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Gold/Silber

Experte erklärt warum der Goldpreis nach der US-Wahl steigen könnte

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis ist aktuell unter Druck. Seit gestern Abend hat er 17 Dollar auf aktuell 1.890 Dollar verloren. Noch nicht nicht klar, wer die US-Wahl gewinnt. Verliert Donald Trump, wird er richtig viel Ärger machen, vor allem wegen der Briefwahlstimmen. Aktuell will er sogar die weitere Auszählung der Stimmen vom obersten US-Gericht stoppen lassen (finden Sie hier dazu den Kommentar von Markus Fugmann von heute früh). Wie ist die aktuelle Lage im Goldpreis zu bewerten, und vor allem wie ist die Aussicht für das Edelmetall für die nächsten Wochen? Der Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank hat dazu einen ganz frischen Text verfasst. Die Aussicht auf eine wochenlange juristische Hängepartie um den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl und die sinkende Wahrscheinlichkeit für ein rasches Stimulierungspaket führe nach seiner Meinung heute zu einer steigenden Risikoaversion an den Märkten. Der US-Dollar profitiere davon, während die Edelmetallpreise unter Druck stehen.

Goldpreis und andere Edelmetalle schwächeln

Der Goldpreis falle daraufhin wieder deutlich unter die Marke von 1.900 Dollar, die es erst gestern überwinden konnte. Carsten Fritsch erwähnt auch andere Edelmetalle, die aktuell leiden. Silber fällt um 3 Prozent auf 23,5 Dollar je Feinunze. Auch Platin und Palladium geben deutlich nach. Wie auch schon 2016 hätten die Umfragen im Vorfeld der US-Wahlen offensichtlich daneben gelegen. Entgegen der Prognosen führe Präsident Trump aktuell in vielen „Swing States“, was ihm eine Wiederwahl ermöglichen würde. Allerdings könnte sich dies durch die Auszählung der Briefwahlstimmen noch ändern, da diese mehrheitlich zu Biden tendieren dürften.

Ausblick

Und was wird nach der Wahl passieren, und wie wirkt sich das auf den Goldpreis aus? Dazu hier weitere interessante Aussagen von Carsten Frisch im Original-Wortlaut:

Trump hat bereits angekündigt, die Auszählung gerichtlich stoppen und eine Niederlage durch Briefwahlstimmen nicht akzeptieren zu wollen. Möglicherweise muss wie bei der Wahl vor 20 Jahren der Supreme Court entscheiden. Aus der „blauen Welle“ scheint nichts zu werden, da die Republikaner ihre Mehrheit im Senat zu verteidigen scheinen. Die Märkte hatten im Falle eines Biden-Sieges und einer vollständigen Kontrolle des US-Kongresses durch die Demokraten mit einem massiven Stimulierungspaket gerechnet. Dieses dürfte nun kleiner ausfallen und wegen der Verhärtung der Fronten nach der Wahl auch erheblich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Damit gibt es einen Impuls weniger für Gold. Allerdings könnte sich die Fed gezwungen sehen, in Abwesenheit weiterer Unterstützung durch die Fiskalpolitik ihre Geldpolitik nochmals zu lockern. Die Frage ist zudem, wie lange der US-Dollar von der aktuellen Situation profitieren kann, da sie zu einer schweren politischen Krise oder gar zu einer Verfassungskrise eskalieren könnte. Wir erwarten daher in den kommenden Wochen einen steigenden Goldpreis. Eine länger anhaltende Preisschwäche wie vor vier Jahren ist dagegen unwahrscheinlich.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis in den letzten zwölf Monaten
Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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Gold/Silber

Goldpreis steigt! Schwacher US-Dollar vs ETF-Abflüsse

Claudio Kummerfeld

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Der Goldpreis steigt weiter an. Langsam kann man im Verlauf dieser Woche tatsächlich von einer Stärke bei Gold sprechen. Nach fast 200 Dollar Absturz in den letzten Wochen erleben wir nun vom Tiefpunkt am Montag bei bei 1.764 Dollar einen durchgehenden Anstieg auf aktuell 1.837 Dollar. Wie ist die aktuelle Lage?

Immer weiter fallender US-Dollar stärkt diese Woche den Goldpreis

Nun, seit Anfang der Woche laufen die Aktienmärkte seitwärts, oder man könnte auch sagen sie sind unentschlossen. Aber wirklich aktiv helfen tut dem Goldpreis derzeit der immer weiter fallende US-Dollar. Die letzten Monate waren Gold und Dollar die perfekte Negativ-Korrelation. Dann einige Tage überhaupt nicht mehr. Aber jetzt ist sie wieder da. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen die wichtigsten Hauptwährungen) fällt immer weiter, so auch heute! Im Chart sehen wir seit letztem Freitag in blau den Verlauf im Dollar-Index gegen den steigenden Goldpreis in rot-grün. Eine eindeutige negative Korrelation.

