Zahlreiche Analysten sprechen über das Thema seit Wochen. Und die Schwäche der US-Märkte bei gleichzeitiger Stärke der europäischen Aktienmärkte ließ nur den Schluss zu: Es läuft ein Geldzufluss hin zu europäischen Aktien. Jetzt liegen Daten vor, die diesen Geldstrom aufzeigen, und zwar in großem Umfang.
Europäische Aktienmärkte verzeichnen gigantische Zuflüsse
Anleger investieren so viel Geld in europäische Aktien wie seit fast zehn Jahren nicht mehr, da sie mit einem historischen Anstieg der Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung rechnen. Regionale Fonds, die in europäische Aktienmärkte investieren, verzeichneten in den vier Wochen bis zum 5. März Zuflüsse in Höhe von etwa 12 Milliarden US-Dollar, den höchsten Wert seit August 2015, so meldet es laut Bloomberg aktuell die Bank of America unter Berufung auf EPFR-Daten.
Europäische Staats- und Regierungschefs, darunter auch der designierte deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, haben zugesagt, hunderte Milliarden Euro für Militärausgaben und Infrastrukturmaßnahmen bereitzustellen, da sich die USA aus der Unterstützung der Ukraine zurückziehen. Die wöchentlichen Zuflüsse in die europäischen Aktienmärkte befinden sich nun auf einem Niveau, das zuletzt vor der Invasion Russlands in seinem Nachbarland im Jahr 2022 erreicht wurde, schrieben BofA-Strategen, darunter Michael Hartnett, in einer Notiz.
Die Auswirkungen des deutschen Plans, die Ausgaben zu erhöhen, werden wahrscheinlich Folgen haben, sagte Hartnett. Das Versprechen der europäischen Aufrüstung, „was auch immer nötig ist“, impliziert Mehrausgaben in der Eurozone, während Kürzungen der Bundesausgaben in den USA auf eine Ära der fiskalischen Sparmaßnahmen hindeuten.
Das bedeutet, dass die Renditen deutscher Bundesanleihen bis zum Jahresende wahrscheinlich über den Renditen von US-Staatsanleihen liegen werden, schrieb Hartnett. Europäische Aktienmärkte übertreffen in diesem Jahr ihre US-Pendants deutlich. Der gesamteuropäische Stoxx 600 Index ist seit Jahresbeginn um 8,5 % gestiegen, der beste Start in ein Jahr seit 2015, während der S&P 500 2,4 % verloren hat. Der Nasdaq 100 steht kurz vor einer technischen Korrektur. Diese Outperformance veranlasste ein separates Team von BofA-Strategen, ihre Haltung zu europäischen Aktien im Vergleich zu globalen Pendants von Übergewichtet auf Marktgewichtet herabzustufen.
Chart zeigt seit Jahresanfang: Dax und Stoxx 600 legen deutlich zu, während der S&P 500 verliert.
FMW/Bloomberg
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Wie kann man nur glauben Europas Aktienmärkte könnten sich von denen der USA abkoppeln. Das geht höchstens zeitweilig. Heute geht es schon wieder nach unten.
@ Robert, einverstanden.Was jetzt gerade passiert . nennt man den sogenannten MOKKATASSEN- EFFEKT.
Wenn ein kleiner Teil des riesigen US- Marktes in den kleinen DAX fliesst wird dieser unendlich
aufgebläht. Wenn es kehrt wird die kleine Mokkatasse ganz schnell leer. Den Begriff verwendete man
auch schon beim CH Franken. Wenn viele CH Franken kauften hat er sich stark aufgewertet. Die
armen Schweizer haben darum oft ein Problem mit zu starker Währung, kein Wunder, ist es doch weltweit noch die einzige Währung die das Papier wert ist auf die sie gedruckt ist. Der Schuldenbremse, die immer und immer wieder gegen die sozialistischen Geldverteiler verteidigt werden muss, sei Dank.