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EZB-Chefökonom Peter Praet: Die knallharte Ablehnung der Zinswende

Wir hatten es in den letzten Wochen mehrmals beschrieben, und Mario Draghi hat es gerade erst wiederholt. Ja, die Inflation, die steige angeblich nur total oberflächlich. Und überhaupt, nur…

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FMW-Redaktion

Wir hatten es in den letzten Wochen mehrmals beschrieben, und Mario Draghi hat es gerade erst wiederholt. Ja, die Inflation, die steige angeblich nur total oberflächlich. Und überhaupt, nur Energie- und Lebensmittelpreise würden ordentlich steigen. Und die gehören, wie wir nun dank Eurostat und EZB alle wissen, nicht zur Kerninflation, weil zufällig gerade diese beiden Preiskategorien zu stark schwanken. Die Idiotie dieser Argumentation hatten wir jüngst schon genauer im Detail angesprochen. Heute nun formuliert EZB-Chefökonom Peter Praet, sozusagen der oberste Ideengeber und Zahlen-Interpretierer der Zentralbank, die Absage der EZB an die Zinswende klipp und klar. Hier sein wichtigster heute offiziell veröffentlichter Satz:

„Looking through recent volatility, the inflation outlook does not at this stage warrant a reassessment of the current monetary policy stance.“

Damit meint er den sprunghaften Anstieg der Gesamt-Inflation in den letzten drei Monaten. Das sei für ihn eine Art unnormale Schwankung. Die momentane Inflationsaussicht rechtfertige es nicht die momentane geldpolitische Haltung der EZB zu überprüfen. Auf Deutsch: Dieser Inflationsanstieg ist ja gar kein echter Inflationsanstieg, also könnt ihr das mit den steigenden Zinsen mal so richtig vergessen! Auf diese „kurzfristigen Fluktuationen“ werde man nicht reagieren, so Praet. Der Inflationsdruck außerhalb von Energie und Nahrungsmitteln bleibe immer noch sehr niedrig bei unter 1%.

Gerade das haben wir zuletzt mehrfach wiederlegt. Sogar die jüngsten deutschen Daten zeigen, dass es auch in den meisten Einzelgruppen der „Kerninflation“ rasant aufwärts geht mit nahezu 2% oder sogar über 2%. Aber das scheint ja alles Ansichtssache zu sein. Muss auch noch die letzte Teilkomponente bei Verbraucherpreisen konstant für vielleicht 6 Monate nacheinander bei +2% liegen, damit man sich mal bemüht überhaupt über die Zinswende nachzudenken?

Wir alle wissen es, aber niemand will es offiziell aussprechen. Die EZB will die niedrigen Zinsen schön lange schön weit unten belassen als Unterstützung für die europäische Konjunktur, und eben nicht als geldpolitische Maßnahme gegen die Deflation! Die entscheidenden Passagen von Praet´s heutigen Aussagen hier im Originalwortlaut:


At the same time, the recovery has yet to translate into a durable and self-sustained pick-up in inflation. The recent sharp uptick in headline inflation was mainly due to energy and food price inflation. Our staff projections foresee that these price pressures will cause a hump on the inflation path that was projected in December, with the medium-term outlook for headline inflation largely unaltered. Underlying inflation pressures continue to remain subdued as unutilised resources still weigh on wage and price formation. Inflation rates excluding energy and unprocessed food, for instance, have remained below 1% for almost a year. Importantly, inflation dynamics continue to be conditional on a very substantial degree of monetary accommodation.

Looking through recent volatility, the inflation outlook does not at this stage warrant a reassessment of the current monetary policy stance. As in the past, the ECB’s monetary policy will be forward-looking and geared towards a medium-term horizon. It will not respond to short run fluctuations. Sustained adjustment in the path of inflation to levels below, but close to 2% over the medium term still requires very favourable financing conditions, which remain predicated on a very accommodative monetary policy stance. We still need to build sufficient confidence that inflation will indeed converge to this aim over a medium-term horizon and will remain there even in less supportive monetary policy conditions.


