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Europa

Eurozone: Industrieproduktion 4. Monat in Folge rückläufig, aber dafür steigen die Immobilienpreise ja immer weiter an!

Claudio Kummerfeld

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am

An dieser Stelle kümmern wir uns nur um Angaben aus der Eurozone. Die Angaben der Gesamt-EU weichen zwar noch ab, aber mit dem bald anstehenden Abschied der Briten aus der EU werden sich die Daten der Gesamt-EU demnächst nicht vollständig, aber weitestgehend an die der Eurozone angleichen (also in dem meisten Bereichen verschlechtern). Heute hat die Statistik-Behörde der EU Eurostat die aktuellsten Daten für die Industrieproduktion veröffentlicht. Im Monat Februar war sie im Vergleich zu Februar 2018 um 0,3% rückläufig. In den drei vorigen Monaten waren es -0,7%, -4,2% und -2,9%. Das ist nicht gerade wenig! Geht es nur um die Industrie, und blendet man ganz einfach mal den Bauboom und die Dienstleistungen aus, dann ist die Wirtschaft in der Eurozone schon kräftig in der Rezession!

Im folgenden Chart fällt der aktuelle viermonatige Absturz in der roten Linie noch nicht so sehr auf, weil der Chart bis 2010 zurückreicht.

Hier einige Detailangaben von Eurostat im Wortlaut:

Im Euroraum sank die Produktion von Energie im Februar 2019 gegenüber Februar 2018 um 5,9% und von Vorleistungsgütern um 0,6%, während die Produktion von Gebrauchsgütern um 0,2%, von Investitionsgütern um 0,5% und von Verbrauchsgütern um 2,8% zunahm. Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, verzeichneten Lettland (-3,1%), Portugal (-2,9%) und Deutschland (-2,0%) die stärksten Rückgänge der Industrieproduktion. Die größten Zuwächse wurden in Polen (+6,8%), Bulgarien (+6,6%) und Ungarn (+5,9%) registriert.

Hauspreise

Aber gut. Was soll´s. Wenn die Industrieproduktion einbricht, erfreuen wir uns eben an den stetig steigenden Immobilienpreisen? Wir sind ja schließlich alle Hausbesitzer (Scherz). Heute hat Eurostat nämlich auch die aktuellste Statistik für die Entwicklung der Hauspreise in Europa veröffentlicht. In der Eurozone und der Gesamt-EU sind sie um 4,2% gestiegen im Vergleich vom 4. Quartal 2017 zum 4. Quartal 2018. Bitte lassen Sie sich nicht irritieren vom folgenden Chart, der bis 2007 zurückreicht. Hier sieht man nämlich keine ständige Steigerung. Der Chart zeigt nicht die Hauspreise selbst, sondern die prozentualen Steigerungsraten. Und die liegen seit geraumer Zeit konstant bei um die 4% Plus. In den vorigen Quartalen lagen die Jahres-Steigerungsraten bei +4,3%, +4,3% und +4,5%. Hier mehr Details von Eurostat:

Unter den EU-Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, wurden die höchsten jährlichen Anstiege der Hauspreise im vierten Quartal 2018 in Slowenien (+18,2%), Lettland (+11,8%) und Tschechien (+9,9%) verzeichnet, während die Preise in Italien (-0,6%) zurückgingen. Gegenüber dem Vorquartal wurden die höchsten Anstiege in Slowenien (+6,5%), Lettland (+4,3%) und Malta (+3,8%) registriert, während in Dänemark (-1,7%), Belgien (-0,5%), dem Vereinigten Königreich (-0,4%), Schweden (-0,2%), Italien (-0,2%) und Frankreich (-0,2%) Rückgänge verzeichnet wurden.

EU-Flaggen - Industrieproduktion
Foto: European Union, 2014 / Photographer: Georges Boulougouris / Source: EC – Audiovisual Service

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    12. April 2019 16:21 at 16:21

    Und wenn man Immobilien und Aktien hat kann man sich gleich 2fach freuen. Denn wir sind wieder in dem Modus. Je schlechter die Wirtschaftsnachrichten, um so mehr steigen die Aktienkurse. Sachanlagen eben! Bis das auch der Letzte merkt, der sein Geld nutzlos auf dem Konto rumliegen hat und vielleicht noch Negativzinsn auf Bargeld kommt, gibt es den noch nie gesehenen ultimativen Boost an den Märkten (Aktien, Immobilien Gold) nach oben. Bis uns dann der deflationäre Schock heimsucht. Spätestens dann, gilt es in Deckung zu gehen.

    So ist mein Szenario und es müsste schon viel Unerwartetes eintreffen, dass sich dies nicht bewahrheiten sollte.

    Wer hat eigentlich dafür das Drehbuch geschrieben?

