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Europa

Eurozone: Schwache Exporte lassen Leistungsbilanz immer weiter schrumpfen

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Die sogenannte Leistungsbilanz beinhaltet nicht nur Außenhandelsüberschüsse und Defizite im Warenhandel, sondern auch aus Dienstleistungen, Kapitalerträge usw. Sie spiegelt also den effektiven Geldfluss wieder und gibt an, ob ein Land oder ein Wirtschaftsraum unterm Strich Mittelzuflüsse oder Mittelabflüsse erlebt.

Für die Eurozone hat die EZB heute den aktuellsten Wert für den Monat Dezember präsentiert. Mit einen Überschuss in der Leistungsbilanz von 16 Milliarden Euro liegt man spürbar schlechter als noch im November mit 23 und im Oktober mit 27 Milliarden Euro. Im Dezember 2017 waren es noch knapp 30 Milliarden Euro. Schlechter als jetzt war der Überschuss zuletzt vor zwei Jahren.

Die Grafik zeigt den gesamten Saldo als blaue Linie eindeutig im Abwärtstrend. Das Sekundäreinkommen (blau) ist durchweg negativ. Dabei geht es um Gelder, die von Ausländern in der Eurozone verdient und dann in ihre Heimat transferiert werden. Dieses Geld wird also den Volkswirtschaften in der Eurozone entzogen, und ist somit der einzige Negativwert bei der Errechnung der Leistungsbilanz.

Dann haben wir den Warenhandel (in gelb), der traditionell für Europa dank der Exporte immer im positiven Bereich liegt, vor allem dank der immensen deutschen Überschüsse. Man kann aber sehen, dass die gelben Balken Monat für Monat immer kleiner werden. Der rote Balken steht für die Überschüsse im Außenhandel mit Dienstleistungen – er bleibt konstant. Das Primäreinkommen (in grün, Kapitalerträge aus dem Ausland) ist ein klein wenig geschrumpft.

Für das Jahr 2018 insgesamt gesehen lag der Überschuss in der Leistungsbilanz für die Eurozone bei 343 Milliarden Euro gegenüber 362 Milliarden Euro in 2017. Da die Tendenz aber schwach bleibt, dürfte der Überschuss in 2019 deutlich geringer ausfallen als in 2018. Vielleicht ganz grob geschätzt um die 200 Milliarden Euro gegenüber 343 in 2018?

EZB Leistungsbilanz

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. tm

    19. Februar 2019 15:17 at 15:17

    Zu dem Sekundäreinkommen gehören neben den von Ihnen erwähnten Geldern, die von Ausländern in der Eurozone verdient und dann in ihre Heimat transferiert werden auch Beiträge an internationale Organisationen und Entwicklugnshilfe.

    Gibt es da wohl eine Aufschlüsselung? Die EU insgesamt wendet glaube ich rund EUR 75 Mrd. für Entwicklungshilfe auf.

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Europa

Eurozonen-Verbraucherpreise jetzt auf 1,7% gesprungen

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Die endgültigen Eurozonen-Verbraucherpreise für den Monat April wurden soeben veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 1,7% nach 1,4% im März. Die „Kernrate“ ohne Lebensmittel und Energie liegt bei 1,3%.

Die Energiepreise steigen mit +5,3% unverändert zum März. Die Dienstleistungen steigen aber stark an mit +1,9% nach +1,1% im März. Sie ziehen den Schnitt nach oben.

Hier Eurostat mit weiteren Details:

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Kroatien (0,8%), Dänemark und Portugal (je 0,9%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (4,4%) und Ungarn (3,9%) gemessen. Gegenüber März 2019 ging die jährliche Inflationsrate in sechs Mitgliedstaaten zurück, blieb in zwei unverändert und stieg in neunzehn an. Im April 2019 kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,86 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Energie (+0,51 Pp.), Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,29 Pp.) sowie Industriegütern ohne Energie (+0,06 Pp.).

Supermarkt - Eurozonen-Verbraucherpreise
Beispielfoto für Supermarkt-Einkauf. Foto: Tiia Monto CC BY-SA 4.0

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Europa

Außenhandelsbilanz von EU und Eurozone: Ohne Deutschland ein Mega-Desaster!