Ach übrigens: Auch Peter Praet ist wie Mario Draghi voll des Lobes für die EZB-Maßnahmen, die ein Hauptfaktor für die aktuelle wirtschaftliche Erholung Europas seien. Zitat:

„The ECB’s monetary policy has been a key contributor to this positive track record.“

Denn die Kreditkonditionen in der Eurozone seien laut Praet derart günstiger geworden, dass die Kreditversorgung super laufe, um es mal in kurzen einfachen Worten auszudrücken. Wir hatten vor Kurzem aufgezeigt, dass der absolute Großteil der freien Banken-Liquidität trotz EZB-Negativzinsen weiter bei der EZB geparkt wird. Ein gigantischer Anstieg der Kreditvergabe dank EZB-Politik ist in keiner Statistik zu finden. Aber wenn der Herr Praet das schon so sagt… er wird es ja besser wissen, denn er ist ja schließlich der wichtigste Ökonom der Eurozone!


EZB-Chefökonom Peter Praet. Foto: EZB

Quelle: EZB

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    15. März 2017 17:04 at 17:04

    die „Experten“ in der EZB sollten auch mal dran denken, wie sie in der nächsten konjunkturellen Abschwächung reagieren wollen, wenn sie, nachdem sie aktuell das ganze Pulver verschießen/verschoßen haben, nicht langsam anfangen neues Pulver beiseite zu legen (sprich Zinsen rauf). Läuft doch alles gut, BIP wächst (stärker als USA), Arbeitslosigkeit auf dem Niveau von vor der Krise, Inflation bei über 2%…wenn nicht jetzt wann dann. Oder gehen die Herren von einem Superzyklus aus und die nächste Rezession kommt erst 2030?

    Mehr „behind the curve“ geht nicht!!!

  2. Avatar

    Columbo

    15. März 2017 17:17 at 17:17

    Für Deutschland dringend nötig, für Italien womöglich tödlich, die Zinswende.
    Wie das in der Eurozone gehen soll, möchte mir mal bitte einer von den besonders Gescheiten erklären.

    • Avatar

      Stefan

      15. März 2017 18:43 at 18:43

      Es geht nicht!!!

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    Stefan

    15. März 2017 17:43 at 17:43

    Studium mit 4,49 bestanden, bestanden ist gut und gut ist eine 2. Also ein Spitzenökonom.

  4. Avatar

    Stefan

    15. März 2017 19:11 at 19:11

    Ökonomen und Analysten sind Schrott. Die Wirtschaftsweisen haben eine Trefferquote von 0 % . Da sind wir wieder bei den 0 % der EZB wo sich viele Ökonomen tummeln. Ich bin 69 geboren und erinnere mich immer an die Gespräche mit meinem Opa der 1900 geboren war und die 20 er Jahre miterlebt hatte. Er sagte mir: Junge halte immer mindestens 30 % deines Geldes in Edelmetalle dem Staat bist du egal. Diejenigen, die Edelmetalle damals hatten, sind die Reichen von heute. Mit einer Unze Gold konnte man sich eine Millionenvilla kaufen und der Magen war voll.

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    Fromzerotoone

    15. März 2017 20:28 at 20:28

    @Stefan: Offiziell mit einer Silberunze. Und es war in Berlin!

    Was ist mit Immos?
    Meine Beraterfreunde von Akzent-schar, Dieleud, PvC, KeinPlanManganG, VollPfosten Consulting Group und Lame Capital haben so viel Betongold, dass sie keine Edelmetalle brauchen, schon gar nich physisch. Und alle sind nicht mal 30 Jahre alt!

    • Avatar

      Stefan

      15. März 2017 21:05 at 21:05

      Genau alle 30 Jahre alt und keine Ahnung wenn es wie in den 20 er Jahren mal rappelt. Das Betongold verkauft du dann für eine halbe Unze weil du nicht mehr zu fressen hast. Ich höre lieber auf meinen Opa und wenn ich es nicht brauche, werden es meine Kinder mit Sicherheit mal benötigen.