Chart zeigt seit Freitag steigenden Goldpreis gegen fallenden US-Dollar

Es wird dieser Tage immer wahrscheinlicher, dass unter Joe Biden und vielleicht auch schon in den Wochen vorher seiner Amtseinführung am 20. Januar 2021 neue Stimuluspakete in den USA verabschiedet werden. Mehr Staatsverschuldung, mehr Gelddrucken – das schwächt den US-Dollar, und stärkt derzeit den Goldpreis.

ETF

Wir hatten diese Woche schon zwei Mal in Berichten auf die Richtung der Geldflüsse bei Gold-ETF (Begriffserklärung hier) hingewiesen. Seit einiger Zeit fließen Anlegergelder in großem Umfang aus ETF ab, die auf Gold basieren. Auch gestern gingen die Mittelabflüsse weiter, laut Commerzbank im Umfang von fast 9 Tonnen. Man sollte den diese Woche stattfindenden Anstieg im Goldpreis inzwischen nicht mehr als eine rein technische Reaktion auf einen überverkauften Markt betrachten, sondern als echte Aufwärtsbewegung. Aber die Geldflüsse der Anleger laufen zumindest Stand gestern noch raus aus den Gold-ETF, während der Goldpreis weiter steigt. So ganz klar bullisch wirkt das noch nicht.

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Gold/Silber

Silberpreis: Ist das eine „Bärenfalle“ oder eine „Verkaufswelle“?

Jörg Bernhard

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Aus charttechnischer Sicht steigt beim Silberpreis die Spannung. Bergauf ging es in den vergangenen Handelstagen aber auch mit dessen Volatilität, die in der Finanzwelt vor allem als Risiko-Barometer dient.

Silberpreis: Marke von 22 Dollar im Auge behalten

Noch zum Wochenstart herrschte an den Silbermärkten eine besonders starke Verunsicherung. Die Impfstoff-Euphorie hat unter den Investoren zu einem verstärkten Appetit auf Aktien geführt und somit bei den altbewährten „sicheren Häfen“ Gold und Silber – insbesondere im ETF-Sektor – erhebliche Abflüsse generiert. Zugleich trübte sich die charttechnische Lage beim Silberpreis mit dem Verletzen der im Bereich von 23 Dollar angesiedelten Unterstützung markant ein. Diese erwies sich im Juli, September und Oktober als solider Boden. Weil der Kursrutsch darunter lediglich von temporärer Natur war, kann man das Verkaufssignal mittlerweile als „Bärenfalle“ betrachten. Um keinen chartindizierten Verkaufsdruck auszulösen, sollte sich das Edelmetall in den kommenden Wochen möglichst über 22 Dollar halten.

Trotz der jüngsten Kursschwäche kann man den Silberpreis als relativ widerstandsfähig bezeichnen. Nach Rückschlägen tauchen regelmäßig „Schnäppchenjäger“ auf und verhindern Schlimmeres. Wie bei Gold und beim Bitcoin verspüren in diesem Jahr vor allem institutionelle Investoren einen starken Appetit. Dies bringt der weltgrößte Silber-ETF SPDR iShares Silver Trust besonders gut zum Ausdruck. Seit dem Jahresultimo kletterte nämlich die Anzahl institutioneller Anteilseigner in den ersten neun Monaten von 481 auf 630 und legte damit um über 30 Prozent zu. Besonders interessant: Die Zahl der von dieser Investorengruppe gehaltenen Anteilsscheine hat sich im selben Zeitraum von 76,6 Millionen auf über 156 Millionen Anteile glattweg verdoppelt.

Der Blick auf die größten Anteilseigner spricht ebenfalls für sich, schließlich befanden sich unter den Top-Ten (Stand: Ende September) so klangvolle Namen wie zum Beispiel Morgan Stanley, Bank of America, UBS, Wells Fargo und Royal Bank of Canada. Deren Investitionssummen reichten von 118 Millionen bis 244 Millionen Dollar.

Fazit: In der Finanzszene werden institutionelle Investoren häufig als „smart money“ also „schlaues Geld“ bezeichnet. Schlaue Privatanleger sollten deren Geldflüsse genau beobachten. Ihre verstärkten Käufe von Bitcoins, Gold und Silber sowie diverse andere Faktoren sprechen daher für die Anlageklassen Edelmetalle und Kryptowährungen – zumindest als Depotbeimischung.

