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Fokus auf EZB-Entscheidung EURUSD setzt die Rallye fort – Sprung über 1,10 US-Dollar

EURUSD setzt die Rallye fort - Sprung über 1,10 US-Dollar

Im Anschluss an die Fed-Entscheidung legte der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter zu und stieg über die Marke von 1,10 USD. Damit notiert der EURUSD-Kurs so hoch wie seit April 2022 nicht mehr. Nach dem gestrigen Fed-Zinsentscheid und vor allem der überraschend gemäßigten Pressekonferenz von Powell wertet der US-Dollar ab. Viele Marktteilnehmer hatten befürchtet, dass der Fed-Chef angesichts der zuletzt gelockerten Finanzkonditionen, ähnlich wie damals in Jackson-Hole, sehr hawkish auftritt, dem war aber nicht so.

Powell betonte zwar, dass die Zeit der Zinserhöhungen noch nicht vorbei ist und die Zinsen länger oben bleiben, es fehlten aber klare Aussagen, wie zum Beispiel, dass es in diesem Jahr keine Zinssenkungen geben wird. Powell stellte fest, dass der Disinflationsprozess begonnen habe, die Märkte zogen schnell ihre Schlüsse daraus, dass es weniger Zinserhöhungen in der Zukunft geben wird. Unter dem Strich schlug der Fed-Chef eher sanftere Töne an, weshalb unter anderem der EURUSD, Goldpreis und die Aktienmärkte im Anschluss an die Pressekonferenz zulegten.

Euro: Frische Impulse durch die EZB

Unterstützung erhielt das Währungspaar EURUSD zuletzt auch von der restriktiven Haltung der Europäischen Zentralbank. Diese wird ebenfalls wie die Bank of England (13:00 Uhr) am Nachmittag (14:15) ihre Zinsentscheidung verkünden. Zwar fiel der Preisdruck in der Eurozone im Januar gegenüber dem Vorjahr mit 8,5 % geringer aus als noch im Dezember (9,2 %). Doch im Vergleich zu den USA, 6,5 % im Dezember, befindet sich die Inflationsrate immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Dementsprechend dürfte die EZB wie auch die Bank of England den Leitzins heute um 50 Basispunkte erhöhen. Sollte EZB-Präsidentin Lagarde in der anschließenden Pressekonferenz falkenhafte Töne anschlagen, könnte das dem EURUSD zusätzlich Auftrieb verleihen.

Im Euroraum wächst zudem die Hoffnung, dass die Wirtschaft vor einer weichen Landung steht, es also nur zu einer milden Rezession kommt. Die hohen Energiesubventionen vieler Euroländer haben den Wirtschaftsabschwung auf Kosten einer höheren Verschuldung ausgebremst. Darüber hinaus hat ein milderer Winter die Gefahr der Energieknappheit deutlich verringert. Bessere Wachstumsaussichten und der Zinskurs der EZB helfen dem Euro, der zudem von der anhaltenden Dollar-Schwäche profitiert.

EURUSD: Neue Zielmarken auf der Oberseite

EURUSD konsolidierte rund zehn Tage lang auf hohem Niveau zwischen 1,0800 und 1,0925 Dollar, ehe ihm im gestrigen Handel der Ausbruch nach oben gelang. Die Bullen haben schließlich die Konsolidierung genutzt, um den Aufwärtstrend fortzusetzen. Aktuell notiert der EURUSD-Kurs nahe der Marke von 1,1000 Dollar. Der Anstieg über die Zone zwischen 1,0925 und 1,0945 eröffnet im übergeordneten Bild weiteres Aufwärtspotenzial bis 1,1125 und 1,1184 Dollar.

Das Anstiegstempo könnte sich jedoch verlangsamen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert mit 71,40 bereits im überkauften Bereich. Bevor das Devisenpaar die nächsten Ziele in Angriff nimmt, könnte es zuerst zu einer Konsolidierung kommen. Unterstützungen liegen bei 1,0925, 1,0854 und 1,0780 Dollar. Erst ein Rutsch unter 1,0780 USD könnte eine größere Korrektur einleiten.

Euro vs. Dollar: Devisenpaar steigt nach der Fed und vor EZB über 1,10 USD

EUR/USD-Chart von TradingView

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