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EZB – bringt nächste Zinssenkung mehr Schaden?

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Es gibt viele Hinweise aus dem Direktorium der EZB auf einen weiteren Zinsschritt auf der nächsten Sitzung am 12. September – man wolle sogar klotzen und nicht kleckern. Doch was soll das eigentlich für Unternehmen und Verbraucher bringen, die Negativspirale bei den Zinseinlagen? Könnte sich nicht vielleicht sogar ein gegenteiliger Effekt einstellen?

 

Die Reaktionen der Großanleger auf die Geldpolitik der EZB

Das Abhandenkommen eines Zinses in unserer Volkswirtschaft führt die Funktionsweise des Kapitalismus ad absurdum. Sei es für das wirtschaftliche Wachstum, welches durch die Bereitstellung von Kapital für Investitionen entsteht – oder der Anreiz zur Akkumulation von Vermögen, welches sich durch den Zinseffekt ergibt. All das gibt es nicht mehr, schlimmer noch, Inhaber von großen Vermögen müssen sogar noch Strafzinsen berappen, für die Aufbewahrung von Geld. Dies führt sogar bei zahlreichen Banken wie auch Versicherungen zu der Überlegung, alte Banktresore zu reaktivieren und große Geldsummen im eigenen Hause zu bunkern.

 

Das Sparverhalten der Deutschen

Die Zinssenkungen der EZB bis auf die Nulllinie für „Otto Normalverbraucher“ sollten diesen eigentlich dazu animieren, sein Geld auszugeben und den Konsum anzukurbeln, mit all den positiven Folgen für Wirtschaft und Wachstum. Dies hat aber bereits verfassungsrechtliche Friktionen zur Folge, wie der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof in einigen Publikationen anmahnte. Damit würden nach seiner Ansicht verfassungsrechtliche Prinzipien für das Grundrecht auf Eigentum verletzt. Ein wahrscheinlicher Grund dafür, dass es den Banken schwer fallen sollte, Negativzinsen für die Einlagen von Sparern zu erheben.

Aber hier kommt noch eine Argumentation ins Spiel, die das Vorhaben der EZB sogar noch konterkariert. Wenn es dem Bürger schwerfällt, für das Alter vorzusorgen, sei es durch die fehlenden Zinsen bei Versicherungen oder bei jeglicher Art von Geldanlage bei Banken, so wird er das Sparen nicht einschränken, nein, er wird den Anteil sogar noch steigern, um den Verlust des Zinses zu kompensieren. So zu erkennen in der Statistik der Bundesbank, die ab dem Jahr 2014 einen Anstieg des Sparverhaltens in Prozenten am verfügbaren Einkommen der Bürger nachweist.

 

Das rätselhafte Verhalten der Unternehmen

Kredite zu Minizinsen für Unternehmensinvestitionen aufnehmen zu können, das klingt eigentlich nach paradiesischen Zuständen für die Wirtschaftswelt. Seltsamerweise wagen die Unternehmen in Summa trotz extrem niedriger Zinsen kaum zu investieren. „Eigentlich eine totale, historisch einmalige Anomalie“, wie der Wirtschaftsprofessor Stefan Homburg feststellt.

Warum ist das so? Liegt es doch an der Zurückhaltung der Banken überhaupt Kredite zu vergeben oder an der Angst der Unternehmen vor der wirtschaftlichen Zukunft, angesichts der absonderlichen gegenwärtigen Risiken wie dem Handelsstreit oder dem Brexit? Nutznießer sind ausgerechnet die Firmen, die man als Zombie-Unternehmen bezeichnet, weil sie nur wegen der fehlenden Zinsen überleben können, aber keinen Mehrwert für die Wirtschaft generieren. Bereits deutlich über 10 Prozent der Firmen europaweit sorgen damit für ein Siechtum in der Wirtschaft, weil die Selbstheilungskräfte der Marktwirtschaft nicht mehr zum Zuge kommen.

 

Fazit – die fatale Situation der EZB

Insgesamt betrachtet, müsste man sich eigentlich davor fürchten, wenn Mario Draghi in seiner persönlich finalen EZB Sitzung am 12. September nochmals an der Zinsschraube dreht. Die Situation in die die europäische Gemeinschaft durch die Zinspolitik geraten ist, erscheint indessen ziemlich fatal. Weitere Zinssenkungen entfalten in ihrer Gesamtwirkung eher negative Auswirkungen auf Unternehmen und Konsumenten.

Eine Umkehr, sprich Zinssteigerungen, würden aber einen Kollaps in der Wirtschaft, insbesondere in der der südlichen Staaten bewirken, wenngleich dies irgendwann passieren muss. Eine Welt ohne Zinsen, dafür scheint die Marktwirtschaft mit all ihren Mechanismen nicht geschaffen.

