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Explosion bei Gaspreis und Strompreis – so stark könnte der Staat uns alle entlasten

Strommasten

Wir alle erleben es. Der Gaspreis explodiert, der Strompreis explodiert, und der Ölpreis wird auch nicht gerade günstiger. Dem Endverbraucher dürften die Gründe relativ egal sein, weil er daran eh nichts ändern kann. Man sieht das Resultat und ist hilflos. Wie viele Menschen geraten in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten, wenn vor allem in einem Jahr die Betriebskostennachzahlungen für Wohnungsmieter anstehen? Kann der Staat eingreifen und die Bürger bei Gas und Strom entlasten? Nicht, dass Strompreis und Gaspreis staatlich festgesetzt werden sollen – aber können staatliche Abgaben gestrichen werden, damit die Bürger eine spürbare Entlastung sehen? Ja, in der Tat!

Gaspreis und Strompreis könnten spürbar sinken

In den Energiepreisen steckt ein hoher staatlicher Kostenblock. Die Bundesregierung könnte sofort etwas tun, wenn sie denn nur wollte. Aber freut man sich in der Berliner Politik regelrecht über so hohe Brennstoffpreise, weil man damit den Verbrauchern noch schneller die erneuerbaren Energien schmackhaft machen kann? Aber nein. So etwas wollen wir Herr Habeck und anderen neuen Amtsträgern natürlich nicht unterstellen. Gestern forderte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (siehe hier im Tagesspiegel) von Bundeskanzler Olaf Scholz wegen dem starken Anstieg im Strompreis und Gaspreis ein sofortiges Maßnahmenpaket. Die Energiekosten dürften seiner Aussage nach nicht zur neuen sozialen Frage werden, deshalb brauche man jetzt schnelle und spürbare Entlastungen.

Da wäre zum Beispiel die EEG-Umlage für Strom. Sie sinkt dieses Jahr eh schon auf 3,723 Cent pro Kilowattstunde – letztes Jahr waren es noch 6,5 Cent. Die neue Koalition aus SPD, Grünen und FDP will sie in 2023 ganz abschaffen. Aber warum bis dahin warten? Per sofort abschaffen, das würde doch auch sofort mehr Entlastung für die Verbraucher bedeuten. Genau dies schlägt Hendrik Wüst heute vor – dies könne Haushalte um mehrere hundert Euro im Jahr entlasten. Außerdem fordert er, dass die Mehrwertsteuer für Wärme auf 7 Prozent abgesenkt werden soll. Und nein, wir schreiben hier keinen Propaganda-Artikel pro CDU und gegen die Grünen.

Es geht hier und jetzt um die ganz reale Möglichkeit für die Bundesregierung die Menschen sofort bei den Energiekosten kräftig zu entlasten. Aber die bösen Brennstoffe wie Gas, Kohle und Öl will man ja bekämpfen, und da kommt eine Preisexplosion nur all zu gelegen? Nochmal, unterstellen wollen wir hier niemandem etwas. Aber es hat schon ein Geschmäckle, dass man sich so passiv verhält. In anderen Ländern wird aktiv gehandelt um Strompreis und Gaspreis für die Bürger zu senken. Polen zum Beispiel beschloss im Dezember, dass als Teil des „Anti-Inflations-Schutzschildes“ der Regierung Steuern und Abgaben auf Gas, Strom und Benzin gesenkt werden.

