
Trotz eines traditionell schwachen Septembers zeigen sich die europäischen Aktienmärkte erstaunlich robust. Während der DAX weiter auf Richtungssuche bleibt, klettert der Stoxx 50 nahe an seine Rekordmarken – und richtet den Blick dabei zunehmend auf die US-Börsen, die mit Zinshoffnungen und Konjunktursorgen den Takt für die kommenden Wochen vorgeben.
Aktienmärkte: Bester September seit 2019
Die europäischen Aktienmärkte könnten im traditionell schwachen Börsenmonat September das beste Ergebnis seit 2019 erzielen. Der Optimismus bezüglich des robusten Wirtschaftswachstums in den USA und der niedrigeren Zinsen steigert trotz der anhaltenden konjunkturellen Probleme in Europa die Risikobereitschaft.
Der Stoxx Europe 600 Index blieb um 9:17 Uhr in London nahezu unverändert. Der Index hat im September, der typischerweise eine schwache Saisonalität aufweist, fast ein Prozent zugelegt. Der heimische DAX liegt dagegen 0,65 Prozent zurück. Seit Wochen bewegt er sich seitwärts, ohne dabei eine Richtungsentscheidung zu fällen.

Überdurchschnittlich gut schnitten zuletzt die Sektoren Finanzdienstleistungen und Medien ab, während Energie- und Chemieaktien zu den größten Verlierern gehörten. Hierzulande sind es weiterhin die Rüstungsaktien, die für Auftrieb sorgen. So erreichte die Rheinmetall-Aktie am Montag ein neues Rekordhoch von 2.001 Euro. Unter den Einzelaktien gab es am Montag aber auch Verlierer. So fielen die Aktien des britschen Online-Versandhauses Asos Plc um 10 %, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass das Ergebnis für das Gesamtjahr am unteren Ende der Erwartungen liegen werde. Die Online-Fast-Fashion-Kette arbeitet derzeit an einem komplexen Sanierungsplan.
Die Aktien der finnischen Forst- und Papier-Unternehmen Stora Enso Oyj und UPM-Kymmene Oyj gaben ebenfalls nach, nachdem Trump 10 % Zölle auf Importe von Nadelholz und Schnittholz sowie 25 % Abgaben auf Küchenschränke, Waschtische und gepolsterte Holzprodukte verhängt hatte.
Zinshoffnungen vs. Konjunktursorgen
Die europäischen Aktienmärkte handeln seit vier Monaten in einer engen Handelsspanne, da die Anleger Anzeichen einer sich abkühlenden US-Wirtschaft gegen die Aussicht auf weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve abwogen. Der Blue-Chip-Index Euro Stoxx 50 nähert sich dabei seinem Rekordstand vom März, während der DAX knapp 4 Prozent unter seinem Allzeithoch handelt.
Dennoch macht sich angesichts der drohenden Shutdown der US-Regierung, durch die die Veröffentlichung des wichtigen Arbeitsmarktberichts am Freitag verzögert werden könnte, eine gewisse Vorsicht breit.
Roland Kaloyan, Leiter der europäischen Aktienstrategie bei der Société Générale SA, hält an seinem Jahresendziel von 530 Punkten für den STOXX 600 fest. Dies würde einem Rückgang von rund 4 % gegenüber dem aktuellen Niveau entsprechen.
„Ich glaube nicht, dass das für nächstes Jahr erwartete zweistellige Gewinnwachstum eintreten wird. Deshalb kaufe ich nicht 2026”, sagte er.
Ein Korb von Verteidigungsaktien der UBS Group AG blieb nahezu unverändert, nachdem sich US-Präsident Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu auf einen 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen geeinigt hatten. Für den Euro Stoxx 50 und den DAX sind die US-Börsen kurzfristig richtungsweisend, wo sich heute entscheidet, ob es zu einem Government Shutdown kommt. Sollte dieser wie so häufig in letzter Minute abgewendet werden, könnte dies die Aktienmärkte stützen.
FMW/Bloomberg
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Ist der Spruch „Sell in may but remember, be back in September“ dann wieder gut?
Seit die Amis Trump haben passt keine alte Weisheit mehr, es kommt und immer anders.
Frieden in Gaza gut für die Börse? Oder warten wir auf Frieden in der Ukraine und Trump kriegt der Nobelpreis für Chaos statt Frieden. Ist der Shutdown USA überhaupt börsenrelevant? DeepSeek jagt Tech USA in den Keller? Voll spannend. Gibt es so was wie vorhersager Ranking?