ohne echte Gasknappheit zu überstehen, im Zusammenspiel mit Lieferungen von Flüssiggas aus Übersee. Vermutlich wird Europa kein Problem mit zu wenig Gas haben, wie es letzte Woche Freitag der Gasverband INES bestätigte. Aber wenn man das Wort Gaskrise verwenden möchte, wird sie sich wohl darin äußern, dass wir weiterhin Gas zu sehr hohen Preisen einkaufen müssen. Denn die japanische Regierung sagte erst gestern, dass die billigeren Festverträge für LNG-Lieferungen auf Jahre hinaus ausgebucht sind. Europa wird wohl also weiterhin am viel teureren Spotmarkt Gas zukaufen müssen.

Heute nun gibt es Aussagen von einem der weltweit größten Rohstoffhändlern zum Thema Gaskrise in diesem und nächstem Jahr. Das milde Wetter der letzten Wochen in Europa bereitet die Region darauf vor, in diesem und im nächsten Winter eine Erdgasknappheit zu vermeiden, so die Trafigura Group, einer der größten Rohstoffhändler der Welt laut Bloomberg. Laut Jeremy Weir, Chief Executive Officer von Trafigura, dürften die europäischen Gasvorräte in diesem Winter um etwa zwei Drittel schrumpfen, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit und die russischen Gasströme fließen weiterhin durch die Ukraine. Das bedeutet, dass die Region in der Lage sein wird den kommenden Winter zu überstehen, und dass sie über einen ausreichenden Brennstoffpuffer verfügen könnte, um auch im nächsten Jahr eine Krise zu vermeiden, fügte er hinzu.

„Sollte dies der Fall sein, haben wir im nächsten Winter vielleicht nicht so große Probleme, was es die eigentliche Sorge war“, sagte Trafigura CEO Weir am Mittwoch auf dem Financial Times Commodities Asia Summit in Singapur. „Die Jury ist noch nicht entschieden, aber ich denke, dass ein bedeutendes Problem entschärft wurde.“

Das außergewöhnlich milde Wetter in Nordwesteuropa seit Oktober hat dazu geführt, dass die Gaspreise gegenüber den Rekordwerten des Sommers stark gefallen sind. Die Region hat sich außerdem beeilt, ihre Vorräte aufzufüllen und Flüssiggas zu importieren, einen sehr kühlen Brennstoff, der per Schiff und nicht über Pipelines transportiert wird. Wir haben eine Situation, in der die Gasvorräte in Europa sehr gut gefüllt sind“, sagte Weir. „Wir waren sehr besorgt über die Energiepreise, und das hat sich gelegt“.

Dennoch hat Gazprom gestern damit gedroht seine Gaslieferungen über die Ukraine in der nächsten Woche zu drosseln, nachdem der russische Produzent Bedenken hinsichtlich der Mengen geäußert hatte, die Moldawien erreichen.

Regierungs- und Versorgungsbeamte haben davor gewarnt, dass Europa im nächsten Winter, wenn die weltweite Energiekrise ihren Höhepunkt erreichen dürfte, ein akuter Gasmangel droht. Russland hat die Gaslieferungen nach Europa im Wesentlichen gestoppt, was es für die Region schwieriger machen wird, die Vorräte aufzufüllen.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Das klingt ja ziemlich wirre, was Mr. Weir da von sich gibt. Könnte aber auch an der Übersetzung liegen. Weil dieses Jahr der Herbst bisher mild war, wird es nächstes Jahr im Winter keine Versorgungsprobleme geben.

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