Mehr zur aktuellen Lage beim Silberpreis sehen Sie in einem Video von David Jones, chief market startegist bei capital.com, hier..

 

Der Silberpreis ist derzeit volatil - Bärenfalle oder doch Verkaufswelle?

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Goldpreis steigt spürbar – warum man weiter vorsichtig sein sollte

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis steigt nun den zweiten Tag in Folge spürbar an. Das ist ein gutes Zeichen für die Bullen. Aber es ist keine autarke Bewegung. Auch andere Preise von Edelmetallen steigen gleichzeitig. Es kann sein, dass (nun endlich?) der immer weiter fallende US-Dollar positiv auf die vorwiegend in US-Dollar gehandelten Edelmetalle durchgeschlagen ist in Form steigender Kurse. Also, kann der Gold-Bulle nun wieder einsteigen und auf absehbarer Zeit auf Kurse über 1.900 Dollar hoffen?

Goldpreis steigt, mehrere positive Signale

In den letzten Wochen war der Goldpreis übel abgestürzt um fast 200 Dollar, aufgrund zahlreicher positiver Corona-Impfstoff-Meldungen. Die bringen Hoffnung für eine besser laufende Konjunktur und somit gut laufende Aktienmärkte, was schlecht für den sicheren Hafen Gold ist. Gestern ging Markus Fugmann der Frage nach, ob der Abverkauf der letzten Wochen bei Gold als Vorbote für einen Crash an den Aktienmärkten anzusehen ist – mehr dazu hier. Aber zurück zur Aktualität. Der Goldpreis steigt seit seinem Tief am Montag bei 1.764 Dollar auf aktuell 1.824 Dollar. Damit hat er die Marke von 1.820 Dollar überschritten, und damit mehrere Verlaufshochs aus letzter Woche, aber auch die wichtige 200 Tage-Linie. Das sind gute Signale für die Gold-Bullen. Im Chart sieht man den Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

Blick auf die Geldflüsse bei Gold-ETF

Gestern sprachen wir bereits über die Wichtigkeit der Geldflüsse in und aus den Gold-ETF (Begriffserklärung hier). Immer mehr Profi- und Privatanleger stecken zunehmend mehr Geld in ETFs, sei es auf Indizes, Gold oder sonstige Anlageklassen. Die ganze letzte Woche liefen die Geldflüsse raus aus den ETFs. Wie die Experten der Commerzbank heute erwähnen, gab es auch gestern einen Abfluss aus Gold-ETF im Umfang von 9 Tonnen. Bevor es zu einer Trendwende im Goldpreis kommen könne, müsse es auch bei dem ETF-Geldfluss einen Trendwende geben. Und ja, so möchten wir anmerken. Neben dem US-Dollar werden auch diese ETF-Zuflüsse und Abflüsse für den Goldpreis immer wichtiger.

Nicht nur dass man als Bulle weiter auf einen Dreh bei den ETF-Geldflüssen warten sollte (dies ist keine Handelsempfehlung). Auch kann man den Anstieg der letzten 48 Stunden im Goldpreis immer noch als technische Reaktion in einem überverkauften Markt ansehen. Gestern erlebte der US-Dollar einen sehr klaren Absturz, der Dollar-Index (Währungskorb) fiel von 91,79 auf 91,11 Punkte heute Nacht. Bis jetzt ist er wieder auf 91,33 Punkte gestiegen. Dies half Gold wie gesagt beim Ansteigen. Ob der jüngste Anstieg im Goldpreis schon die große Kehrtwende darstellt, darauf sollte man noch nicht blind vertrauen!

Unsicherheiten in den USA

Donald Trump blockiert aktuell neue Stimulus-Pakete in den USA, was zu einer politischen Lähmung bis zur Amtsübergabe am 20. Januar führen könnte (mehr dazu hier). Dennoch gab es gestern einen Vorschlag aus beiden Parteien für ein neues Rettungspaket für die US-Konjunktur. Auch von der Fed hörte man Aussagen über die Dringlichkeit eines weiteren Konjunkturpakets. Die designierte US-Finanzministerin und ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen warnte vor einem sich selbst verstärkenden Abschwung in den USA. Zahlreiche politische Unsicherheiten lasten derzeit auf dem US-Dollar. Dies könnte die nächsten Tage positiv für den Goldpreis wirken. Also, die Hoffnung für die Gold-Bullen ist vorhanden, aber man muss jetzt noch schauen, ob sich die seit 48 Stunden laufende kleine Hausse verfestigt.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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