  2. Avatar

    Michael

    12. April 2019 20:28 at 20:28

    Das ist, wie immer, Ansichtssache und eine Frage der Interpretation von Zahlen:
    Geht es nur um die Industrie, und blendet man ganz einfach mal den Bauboom und die Dienstleistungen aus, dann ist die Wirtschaft in der Eurozone schon kräftig in der Rezession!

    So betrachtet, mag das stimmen, aber welchen Sinn würde das machen? Das produzierende Gewerbe ohne Bauleistungen hat einen Anteil von etwa 25% bis max. 30% am BIP und der Bruttowertschöpfung. Der Dienstleitungssektor ist dabei mit mindestens zwei Dritteln der klar dominierende Sektor.

    Auch die isolierten Zahlen aus der Industrieproduktion könnte man anders deuten, dass nämlich nach zwei sehr schwachen Monaten im November und Dezember ein Konsolidierungstrend sichtbar ist. Die März-Zahlen sind nur noch marginal schlechter als im Vergleichszeitraum.

    Ich will hier wirklich nichts schönreden oder -rechnen, aber solange die deutlich dominierenden Sektoren Dienstleistung und Baugewerbe nicht ebenfalls einbrechen, haben wir meiner (zugegeben) unbedeutenden Meinung nach keine kräftige Rezession.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 14. April 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone dritten Monat in Deflation, BIP besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Soeben wurden als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken sie um 0,3 Prozent nach -0,3 Prozent und -0,2 Prozent in den beiden vorigen Monaten. Also sehen wir den dritten Monat in Folge Deflation! Das Minus der Energiepreise wird wieder größer mit -8,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel können von +1,8 Prozent auf +2,0 Prozent sogar zulegen, aber die Energie zieht den Schnitt weiter runter. Der Schnitt wird auch durch die deutsche Mehrwertsteuersenkung (wirksam seit Juli) negativ beeinflusst.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise in der Eurozone im Oktober

BIP für Eurozone weniger schlimm als gedacht

Zusammen mit den Verbraucherpreisen wurden vorhin auch frische Daten für das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung wächst im Quartalsvergleich um 12,7 Prozent (+9 Prozent erwartet). Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 4,3 Prozent (-7 Prozent erwartet). Also wie beim deutschen BIP – die Lage scheint etwas weniger schlimm zu sein als erwartet.

Grafik zeigt BIP in Eurozone

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Europa

Aktuell: BIP Deutschland besser – Lagarde hatte es „geleaked“

Markus Fugmann

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Das BIP in Deutschland (1.Veröffentlichung 3.Quartal) ist zum Vorquartal mit +8,2% besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war +7,3%).

Zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) sank das deutsche BIP um –4,2% (Prognose war -5,2%).

Damit wie in Frankreich die Erwartungen übertroffen – Christine Lagarde hatte das gestern auf der EZB-PK bereits „geleaked“..

Dazu schreibt Destatis:

„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 8,2 % gestiegen. Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im 2. Quartal 2020 infolge der einsetzenden Corona-Pandemie zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Corona-Krise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im 3. Quartal 2020 jedoch 4,2 % niedriger. „

Das BIP in Deutschland erholt sich zum Vorquartal

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Europa

Einzelhandelsumsätze in der Krise: Viele Gewinner, ein Verlierer

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Die Einzelhandelsumsätze haben in der Coronakrise nicht gelitten. Sie ziehen sogar deutlich an. Wenn man nachdenkt, kommt man schnell drauf. Die Menschen gehen deutlich seltener ins Restaurant, in Bars, auf Events etc. Folglich wird deutlich mehr zuhause gekocht. Folglich werden mehr Lebensmittel eingekauft als im Vorjahr. Diesen Effekt sieht man in den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im September lagen die gesamten Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat 6,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2020 kalender- und saisonbereinigt real 2,8 Prozent höher. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte real 6,8 Prozent und nominal 9,6 Prozent mehr um als im September 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 7,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 4,9 Prozent mehr um.

Einzelhandelsumsätze bei Nicht-Lebensmitteln

Auch die Einzelhandelsumsätze außerhalb der Lebensmittel profitiert. Aber mit einer Ausnahme. Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände laufen gut mit +11 Prozent, der gesamte Online-Versandhandel läuft blendend mit +21 Prozent. Aber der Bereich Bekleidung und Schuhe verliert 7,3 Prozent an Umsatz. Waren- und Kaufhäuser verlieren 9,9 Prozent an Umsatz. Die Kombination dieser beiden Zahlen zeigt ganz klar, dass Karstadt und Co die Verlierer der Krise sind. Wenn Klamotten, dann werden sie in dieser Krise eher online gekauft.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im September

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