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EZB: Die Illusion selbst die Inflation anheizen zu können, wird durch harte Fakten zerstört

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die EZB spricht derzeit fast wöchentlich von der Steuerung der Inflationsrate durch ihre Geldpolitik. Aber hat sie überhaupt einen realen Einfluss? Die Illusion selbst die Inflation anheizen zu können, wird durch harte Fakten zerstört…

EZB Rat
Der EZB-Rat um Mario Draghi. Foto: Europäische Zentralbank

Was die EZB getan hat um die Inflation anzuheizen

Es ist das Selbstverständnis jeder Notenbank, dass sie über ihre geldpolitischen Maßnahmen die Inflationsrate in beide Richtungen steuern kann, also die Volkswirtschaft vor einer Deflation retten (was gerade versucht wird) und andererseits bei Überhitzen vor einer zu hohen Inflation (über 2%) zu schützen durch Zinsanhebungen. Gerade die EZB hat NUR diese eine Aufgabe, die Geldwertstabilität gewährleisten, also die Inflation in der Eurozone irgendwo zwischen 1-2% zu halten. Im Augenblick will sie die Inflation rauf auf 2% drücken. Sie handelt im festen Glauben, dass dies durch ihre aktuelle Zinspolitik und Anleihekäufe im Wert von 1,2 Billionen Euro auch machbar ist.

Seit 2011 hat die EZB den Leitzins von 1,25 auf sagenhafte 0,05% gesenkt, also de facto auf 0. Ihren Einlagensatz für Banken senkte sie von 0,5 auf 0,2%. Und seit März diesen Jahres veranstaltet sie das in der Größenordnung in Europa einmalige Anleihekaufprogramm von 1,2 Billionen Euro um so den europäischen Anleihemarkt leerzufegen. Ziel: Die Anleiheinvestoren (hauptsächlich Banken) sollen gezwungen werden mangels kaufbarer Anleihen (die jetzt ja im Depot der EZB-Notenbanken liegen) ihr Geld über Kredite in die Realwirtschaft zu pumpen. In einem geringen messbaren Ausmaß geschieht das auch, aber der Großteil der Gelder zirkuliert in den Börsenblasen dieser Welt. Vor dem Start des Anleihekaufprogramms im März hatte die EZB, was viele schon vergessen haben, bereits kleinere Kaufprogramme durchgeführt, z.B. für Pfandbriefe. Spürbare Effekte hatte das nicht. Durch all diese Maßnahmen soll die Wirtschaftstätigkeit gesteigert werden, wodurch Arbeitsplätze entstehen und damit mehr Konsum geschaffen werden soll, was zu mehr Inflation führt, in der Theorie.

Die knallharten Fakten überrollen die EZB

Auch sollten die Maßnahmen der EZB den Euro schwächen – betrachtet man den Zeitraum seit 2011, fiel der Euro von den Niveaus um die 1,40 auf die 1,10er-Niveaus dieses Jahr – was natürlich nur teilweise auf die EZB zurückzuführen ist. Der schwache Euro half vor allem exportstarken Nationen und deren Unternehmen, also am meisten Deutschland. Dabei will die EZB doch gerade die schwächelnden Südländer in der Eurozone unterstützen, aber gerade in Griechenland und Co. wird kaum etwas exportiert. Das Anleihekaufprogramm seit März 2015 hatte keinen Effekt auf den Euro – seitdem stieg er sogar noch von 1,06 auf jetzt 1,14 gegenüber dem US-Dollar.

Die Inflation, das Primärziel der EZB, ist seit 2011 in einem klaren Trend nur am Fallen. Dabei müsste nach allen volkswirtschaftlichen Modellen (drastische Zinssenkungen + Geldschwemme) die Inflation kräftig angeheizt werden. Die Verbraucherpreise waren 2011 noch auf den Niveaus um die 3% herum. Wie wir gestern auch berichteten, zeigen die jüngsten Daten aus einzelnen Euro-Ländern Raten um die 0% herum, im einen mal leicht im Minus, im anderen mal leicht im Plus, aber per Saldo erleben wir eine Stagnation. Niemand in der EZB scheint zu merken, dass die große Gelschwemme irgendwie doch nicht in der Realwirtschaft landet, sondern nur zu kleinen Teilen.

Auch ein Blick über den Teich zeigt Erschreckendes. Die US-Notenbank „Federal Reserve“ hatte sofort nach der Lehman-Krise angefangen den US-Kapitalmarkt mit Geld zu überfluten. Seitdem hat sie ihre Bilanzsumme gut um das vierfache (!!!) ausgeweitet. Trotzdem lag seitdem die Inflation in den USA im Jahresschnitt immer um die 1,5% herum. Auch die Fed hat wie die EZB die Zielmarke von 2%…

Was nun EZB?

