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Anzeichen für eine Blase? Europäische Technologie-Aktien: wo ist der KI-Boom?

Wer verdient wirklich mit KI?

Europäische Tech-Aktien wo ist bloß der KI-Boom
Foto: Bloomberg

Europäische Technologie-Aktien haben in den letzten sechs Monaten deutlich schlechter abgeschnitten als ihre US-Pendants, was auf ihre deutlich schwächere Gewinnentwicklung zurückzuführen ist. Darüber berichtet Bloomberg.

Technologie-Aktien in Europa: wo ist der KI-Boom?

Der MSCI-Referenzindex für europäische Technologieaktien ist seit Anfang Februar um 11 % gefallen, während ein vergleichbarer Index für US-Unternehmen um 16 % gestiegen ist.

Europäische Tech-Aktien wo ist der KI-Boom

Europäische Technologie-Aktien stagnieren, während US-Konkurrenten zulegen. Die durchschnittliche Schätzung der für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinne für den Stoxx 600 Technology Index ist in diesem Jahr um 6,5% gesunken, während die Technologiekomponenten des S&P 500 um 8,7% gestiegen sind. In absoluten Zahlen sind die Gewinnprognosen für europäische Technologieunternehmen auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren.

Ein Teil des Problems scheint darin zu liegen, dass die europäischen Technologieunternehmen noch nicht gezeigt haben, dass sie von der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz große Gewinne erzielen werden, sagte Storm Uru, Portfoliomanager bei Liontrust Asset Management.

„Was wir sehen müssen, ist der Nachweis, dass diese Unternehmen von der Erprobung von KI zum tatsächlichen Einsatz übergehen“, sagte Uru. „Es gibt eine Reihe von Unternehmen weltweit, die wir sehr genau beobachten, aber Europa scheint sowohl hinter den USA als auch hinter China zurückzuliegen.“

Wer verdient wirklich mit KI?

Allerdings stellt sich die Frage, wie es um „den tatsächlichen Einsatz“ von KI bei den großen US-Tech-Unternehmen bestellt ist. Sie investieren massiv in den Bau von Datencentern – aber jene Firmen, die wie OpenAI eine KI entwickelt haben, verlieren damit nach wie vor Geld (selbst bei den zahlenden Kunden). Der Grund dafür ist einfach: eine Anfrage an eine KI als Antwortmaschine ist deutlich kostenintensiver als eine Anfrage an eine Suchmaschine – und nach wie vor gibt es keine „Killer-Applikation“ als Cash-cow. Hinzu kommt: vor allem die Konkurrenz aus China bietet Open Source-Lösungen an, daher ist davon auszugehen, dass Unternehmen kostenlose KIs anbieten werden, um sich Marktanteile zu sichern. Das wiederum kannibalisiert die Gewinne jener Firmen, die kostenpflichtige KI-Anwendungen anbieten.

Und so ist es mit KI wie im Gold-Rausch: die Verkäufer von Gold-Schaufeln verdienen Geld (bei KI Chip-Designer wie Nvidia), während die Gold-Sucher in der Regel kaum oder keine Gewinne machen.

FMW/Bloomberg



Markus Fugmann
Über den RedakteurMarkus Fugmann
Historische Analyse und gesellschaftspolitische Expertise mit Blick auf die Finanzmärkte in Wort (Artikel) und Videos – immer mit dem Fokus auf die Frage: „Warum geht uns das etwas an!“
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