So umfangreich könnte der deutsche Staat die Verbraucher entlasten

Die folgenden Daten und Grafiken stammen vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom 15.11.2021. Im Gaspreis steckten laut Analyse des BDEW im letzten Jahr 32 Prozent staatliche Abgaben und Steuern, dazu zählen die Erdgassteuer, Mehrwertsteuer und der CO2-Preis. Dass der Staat entlasten kann, wenn er denn nur will, und das ganz schnell und unbürokratisch, sah man in der Coronakrise – wo man im zweiten Halbjahr 2020 die Mehrwertsteuer auf alle Waren für 6 Monate reduzierte. Wäre eine komplette Steuerstreichung für beispielsweise 6 Monate bei Gas nicht auch denkbar, um den Gaspreis für die Endkunden spürbar zu drücken? Und wenn nicht komplett, dann wegnistens teilweise? Denn die Dimensionen der Kostenexplosion für die Verbraucher wird erst in den nächsten Monaten so richtig sichtbar werden – das wird für viele Kunden noch ein bitteres Erwachen geben. Die gewerblichen Energiekunden können jetzt schon ein Lied davon singen!

Bei der folgenden Grafik für die Zusammensetzung beim Strompreis wird die EEG-Umlage noch mit 6,5 Cent angegeben (in 2022 bei 3,723 Cent). Aber wichtig ist hier das große Bild. 2021 bestanden laut Analyse des BDEW 51 Prozent des Strompreises für die Haushalte aus Steuern, Abgaben und Umlagen. Im Jahr 2000 lag der staatliche Anteil noch bei 37 Prozent. In der folgenden Grafik sieht man die Gesamtdimension der staatlichen Abgaben im Strompreis. Ein waagerechter Balken zeigt ein Jahr. Mehrwertsteuer und EEG-Umlage machen bedeutende Teile der Kosten aus, aber auch die Stromsteuer.

In der folgenden Grafik geht es ausschließlich um im Strompreis enthaltene Steuern und Abgaben, die in 2022 etwas sinken wegen der geschrumpften EEG-Umlage. Bei gut 50 Prozent staatlichem Anteil an den Stromkosten und 32 Prozent beim Gaspreis, da hätte die Bundesregierung jede Menge Spielraum für eine Entlastung der Bürger, zumindest für einen begrenzten Zeitraum. Denn die Anstieg derzeit sind nun mal außergewöhnlich, durch zahlreiche Sonderfaktoren beeinflusst, und für viele Menschen nicht mehr tragbar.

Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle eine interessante Analyse mit wichtigen Kennzahlen, die zeigen, warum aus Übersee per Tankschiff angeliefertes Flüssiggas das Pipeline-Gas aus Russland noch für lange Zeit wird nicht ersetzen können.



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10 Kommentare

  1. Ich kann mich daran erinnern, dass die Grünen vor vielen Jahren schon gefordert haben, das Benzin 5,00 DM pro Liter kosten solle, und die ganze Energiewende nur so teuer würde wie eine Kugel Speiseeis.
    Dummes Zeug reden war immer schon eine Eigenheit der Grünen.
    Jetzt sind sie wieder an der Regierung.
    Ich hoffe nur, sie fangen nicht wieder einen völkerrechtswidrigen Krieg an.
    Denn dieses Mal fallen dann auch Bomben auf Deutschland.
    Das reden von dummem Zeug haben sie aber jedenfalls noch nicht verlernt.
    Und jetzt sitzen die Hauptdummschwätzerin auch noch im Außenministerium.
    Hätte man sie nicht nach Brüssel entsorgen können?

    1. @Hemut52
      Dummes Zeug reden war immer schon eine Eigenheit der Grünen.
      Darin sind Sie aber auch nicht schlecht!
      Hätte man sie nicht nach Brüssel entsorgen können?
      Oder nach Andalusien!

