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Europas Unternehmen sagen „Tschüss“ zu Londons Banken

FMW-Redaktion

Während die Politiker noch überlegen, was der Brexit bedeutet und wie das Verhältnis zwischen der Eurozone und Großbritannien aussehen wird, schaffen Europas Unternehmen offenkundig schon Fakten: sie planen, ihre Geschäfte mit Londons Banken einzuschränken oder ganz aufzugeben. Das zeigt eine Umfrage der Firma Greenwich Associates.

Greenwich Associates befragte dazu 63 Unternehmen aus UK und europäischen Ländern, 28% der Befragten gaben an, ihre Geschäfte mit Londons Banken oder zu reduzieren, wenn Großbritannien die EU verläßt (wann auch immer das sein wird; die britische Regierung plant nach derzeitigem Kenntnisstand den Artikel 50 des Lissabonner Vertrages im April auszulösen).

Der Grund dafür liegt auf der Hand: die Unternehmen gehen davon aus, dass Londons Banken dann als Geschäftspartner weniger attraktiv werden, wenn sie den EU-Paß verlieren und dann weniger Dienstleistungen anbieten können. Interessant ist dabei vor allem, dass nur 37% der befragten Unternehmen aus Großbritannien glauben, dass Londons Banken den EU-Paß verlieren werden, während mehr als die Hälfte der nicht-britischen Unternehmen davon ausgehen, dass genau das passieren wird. Man hat also eine durchaus andere Wahrnehmung auf der Insel und glaubt mehrheitlich seitens der britischen Unternehmen, dass die EU nicht ernst macht und irgendwie alles so bleibt wie es ist. Dazu paßt, dass 45% der Unternehmen auf dem Kontinent meinen, dass der Brexit mittel- bis langfristig sehr negative wirtschaftliche Auswirkungen haben wird, aber nur 30% der britischen Unternehmen diese Auffassung teilen.

Greenwich Associates ist da offenkundig angesichts er Umfrage deutlich weniger optimistisch, insbesondere für Londons Banken:

„If proven correct, this result would have a significant impact on the fabric of the European financial marketplace upon which these corporates depend, triggering further action to be taken by them.“

Dafür, dass die Banken Londons ihren EU-Paß und damit den freien Marktzugang in der EU verlieren werden, sprechen die Aussagen des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion, Michal Fuchs: in einem Interview mit einem Finanzsender hatte Fuchs gesagt, dass die Regeln für die Vergabe von EU-Pässen nicht verhandelbar seien und die EU keine Ausnahme für britische Banken manchen werde. Sprich: wer nicht in der EU ist, kann auch keinen EU-Paß haben und hat auch keinen freien Zugang mehr zum EU-Markt. Kaum vorstellbar, das Michael Fuchs diese Haltung nicht mit Merkel abgestimmt hat.



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2 Kommentare

  1. Damit habe ich noch eine weitere spekulative Antwort auf die Frage der Redaktion von vor rund 2 ? Wochen, warum man wohl eine Aktie wie die Commerzbank kaufen sollte. Ein klein wenig wird sie auch von der Verlagerung profitieren.

    Eine nicht mehr spekulative Antwort könnte übrigens lauten, dass
    man locker 5% Kursgewinn hätte machen können.

  2. Michael Fuchs!Der Finanzaltmaier der Uckermarkerin.Wer ihn in einer Sendung zur Abschaffung des Bargelds(mit Beginn des 500er-Scheins)gesehen hat,weiss Bescheid über diesen Apparatschik.Hollande&Renzi werden ihm schon nahebringen,wo die Bankenszene demnächst Hauptquartier hat &dann Gnade uns Gott!Die Tommies werden,verdient fein raus sein,wenn Schuldeneuropa zusammenbricht!Wie wird er wohl ausgehen,der Krieg der Systeme?Scheitert der Oiro,dann scheitert €uropa oder Britannia rules the Waves!Ich tendiere zu Letzterem!

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