Man muss ehrlich zugeben, dass der dramatisch eingebrochene Ölpreis der Eurozonen-Inflation entgegenarbeitet, aber das darf keine Ausrede sein. Bei den massiven geldpolitischen Maßnahmen der EZB hätte die Inflation theoretisch längst anspringen müssen. Aus der deutschen Bankenszene hört man den spöttischen Vorschlag: „Soll die EZB doch als Ergänzung zum Anleihekaufprogamm an den englischen und amerikanischen Terminbörsen den Öl-Future hochkaufen, damit die Ölpreise und damit auch die Benzinpreise wieder anziehen und dieser Grund als Inflationsdämpfer entfällt“. Gar nicht mal so weit hergeholt die Idee!

Die deutsche Bankenszene scheint sich weitestgehend einig zu sein: Die EZB wird ihr aktuelles Anleihekaufprogramm (QE) zeitlich oder volumenmäßig ausweiten, oder vielleicht sogar ein neues QE auflegen – vielleicht diesmal der Kauf von normalen Unternehmensanleihen, damit auch der Sektor für Bankinvestoren wegfällt? Die Zweifel, ob all das aber die Inflation endlich zum Anstieg bringt, wachsen auch bei den „Experten“ immer mehr.

Was lernt man daraus?

Am Ende kommt es wie auch in den USA und Japan auf das selbe raus. Geld drucken und Zinsen auf 0 senken bringen langfristig nichts. Die Politik muss durch strukturelle Maßnahmen die Wirtschaft ankurbeln. Ein künstliches Aufblähen durch eine Notenbank sorgt nur für katastrophale Verzerrungen am Kapitalmarkt wie z.B. die schleichende Enteignung der Sparer durch Null-Zinsen, sowie Blasen am Aktien- und Immobilienmarkt, die irgendwann platzen!


14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    wolfgang

    15. Oktober 2015 11:19 at 11:19

    Wie soll das Drücken des Zinses die Inflation anheizen? Zinsen sind Kosten. Vor der Krise hatten die Preise einen Zinsanteil von ca. 40 %. Da keine Preissenkungen zu beobachten sind, hat es eine Inflation gegeben, die allerdings durch Zins- und Ölpreissenkungen ausgeglichen wurde.

  2. Avatar

    Max

    15. Oktober 2015 12:03 at 12:03

    Startet endlich den Helikopter! ;-)

    • Avatar

      joah

      15. Oktober 2015 12:17 at 12:17

      Starterlaubnis verweigert: Sie bleiben bitte auf dem Boden (der Tatsachen)! Danke :-)

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    Traumschau

    15. Oktober 2015 12:10 at 12:10

    Natürlich steuert die EZB nicht die Inflationsrate. Bei einer für die Staaten der Eurozone gemeinsamen Geldpolitik hätten ja die Inflationsraten in den Ländern nicht ausnahmslos immer unterschiedlich ausfallen können, oder? Und außerdem hätte man das auch von Japan lernen können: Die versuchen seit über 20 Jahren mit QE Inflation zu erzeugen – ohne Erfolg! Aber was macht denn die Inflation? Nun, die Inflation kommt von den Lohnstückkosten – die Löhne machen die Preise!
    Wer das nicht glauben will, der schaue sich mal die 3 ersten Charts von Heiner Flassbeck an:

    http://www.levyinstitute.org/conferences/minsky2014/flassbeck_s4.pdf

    Aber schaut euch lieber alles an – insbesondere den Chart auf S. 19, der die Finanzierungssalden der Sektoren in Deutschland zeigt (Vergleich 60er mit 2000ender Jahre). Ein Augenöffner …
    LG Traumschau

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      joah

      15. Oktober 2015 21:40 at 21:40

      Genau das ist der Umverteilungsmechanismus: direkt schenken wäre zu auffällig, daher muss man sich für seinesgleichen etwas subtileren Methoden bedienen. Dazu war die Geldmengenausweitung da: die „Elite“ [1] bekommt es, der kleine Mann bekommt dafür später die Quittung. Es hat sich historisch betrachtet gar nicht so viel geändert, wie man einem glaubhaft machen will.

