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Ex-US-Finanzminister: Hört einfach auf den 100 Dollar-Schein zu drucken…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Lawrence Summers, unter Bill Clinton für zwei Jahre US-Finanzminister, trommelt jetzt für die Abschaffung der 100 Dollar-Banknote. Gerade jetzt, wo in Europa die EZB klar gemacht hat, dass sie Kürze den 500 Euro-Schein abschaffen wird, kommen einflussreiche Personen in den USA hervorgekrochen und fordern ebenfalls eine Abschaffung der größten US-Note? Ein Zufall? Verschwörungstheorie, Verschwörungstheorie. Auch mehr dazu wie wichtig der 100 Dollar-Schein tatsächlich ist…

Lawrence Summers 100 Dollar-Schein
Lawrence Summers. Foto: World Economic Forum / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Summers ist nicht nur Ex-Finanzminister, sondern auch ein viel beachteter Kolumnist und angesehener Ökonom, ehemals Harvard-Präsident und Chefökonom des IWF. Sein in der Praxis einfach umzusetzender Vorschlag: Druckt einfach keine neuen 100 Dollar-Scheine mehr! Die Überschrift seiner Kolumne für die Washington Post (gehört Amazon-Chef Besos) lautet It’s time to kill the $100 bill.

Auch in den USA ist die Debatte über den 100 Dollar-Schein voll im Gange, aber jetzt prescht Summers vor mit diesem in der Praxis wirklich einfach umzusetzenden Vorschlag. Damit wäre der 100er ein Auslaufmodell, die Abschaffung würde schleichend vorgenommen. Wie Befürworter einer Abschaffung in Europa argumentiert auch Summers mit dem Argument Geldwäsche und Verbrechen (mit dem 20er nicht möglich?). Zitat:

„I remember that when the euro was being designed in the late 1990s, I argued with my European G7 colleagues that skirmishing over seigniorage by issuing a 500 euro note was highly irresponsible and mostly would be a boon to corruption and crime. Since the crime and corruption in significant part would happen outside European borders, I suggested that, to paraphrase John Connally, it was their currency, but would be everyone’s problem. And I made clear that in the context of an international agreement, the U.S. would consider policy regarding the $100 bill. But because the Germans were committed to having a high denomination note, the issue was never seriously debated in international forums.“

Summers wünscht sich ein koordiniertes weltweites Vorgehen gegen große Banknoten. Die großen Scheine sollen einfach nicht mehr gedruckt werden, was er als Moratorium bezeichnet. Die Welt wäre dann ein besserer Ort, so Summers. Zitat:

„What should happen next? I’d guess the idea of removing existing notes is a step too far. But a moratorium on printing new high denomination notes would make the world a better place. In terms of unilateral steps, the most important actor by far is the European Union. The €500 is almost six times as valuable as the $100. Some actors in Europe, notably the European Commission, have shown sympathy for the idea and European Central Bank chief Mario Draghi has shown interest as well. If Europe moved, pressure could likely be brought on others, notably Switzerland.“

Dazu meinen wir: Es ist einfach „dem Volk“ gegenüber die Abschaffung nur der größten Banknote zu verkaufen, denn wer von „den kleinen Leuten“ benutzt schon den 500er Euro-Schein oder 100er in Dollar zum Bezahlen? Nur was für Angeber, so groß bezahlt man eh mit EC- oder Kreditkarte, stimmts? Was viele nicht wissen: In beiden Währungsräumen befinden sich die größten Teile des Bargeldvolumens eben in diesen großen Scheinen in Umlauf, halt weil sie so große Summen pro Schein darstellen. Die 100 Dollar-Note macht den überwiegenden Teil des Gesamtvolumens (1,4 Billionen Dollar) des Bargelds für den Dollar-Raum aus, wie diese Grafik der Fed zeigt. Hört man auf den 100er zu drucken und er wird somit schleichend „aus dem Markt“ genommen, geht der überwiegende Teil der Bargeldbestände verloren und die Fed in Washington (ähnlich wie dann auch die EZB beim 500er) würde die Geldmenge fast vollständig elektronisch steuern können.

Fed Bargeld in Umlauf
Grafik: US Federal Reserve

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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