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Der Außenhandel mit Waren hat für die Eurozone im März einen Überschuss in Höhe von 22,5 Milliarden Euro gebracht (Februar noch +17,9). Man hat also für diese Summe mehr Waren exportiert als importiert. Nach ersten Schätzungen von Eurostat lagen die Warenausfuhren des Euroraums in die restliche Welt bei 205,6 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 3,1% gegenüber März 2018. Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 183,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 6,0% gegenüber März 2018.

Die Gesamt-EU (also inklusive Großbritannien und sonstigen Nicht EURO-Ländern) erreichte nur einen Überschuss von 2,9 Milliarden Euro. Saisonbereinigt liegt die EU sogar mit 1,5 Milliarden Euro im Minus. Einfach gesagt: Man knapst gerade an der Null-Linie herum, die Ausfuhren und Einfuhren halten sich die Waage. Aber das ist nur so, wenn man den Gesamtschnitt aller Mitglieder betrachtet. Bei den einzelnen Mitgliedsländern gibt es heftige Unterschiede!

Nur zum Mitschreiben: Deutschland trug zum Überschuss von Eurozone und Gesamt-EU im März 15,5 Milliarden Euro bei! Die Niederlande tragen ein Defizit von 12,4 Milliarden Euro bei (letzte Grafik). Die großen Flächenstaaten mit hoher Bevölkerungszahl tragen wie folgt zum Saldo bei: Frankreich +1,6 Milliarden Euro, Spanien -3,4, Italien +2,4 und Großbritannien -4,9. Tja, der deutsche Michel muss mal wieder Europas Überschüsse retten? (bösartig und reißerisch übertrieben formuliert)

Auch interessant: Von Januar-März ist der Warenhandelsüberschuss der EU mit den USA im Jahresvergleich leicht gesunken von 36,2 auf 33,9 Milliarden Euro. Das EU-Defizit gegenüber China ist angestiegen von 46,9 auf 49,4 Milliarden Euro.

Außenhandel mit Waren EU

Schaut man ganz genau hin, kann man in der folgenden Grafik (rot markiert) im oberen Teil den Abstand zwischen Exporten und Importen für die Eurozone gut erkennen, während er unten bei der Gesamt-EU kaum vorhanden ist.

Außenhandel Differenzen

Außenhandelsbilanz EU

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Europa

„Normale“ EU BIP-Daten: Sorgenkind Italien an der Klippe, Daten immer dramatischer

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Schaut man auf die heutigen Daten zum Wirtschaftswachstum in Eurozone und Gesamt-EU, dann kamen die Daten rein wie erwartet. Die Wirtschaft wächst, von Problemen in der Gesamt-Konjunktur (Industrie schon arg Richtung Rezession) ist noch keine Rede. So konnte das BIP der Gesamt-EU im 1. Quartal im Quartalsvergleich um 0,4% zulegen, und im Jahresvergleich um 1,2%. Das ist doch ordentlich.

Länder wie Spanien legen sogar im Jahresvergleich um 2,4% zu. Die Steigerungsraten der letzten vier Quartale in Spanien liegen alle über 2%! Volkswirtschaftliche Daten aus Spanien zeigen aber, dass man dort offenbar ähnliche Fehler wie vor der Finanzkrise macht. Kräftig schuldenfinanzierte Bauaktivität!

Griechenland liefert wie immer keine aktuellen Daten. Und Italien? Dort liegt das BIP-Wachstum nur noch bei 0,1% im Jahresvergleich. Im Vorquartal lag man glatt bei 0,0%. Man hängt dort also just in diesen Tagen direkt an der Klippe zu einer rückläufigen Wirtschaftsleistung. Und dass sie in den nächsten Quartalen wirklich rückläufig sein wird, ist sehr wahrscheinlich!

Mehrfach haben wir in den letzten Monaten schon über die katastrophalen Daten zu Industrie-Auftragseingängen in Italien berichtet. Im Februar gingen die Industrie-Auftragseingänge laut der offiziellen Statistik-Behörde im Jahresvergleich um 2,9% zurück. Und auch heute gibt es wieder gruselige Zahlen. Im März ist es im Jahresvergleich ein Minus von 3,6%. Die Wirtschaftsleistung in Italien dürfte also vermutlich ins Minus rutschen in den nächsten Quartalen. Es sei denn Dienstleistungen und Bauwirtschaft retten den Schnitt ins Positive wie in Deutschland? Für Italien ist das aber schwieriger zu glauben als für Deutschland.


Hier der BIP-Verlauf der EU.

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