Folgen Sie uns

Europa

Eurozonen-Inflation für Juni in der Nachbetrachtung

+0,1% beträgt die Inflationsrate in der Eurozone für Juni. Wir hatten vorhin schon die Korken knallen lassen (ja, Ironie!). In der oberen Grafik haben wir die jährliche Inflationsrate…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wir hatten vorhin schon über die Juni-Inflationsrate für die Eurozone berichtet. Hier nochmal ein Nachtrag mit Detailbetrachtungen der Statistiker von Eurostat. +0,1% beträgt die Inflationsrate in der Eurozone für Juni. Wir hatten vorhin schon die Korken knallen lassen (ja, Ironie!). In der oberen Grafik haben wir die jährliche Inflationsrate rot umrandet, wie sie monatlich gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat vermeldet wird. Darunter haben wir auch die gleichzeitige Entwicklung der Energiepreise rot umrandet. Man sieht: Sie sind der entscheidende Faktor. Fällt der Abfall der Energiepreise sagen wir mal 2% geringer aus, geht die gesamte Inflationsrate um 0,2 oder 0,3% rauf – umgekehrt genau so.

Mehrere Volkswirte sind sich anhand der aktuellen Daten einig, dass eine voraussichtlich weitere Erholung der Inflation (Richtung 0,8% oder höher noch in diesem Jahr) nur aufgrund der sogenannten „Basiseffekte“ stattfindet, zu denen u.a. die Energiepreise gehören. Fällt ihr Absturz auf Jahresbasis noch geringer aus, geht auch die Gesamtinflation rauf. Sondereffekte, die die Inflation hochtreiben könnten, wären z.B. die Negativzinsen und die Anleihekäufe der EZB. Aber alle, wirklich alle Beobachter sind sich einig, dass sie bisher nichts gebracht haben – nur die EZB selbst verkündet weiter ihr Evangelium: „Die Programme wirken“!??

Die Energiepreise sind im Juni nur noch um 6,5% auf Jahresbasis gesunken statt vorher um 8,1%. Daher konnte auch die Inflation diesen „Satz von -0,1 auf +0,1% machen. Allgemein rechnen Ökonomen damit, dass ein jetziger Ölpreis um die 50 Dollar, wenn er denn auf dem Niveau bleibt, einfach so die Inflation auf ca. 1% oder noch höher treibt bis zum Jahresende. Dass nur der Ölpreis diesen jetzigen Mini-Push gebracht hat, zeigt auch dies: Die jährliche Preissteigerung bei Alkohol, Nahrung und Tabak blieb von Mai auf Juni unverändert bei 0,9% – die Teuerung bei unverarbeiteten Nahrungsmitteln ging sogar leicht zurück. Industriegüter legen eine geringere Steigerung hin, Dienstleistungen eine leicht höhere Steigerung. Alles in allem verharren alle Preise außer Energie auf Vormonatsniveau.

Abschließend nochmal unserer Frage, die eher rhetorisch gemeint ist: Wozu all die Anleihekaufprogramme und Negativzinsen, wenn allein der Ölpreis die Inflation (voraussichtlich) wieder auf „Normalmaß“ bringt? Die zweite Grafik unten zeigt die Inflation als Chart seit der Euro-Einführung. Total eingeschlafen, oder?

Inflation 4
Grafik: Eurostat

Inflation 3
Grafik: EZB

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Verbraucherpreise Deutschland im September: Deflation!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Verbraucherpreise schwanken

Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat September veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu September 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent , nach 0,0 Prozent im August und -0,1 Prozent im Juli. Die Erwartung lag für heute bei -0,1 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch so erwähnen. Auch die kurzfristige Veränderung von August zu September liegt bei -0,2 Prozent.

Die Grafik zeigt die Details der aktuellen Vorabschätzung (endgültige Zahlen gibt es am 13. Oktober). Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel liegen im September nur noch mit 0,6 Prozent im Plus (im Juni noch +4,4 Prozent). Der Schnitt wird aber in den Keller gezogen durch die Energiepreise, die dank Ölpreis-Crash aus dem Frühjahr immer noch 7,1 Prozent niedriger sind als im Vorjahr.

Aktuelle Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

weiterlesen

Europa

Kurzarbeit: ifo-Institut präsentiert aktuellste Zahlen – deutlicher Rückgang

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Gastronomie ist auch stark von Kurzarbeit betroffen

Die Kurzarbeit geht in Deutschland deutlich zurück, auch wenn sie nach diesem Rückgang immer noch auf einem dramatisch hohen Niveau liegt. Laut ganz frischer Veröffentlichung des ifo-Instituts waren im September 3,7 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen, nach 4,7 Millionen im August. Dies hat ifo exklusiv berechnet. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 11 Prozent geschrumpft, von 14 Prozent im August. Der Rückgang schreite stetig voran. Besonders hoch bleibe aber der Anteil an den Beschäftigten in der Industrie, so die aktuelle Aussage von ifo. Hier Details im Wortlaut:

Im Verarbeitenden Gewerbe waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit, das sind 21 Prozent der Beschäftigten. Bei den Dienstleistern waren es 1,23 Millionen oder 12 Prozent, im Handel 406.000 Menschen oder 9 Prozent. Im Bauhauptgewerbe waren es nur 5000 Menschen oder 1 Prozent. In den übrigen Sektoren schätzt das ifo Institut die Zahl der Kurzarbeiter auf 622.000 oder 5 Prozent der Beschäftigten.

weiterlesen

Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen