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Europa

Eurozonen-Inflation für April bei 1,9% – Detaildaten immer noch zu schlecht für eine Zinswende?

Die Eurozonen-Inflation für April (auf Jahresbasis) wurde soeben mit ihren Detaildaten veröffentlicht. Wie Anfang des Monats vorab geschätzt liegt sie bei 1,9% nach 1,5% im März. Die sogenannte Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) liegt bei…

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FMW-Redaktion

Die Eurozonen-Inflation für April (auf Jahresbasis) wurde soeben mit ihren Detaildaten veröffentlicht. Wie Anfang des Monats vorab geschätzt liegt sie bei 1,9% nach 1,5% im März. Die sogenannte Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) liegt bei 1,2%. Aber wie immer hierzu unsere Meinung: Nur weil diese Preise stark schwanken, sollen sie nicht zu den wichtigen Preisen gehören? Gerade die beiden sind so ziemlich die wichtigsten Preise! Aber was soll´s, EZB und Eurostat müssen es ja besser wissen! Treiber der Gesamtpreise sind wie üblich Energie mit +7,6%, unverarbeitete Lebensmittel mit +2,2% und Dienstleistungen mit 1,8%. Aus geographischer Sicht fällt auf, dass die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen in der Gesamt-EU (Inflation +2,0%) die Treiber schlechthin sind mit Inflationsraten von allesamt über 3%. Deutschland liegt mit seinen 2,0% genau im Schnitt.

Was lernt man daraus? Besser gesagt, was ist die Frage? Worauf wartet die EZB noch? Ja, ja, die Kernrate, die steigt nicht so richtig. Und ja, vor Kurzem ist Herrn Draghi eingefallen, dass die Löhne in der Eurozone nicht kräftig genug steigen für die Einleitung einer Zinswende. Aber der Wind weht ihm trotzdem immer stärker ins Gesicht.


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Eurostat im Wortlaut:

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (0,6%), Irland (0,7%) und der Slowakei (0,8%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Estland (3,6%), Litauen (3,5%) und Lettland (3,3%) verzeichnet. Gegenüber März 2017 ging die jährliche Inflationsrate in sechs Mitgliedstaaten zurück, blieb in drei unverändert und stieg in neunzehn an. Der stärkste Aufwärtsimpuls für die jährliche Inflation im Euroraum kam von den Teilindizes Kraftstoffe für Verkehrsmittel (+0,39 Prozentpunkte, Pp.), Pauschalreisen (+0,12 Pp.) sowie Flüssige Brennstoffe (+0,11 Pp.), während Telekommunikation (-0,11 Pp.), Bekleidungsartikel (-0,08 Pp.) und Brot und Getreideerzeugnisse (-0,05 Pp.) am stärksten senkend wirkten.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    columbo

    17. Mai 2017 12:10 at 12:10

    Worauf die EZB noch wartet? Wie gesagt, auf Italien. Wachstum 0,2%, Schulden 2,3 Billionen.
    Zinsen rauf und alle müssen Italien retten oder Zinsen unten bei hochschießender Inflation. Möchte nicht Draghi sein.

  2. Avatar

    Dreistein

    17. Mai 2017 13:12 at 13:12

    Da kann der Wind blasen wie er will, Draghi hält jeden Sturm Stand da er den Rückhalt
    der EU-Staaten hat. Die können nicht die Zinsen anheben, gucken sie sich doch die Verschuldung der
    Staaten zum Bip an, Frankreich91,8%, Spanien93,9%, Belgien101,2%, Irland 116,1%, Portugal 128,9%
    Italien 132,5% und Griechenland 175,1%. Alles beim geschönten Bip, da das Dilemma mit Drogen und Prostitution hinterlegt wurde um schon mal ein wenig Luft zu bekommen. Kein normaler Mensch würde in dieser Schuldenorgie mehr sein Geld anlegen. Da dieses aber laufen muss kauft eben die EZB, natürlich nicht direkt, diesen Schrott mit Aufschlag der Banken (diese müssen ja auch leben) auf. Da wir ja auch noch die Target2 Salden haben rechnen sie da mal dieses Geld auf den jeweiligen Schulden-Bip drauf und vergleichen sie dann die Prozentzahlen nochmal. Wenn sie mir nun noch sagen aus welchem Grund die EZB die Zinsen anheben soll wäre ich ihnen dankbar. Damit wäre die Orgie beendet und ein Land nach dem anderen würde an diesen Schulden ersticken. Um das zu verhindern ist die EZB ja da, wie wir ja alle wissen.

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