      1. Hallo Felix,
        hier kann man mit schwätzen kein Geld verdienen und die Gerichte funktionieren auch noch.
        Alle Lockdown-Maßnahmen wurden für illegal erklärt, Bußgelder werden zurückgezahlt, und der Gesundheitsminister steht vor Gericht.
        Für Deutschland unvorstellbar, ein funktionieendes Verfassungsgericht.
        So wie man mit den Menschen hier umgeht, die eine andere Meinung haben, auch mit mir als Ungeimpften, ist für Deutschland ebenfalls unvorstellbar.
        Und deswegen lebe ich seit 21 Jahren mit meiner ersten Liebe hier, und ich werde nie zurückkehren. Hier werde ich sterben.
        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      2. Sehr geehrter Herr Felix, nehmen Sie zu Kenntnis, daß Helmut mit seinem Kommentar völlig Recht hat. Diese Äußerungen und auch Taten der Grünen, sind belegbar. Die größten sozialen Einschnitte erfolgten unter rot/grün, wie auch der erste Kriegseinsatz nach dem 2. Weltkrieg.
        Erschreckend, ist die Tatsache, das sich diese asoziale Politik aktuell wiederholt! Man muß schon seeeehr verblendet sein, dies nicht zu erkennen!

    2. 100 % richtig.
      Die jetzige Regierung wird Deutschland schaden..allen voran die Grünen

    3. Ja, eine Kugel Speiseeis. Die kostet hier 1 €. Wäre ja nicht schlimm, prinzipiell.

      Ws er nicht gesagt hat war, „eine Kugel Speiseeis *pro* *Stunde*“ . . .

  2. Die Empfänger von Grundsicherung erhalten ja natürlich über die Nebenkostenabrechnung die Heizkosten bezahlt. Bei Strom muss man eine Lösung finden.
    Mit den 0,76 % Aufstockung des Grundsicherungsbetrages für 2022, werden die Menschen nicht weit kommen.
    Aber sonst?
    Diese Verteuerung der Energie ist ja nicht vom Himmel gefallen, oder ein unabwendbares Naturereignis.
    Es wurde genau so bestellt.
    Alle wissen: Was knapp wird, wird teuer. Man wollte den Emissionshandel, und nun hat man ihn. Man wollte die Kraftwerke abstellen, und sie wurden abgestellt. Man wollte kein Gas bestellen und hat keines bestellt. Man will das Gas aus N2 nicht, und nimmt es auch nicht.
    Wo ist da ein Problem?
    Man muss nur auch die Konsequenzen dann ertragen, und nicht nach Schuldigen suchen und jammern.
    Das es Stromabschaltungen geben wird, ist seit Jahren bekannt. Wie weit es dabei gehen wird, wird sich zeigen.
    Und kälter wird es auch in den Wohnungen.
    Und eines verspreche ich Euch, das ist erst der Anfang.
    Und wenn es wirklich zu einem richtigen Blackout über viele Tage oder Wochen kommen wird, dann wird es in Europa Millionen Menschen das Leben kosten.
    Ja, ich weiß, alles dummes Geschwätz.
    Wir werden sehen was kommt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Geehrter Herr Claudio Kummerfeld,

    Zitat: „Nochmal, unterstellen wollen wir hier niemandem etwas.“

    Mein Rat: „Unterstellen wir alle der Herrscherklasse mal etwas.“

    Dann sind wir schon einen großen Schritt weiter. Bsp. „Green Deal“
    https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal/delivering-european-green-deal_de
    Polen zeigt ja, wenn eine Regierung will, tut sie was. Wenn die Regierung etwas nicht macht, will sie genau das.

    1. Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.
      Ich habe im Bekanntenkreis schon Mitte letzten Jahres auf die Verteuerung aller Produkte hingewiesen, weil allen mit Energie produziert und transportiert wird. Aber sie meinten, das die Regierung das mit Zulagen für die Armen kompensieren wird. Aber wenn das kompensiert werde würde, dann hätten die Preissteigerungen ja keine Wirkung.
      Die dachten wohl, nur die Reichen werden die Heizung runter drehen müssen.

  4. Sebastian Schaarschmidt

    Der wahre Grund ist: Der Haushalt ist zum zerbersten gespannt. 80 Milliarden beträgt das Defizit. Da gibt man lieber den Minderbemittelten Almosen, anstatt alle zu entlasten. Das ist viel billiger.

    Das ist pure Mathematik. Die Leute in der Regierung sind ja nicht dumm.

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