 

Die EZB richtet mit ihren Negativzinsen mehr Schaden als Nutzen an

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Aktien

Daimler halbiert Jahresgewinn – egal, Dax auf Rekordhoch

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Der Dax klettert heute auf sein absolutes Rekordhoch bei 13.640 Punkten (aktuell 13.568). Damit schaffte der Dax es heute sein altes Rekordhoch von vor genau zwei Jahren um 44 Punkte zu übertreffen. Die Charttechnik kennt ein gewisses Phänomen. Werden alte Höchststände erreicht uns sogar schnell überlaufen, kann es öfters erstmal zu einem kleinen Rückschlag kommen, bevor der nächste große Anlauf nach oben gemacht wird. Kommt es diesmal auch so?

Dax steigt trotz Daimler-Daten

Warum steigt der Dax heute auf ein neues Rekordhoch? Sicher nicht wegen Daimler. Dort hat man heute früh (Ergebnisse eigentlich erst am 11. Februar) ad hoc als Kurzmitteilung die wichtigsten Finanzdaten für das letzte Jahr veröffentlicht. Und siehe da. Im Vergleich 2018 (11,1) sinkt der Gewinn (EBIT) auf 5,6 Milliarden Euro. Weil die vorigen drei Quartale schon bekannt waren, und jetzt nur noch das 4. Quartal zur Gesamtjahreszahl hinzugefügt wurde, konnte man sowas schon erahnen (hier die Details). Aber dennoch, die Daimler-Aktie verliert heute 1,5%. Der Dax ist aktuell aber mit 0,1% im Plus nach der Überschreitung des alten Rekords heute früh.

Laut Börse Online spricht der Portfolio-Manager Thomas Altmann aktuell davon, dass die Gewinne der 30 Dax-Unternehmen ihren Rekordwert aus dem Jahr 2018 noch nicht wieder erreicht hätten. Aber der Dax erreicht aktuell Allzeithochs. Von daher werde die Luft im Dax dünner. Steigende Kurse und fallende Gewinne würden den Markt anfälliger für Korrekturen machen. Aber ja, meine Güte, warum steigt der Markt denn nun aktuell?

Lichtblicke von der Konjunktur

Gestern fiel der ZEW-Index deutlich besser aus als erwartet. Und die Bundesbank sieht laut Aussagen von vorgestern Anzeichen, dass sich das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland stabilisieren könnte. Also, es gibt einige kleine Bausteine für eine bessere Stimmung rund um die deutsche Wirtschaft. Können Bau und Dienstleistungen also doch derart stabilisierend wirken, so dass die aktuelle Rezession in der Industrie für die gesamte Volkswirtschaft doch noch zu verkraften ist? Gefühlt wirkt es jedenfalls derzeit so. Den tollen ZEW-Index sieht zum Beispiel Jasper Lawler von der London Capital Group heute als wichtigen Baustein für den Rekord im Dax.

Auch wirkt die Gefühlslage derzeit so, als könne China den Corona-Virus doch irgendwie eindämmen? Doch keine Konsumflaute in Asien aufgrund von Ängsten vor dem Virus? Dazu gibt es in Sachen Handelskrieg aktuell keine negativen Aussagen, und auch in Sachen Iran-Krise hört man derzeit gar nichts. Im Gegenteil. Donald Trump präsentiert in Davos eine rosa rote super tolle US-Konjunktur. Und by the way… erst gestern ist Deutschlands wohl offenbar vertrauenswürdigster Verbraucherschützer in Sachen Geldanlage Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip im NDR aufgetreten. Tenor: Nullzinsen, rein in Aktien.

Langfristig wäre das eine gute Sache, so darf man Tenhagens Aussagen sinngemäß zusammenfassen. Und ja, warum auch nicht? Die Kurse steigen ja gerade alle? Gut, in Japan liegen die Kurse seit 30 Jahren immer noch im Minus. Aber Japan ist weit weg. Nein, nein, keine Angst, wir wollen hier niemanden davon abhalten Aktien zu kaufen. Wie lautet die Bauernweisheit nochmal? Aktien kaufen wenn sie teuer sind? Aktien kaufen wenn sie auf Rekordniveau notieren? Vielleicht legt die BILD bald nochmal nach mit dem Hinweis, dass man jetzt Aktien kaufen muss? Aber jetzt wirklich, Scherz bei Seite. Die Hausse läuft schon jahrelang. Und niemand weiß, wie lange sie noch weiter laufen wird. Einen Monat, ein Jahr, fünf Jahre?

Dax-Verlauf seit 1998
Der Dax seit 1998. Da fallen die Abstürze durch den Tech-Crash und die Finanzkrise 2008 ja kaum noch auf?

Frankfurter Börsengebäude
Die Frankfurter Börse. Foto: Mylius GFDL 1.2

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – es regnet Geld

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Markus Koch meldet sich aktuell zum Hanelsstart an der Wall Street. Es regnet wohl Geld für Elon Musk. Das erklärt Markus Koch genauer – hochinteressant! Mehr im Video auch zu den Zahlen bei Netflix, IBM, Johnson & Johnson. Auch das Corona-Virus ist ein Thema.

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Rüdiger Born: Rekordhoch im Dax, und alles drum herum

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Der Dax hat heute sein Rekordhoch geknackt. Drum herum gibt es Aussagen von Donald Trump, die Bank of Canada, die EZB usw. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“  (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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