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EZB dämpft Inflationserwartungen

Die Inflation in der Eurozone liegt aktuell mit 1,3% weit entfernt vom Inflationsziel der EZB, nämlich 2% oder nahe 2%. Und wie geht es weiter? Schläft sie dort ein, oder ist ein baldiger Anstieg zu erwarten? Immerhin hatte man…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Inflation in der Eurozone liegt aktuell mit 1,3% weit entfernt vom Inflationsziel der EZB, nämlich 2% oder nahe 2%. Und wie geht es weiter? Schläft sie dort ein, oder ist ein baldiger Anstieg zu erwarten? Immerhin hatte man das Ziel ganz kurz schon mal erreicht Anfang des Jahres, aber eben nicht nachhaltig (erster Chart rechts).

Die EZB hat heute einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, in dem auch ein Inflationsausblick enthalten ist. Die folgende Grafik zeigt mit den hellgrünen waagerechten Strichen pro Jahr an, wo die Inflation voraussichtlich liegen wird nach aktuellstem Stand der Erwartungen. Für 2017 rechnet man also mit 1,5%, für 2018 mit 1,3%, und für 2019 mit 1,6%.

Geht man also danach, kann die Zinswende noch bis in alle Ewigkeit verschoben werden. Was, wenn die Marke von 2% gar nicht dauerhaft erreicht wird? Was, wenn man dauerhaft bei 1,5% hängen bleibt? Was dann, Nullzinsen bis in alle Ewigkeit? Wie die EZB heute schreibt, sehe man in der Eurozone keinen schnellen Anstieg der Verbraucherpreise. Der Anstieg werde in den nächsten Monaten in etwa auf dem aktuellen Niveau verharren.

Der Druck, der vor allem vom Lohnwachstum ausgehe, sei nur gering ausgeprägt. Die sogenannte „Kernrate“ (Underlying Inflation), bei der angeblich zu schwankungsintensive Preise wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, habe zuletzt nur bei schwachen 1,1% gelegen. Der Preisdruck bleibe „gedämpft“, so die EZB. Hier im Wortlaut:

„Underlying inflation has yet to show convincing signs of a sustained upward adjustment. Looking beyond the movements from one month to the next, measures of underlying inflation are somewhat higher than at the end of last year but remain overall subdued. HICP inflation excluding energy and food stood at 1.1% in June, after 0.9% in May and 1.2% in April. The June data saw the end of Easter-related calendar effects for this year. If, in addition to energy and food, the very volatile components clothing and footwear and travel-related items are excluded, HICP inflation shows only a modest uptick in recent months. Furthermore, most alternative measures of underlying inflation also do not indicate a pick-up yet. This may reflect in part the lagged downward indirect effects of past low oil prices but also, more fundamentally, continued weak domestic cost pressures.“

Laut EZB gibt es Preisdruck in den frühen Bereichen der Zulieferketten. Aber dort scheinen die höheren Preise festzuhängen. Sie müssten auch auf die endgültige Inflation durchschlagen, was noch nicht geschehen sei. Unser Reden! Darauf haben wir schon mehrfach hingewiesen, dass diverse vorlaufende Preise Monat für Monat kräftig steigen, was aber nicht am Ende der Preiskette ankommt.

Die EZB betont mehrmals in ihrem Text die Löhne. Ihr Wachstum bleibe zu niedrig. Das jährliche Lohnwachstum in der Eurozone liege bei 1,2% im 1. Quartal 2017 nach +1,4% im 4. Quartal 2016. Damit liege man unter dem durchschnittlichen Lohnwachstum von 2,1%, wenn man bis 1999 zurückschaut.


So setzt sich die Inflation zusammen.

Daten und Grafiken: EZB

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    3. August 2017 15:40 at 15:40

    Offenbar ist die Inflation noch kein Problem,was Zinserhöhungen dämpft,gibt es jemand der mir die extreme Eurostärke erklären kann.Einige Vermutungen.
    – Ist es hauptsächlich eine Dollarschwäche?
    – Sind es viele Shorteindeckungen, die vor den FR — Wahlen den Euro geshortet haben?
    – Wieviel Einfluss könnten Käufe haben,die türkische Lira gegen Euro verkaufen
    -Will Draghi vor den deutschen Wahlen dem Druck der Deutschen Notenbank nachgeben ?
    -Oder ist es ein wenig von allem ?
    Ich wäre dankbar für stichhaltige Argumente.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      3. August 2017 16:38 at 16:38

      Hallo Altbär. Aus meiner Sicht ist der Grund für den derzeitigen Anstieg des € im spürbaren Anstieg des Wachstums in der Eurozone zu erklären. Während es in den letzten Jahren in Euroland nur ein anämisches Wachstum gab, im Vergleich zu den USA, zieht jetzt die Konjunktur schon in den Südländern etwas an. Beispiel: Heute Einkaufsmanagerindex Service Eurozone 55, Italien und Frankreich sogar über 56 – USA, wie gerade gemeldet enttäuschend. Hinzu kommt das Chaos der US-Regierung im Hinblick auf wirtschaftliche Planbarkeit. Für die Geldströme ist Europa derzeit anscheinend „etwas sicherer“ als die USA. Der Dax ist zwar zu 60% in angelsächsischen Händen, wird von Tag zu Tag für diese Investoren aber etwas teurer. Mein Erklärungsansatz. Gruß

  2. Avatar

    Altbär

    3. August 2017 18:43 at 18:43

    @ Wolfgang M. Danke für die Ansichten,könnte stimmen,habe noch geschaut wegen Türkei Börse woraus man folgenden Schluss ziehen kann.
    -Türkei, katastrophaler Präsident,Währung fällt, Börse auf Mehrjahreshoch
    – USA, katastrophaler Präsident,Währung fällt,Börse auf Allzeithochs
    – EU nach Wahlen FR u.Holland ,Präsident u.Politik weniger problematisch,Währung steigt, Börsen fallen
    – CH Währung fällt , Börse stark
    Es spielt also keine Rolle warum die Währung schwächer wird, durch schlechte Politik oder Notenbanken ,DIE BÖRSEN REAGIEREN POSITIV AUF SCHWACHE WÄHRUNGEN,das konnte man schon beim BREXIT beobachten.Ob das langfristig so bleibt würde ich bezweifeln (Beispiel Türkei)
    Wenn das so bleibt müsste man auch alle Lehrbücher neu schreiben!

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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