  6. Avatar

    Gixxer

    15. März 2017 23:01 at 23:01

    „Denn die Kreditkonditionen in der Eurozone seien laut Praet derart günstiger geworden, dass die Kreditversorgung super laufe, um es mal in kurzen einfachen Worten auszudrücken. Wir hatten vor Kurzem aufgezeigt, dass der absolute Großteil der freien Banken-Liquidität trotz EZB-Negativzinsen weiter bei der EZB geparkt wird. Ein gigantischer Anstieg der Kreditvergabe dank EZB-Politik ist in keiner Statistik zu finden.“
    Wie nennt man so was dann? Alternative Fakten?!
    Was die EZB kann, kann Trump auch oder wer hat damit angefangen?

  7. Avatar

    Hartmut Lau

    16. März 2017 09:19 at 09:19

    Ich moechte zum Thema Geldschoepfung ein paar Anregungen zum Verstaendnis beitragen.
    Aus den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und internationalen Vereinbarungen der ISO Normen ist die Definition von einem Meter, der Masse in N ( Newton) , die Zeit in h, in der Elektrik , Volt, Ampere, Ohm , etc. exakt bekannt, und aus diesem Wissen haben die Techniker und Ingeniuere die moderne technische “Umwelt” erschaffen.
    Es ist die einheitliche Sprache der Wissenschaft, welche das Fundament in Naturwissenschaft und Technik ist. Ein Meter , eine Stunde , in Asien oder sonstwo auf diesem Planeten, hier herrscht eine klare Uebereinkunft.
    Doch wer hat den Wert von einem Gramm Edelmetall,den Wert 1 beim US$, beim Euro, beim Rubel, etc. bestimmt ? Wer bestimmt die Werthaltigkeit der verschiedenen Waehrungen untereinander ? Wie ist es definiert, wer bestimmt das es jenen, oder gar keinen Wert hat, wo ist die Naturwissenschaftliche gemeinsame Basis?
    Ob wir wollen oder nicht, die Erkenntnis ist, es gibt keinen gemeinsamen Nenner. Es ist das perfekte Werkzeug, der Illusion, in den Haenden von wenigen, um die verschiedenen Waehrungsraeume gegeneinander auszuspielen, mit Unterstuetzung der Politik und der Rechtspfege, mit dem Ziel, in den jetzigen nationalen Volkswirtschaften groesst moegliche arbeitsfreie Einkommen (parasitaere) Strukturen zu realisieren.

    Beispiel 1:
    Schauen wir uns ein normales Tauschgeschaeft an.
    Ein Mensch hat sich im Laufe der Jahre ein paar Goldbarren als Reserve fuer schlechte Zeiten erworben.
    Wegen schlechter “Wirtschaftslage” hat sein Boss Ihn gekuendigt. Nach ein paar Wochen muss er feststellen, dass seine Barreserven verbraucht sind . Nunmehr ist er gezwungen seine Goldbarren in Bargeld zu tauschen. Also zur Bank. Diese tauscht das Gold zum Tagespreis in Geld. Absolut normales Geschaeft. Bargeld, Cash auf die Hand. Und beide Seiten sind zufrieden.

    Frage:
    Wie wuerdest DU Leser dieser Zeilen, Dich verhalten, wenn Du beim Tausch von deinem Gold, in den schriftlichen Formalitaeten erkennen must, dass Du hier einen Vertrag unterschrieben hast, aus dem zu entnehmen ist, dass Du den Wert des Goldes in monatlichen Raten an die Bank zusaetzlich bezahlen musst ?!

    Da die goesste Anzahl der Menschen kein Gold hat, aber finanzielle Hilfen zur Realisierung der persoenlichen Ziele benoetigt, ist die Hilfe der Banken ein Angebot. Denn die Banken haben ja (noch) die Lizenz vom Staat, als Bank zugelassen zu sein. Du, als NICHT Bank hast keine Lizenz vom Staat!!

    Beispiel 2:
    Du brauchst z. B. 10000 Euro. Du bist ausgestattet mit einem festen Arbeitsplatz, hast ein lastenfreies Haus und Grundstueck , somit Kreditwuerdig!
    Hin zur Bank. Nach ein paar Formalien , Deine Unterschrift unter dem Kreditvertrag , und der Mitarbeiter der Bank stellt Dir die 10.000 Euro auf Dein Girokont ein. Dieser Vorgang geschieht in grosser Zahl, jeden Tag, in allen Banken dieser Erde. “Taegliche Normalitaet” ??

    Doch was geschieht tatsaechlich in diesem Vorgang, der Einkaufes von einem Kredit. Dein bewilligter Kredit ist mit Deiner Unterschrift unter den Kreditvertrag, Deine Einlage in die Bank.
    Und diese Deine Einlage verkauft die Bank an Dich als Kredit. Die Bank hatte vor Deiner Unterschrift unter Deinen Kreditvertrag kein Geld !.
    Die Bank hat soeben Giralgeld ueber die vorhandene Banklizenz Geld geschoepft. Geld aus Luft, absolute nicht Werthaltig. Nur Nullen im Komputersystem der Banken.
    Relevant ist immer nur

    DEINE Unterschrift

    Denn Du bist das Gold.

    im Kontrakt.

    In der Abgabe Deiner Sicherheiten bis D U das in Form der Unterschrift plus der Sicherheiten. Ueber diesen Sachverhalt bist Du nie informiert worden.

    Fakt ist, dieser Vorgang ist ein Wertetausch.

    Die Bank nimmt nun Dein Arbeits und Werte Vermoegen mit Deiner freiwilligen Unterschrift unter den Kreditvertrag in “Besitz”, denn wenn Du aus welchen Gruenden auch immer, nicht die monatlichen Pflichten erfuellst, wird Dir die Bank mit der Hilfe der Justiz, Dein Eigentum pfaenden.
    Wo ist nun der Unterschied von Beispiel 1 zum Beispiel 2.
    Beispiel 1: ein normales Handelsgeschaeft
    Beispiel 2: Taeuschung im Handelsgeschaeft und im Rechtsverkehr, geduldeter Raub mit der Hilfe der Politik und der sogenannten Rechtspflege.
    Ich nenne es: eine seit vielen Jahrzehnten die geduldete organisierte Bandenbildung, bestehend aus Banken, Politik und Justiz, mit dem Ziel, die Arbeitsleistungen von Menschen und Voelkern mit dem universellen Werkzeug “Geld” auszurauben.
    Ein super geniales Geschaeftsmodell !!

    Die geplante Verelendung und Auspluenderung der Menschen ist ein Fakt. Geldmangel gibt es nicht. Es gibt nur einen unendlichen persoenlichen Mangel an der persoenlichen Bereitwilligkeit die Funktion der Geldschoepfung erkennen zu wollen.
    Die Aufloesung des Mangels ist doch bereits geschehen, denn die FUELLE liegt in der Tatsache begruendet, dass seit dem 25.12.2012 in der BIZ in Basel fuer jeden M E N S C H E N dieser Erde 10 Mrd. US$ gesichert wurden. ( Siehe Paradigmareport).
    Damit ist fuer jeden Menschen aus diesem vorhandenem Vermoegen ein BGE von z.B. 3000 Euro monatlich ohne weiteres moeglich. Das reicht locker fuer einige dutzend Generationen Menschen.

    Nur, der Haken ist der, de jure gibt es in D keine Menschen, nur Personen!!

    Professionelle Hilfe, um diese Huerde zu nehmen, siehe:

    https://www.verfassunggebende-versammlung.org/

    Erst wenn wir begriffen haben, dass alle politischen Parteien die Salzsaeuren, oder auch die Parasiten in den Volkswirtschaften sind, dann wissen wir, Parteien sind ueberfluessig.

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

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