      [1] teils bestehend noch aus den historischen Überresten der Monarchie, die ihre Pfründe haben will (kein Scherz)

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    leser

    15. Oktober 2015 12:17 at 12:17

    Das Ziel 2% Inflation wird in den meisten Medien als Mantra wiederholt. Eigentliches Ziel müsste doch Geldwertstabilität sein. Das Ziel kann daher nur lauten: Weg mit den Zentralbanken!

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    Traumschau

    15. Oktober 2015 12:18 at 12:18

    Nachtrag:
    Die Lohnzurückhaltung in DE bzw. in den neoliberal geprägten Staaten und die Austeritätspolitik sind maßgeblich für die Stagnation verantwortlich. Wir haben ein massives Nachfrageproblem. Die Geldpolitik kann dieses Problem in keinem Fall lösen.

    http://www.maskenfall.de/?page_id=4011

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      joah

      15. Oktober 2015 12:51 at 12:51

      Ich sehe das sehr ähnlich wie Sie. Zusätzlich gibt es da aber meines Erachtens nach ein generelles Problem: BWL (Betriebswirtschaftslehre). Es wird darin immer dargestellt, das Erfolg nur einer ist, wenn man jedes Jahr ein Extra-Plus erwirtschaftet – nicht zuletzt um Zinsen für Kredite wieder herein zu wirtschaften und für das Potential für Expansionspläne. Andernfalls dürfen die hinter Drei-Buchstaben-Versteck-dich (CEO, CFO, CIO, COO, …) nämlich abtreten. Ein konstantes Halten wird quasi nicht mehr akzeptiert und zählt nur noch als „gut“ und gut ist gleich schlecht.
      Da die globalisierte Wirtschaft an ihre Dimensionsgrenze angestoßen ist, können allerdings fast nirgends mehr Steigerungsraten erwirtschaftet werden. Um das „Extra-Plus“ noch zu erwirtschaften wird dann massiv an der Effizienzschrabe gedreht: 1. Prozesse optimieren, wenn da nichts mehr geht, dann 2. Kosten einsparen, wenn da nichts mehr geht 3. Personalkosten kürzen und Entlassungen. Damit nimmt die Deflationsspirale nach unten unabgesprochen und nur durch Signale für die BWLer ihren Lauf, bis nix mehr geht. Final meist nur durch eine Neubewertung (Ausgabe neuer Währung) gelöst, nachdem fast alles ökonomisch kaputt geschossen war (Grundversorgung stand auf dem Spiel).

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    Jörg

    15. Oktober 2015 12:41 at 12:41

    1.) Zu dem Spruch: „We cannot, by international action, make the horses drink. That is their domestic affair. But we can provide them with water” – auf deutsch: „Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber“ außerte der frühere Wirtschaftsminister Karl Schiller einmal: „Die Pferde müssen wieder saufen“.

    Aber derzeit gilt eindeutig: “Die Pferde wollen nicht saufen!”
    Bereits im Jahr 2013 wurde dazu der Grund aufgeführt: https://oconomicus.wordpress.com/2013/05/04/erlauterungen-zu-dem-geflugelten-ausspruch-die-pferde-wollen-nicht-saufen/

    Dort finden wir auch das auf unsere heutige Lage passende Anmerkung:
    „Liquiditätsfalle
    Als Liquiditätsfalle bezeichnet man die Situation einer Volkswirtschaft, in der die offiziellen Zinssätze so weit gegen null gefallen sind, dass die herkömmliche Geldpolitik versagt.
    Das Phänomen, dass Geld bei sinkenden Zinssätzen nicht mehr für Investitionen angeboten wird und somit dem Wirtschaftskreislauf tendenziell entzogen wird, wurde von dem Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes beschrieben.“

    Schlußfolgerung: Seit mindestens 2013 wissen also FED, EZB und japanische Notenbank. daß ihre Geldschwemme nicht zu produktiven Iinverstitionen, sondern nur zu wirtschaftlich sinnlosen Investitionen (z. b. Rückkauf eigener Aktien auf Kredit) und zu maßloser – und staatsgefärdender – Spekulation führen. FED-EZB-BoJ wissen längst, daß QEs keiner Deflation entgegenwirken können. Auch ist es geradezu irrsinnig in diesen Zeiten der Überkapazität die Produzierenden wie Dienstleister zu eine Ausweitung ihrer Kapazitäten verleiten zu wollen!

    2.) Der Ausweg liegt auch nicht darin, „mehr Arbeitplätze“ zu schaffen. Dann das geht gar nicht, da wir in Zeiten der Automation und der Arbeitsroboter leben und deshalb ständig – dies ist ja auch durchaus erfreulich – Arbeitplätze fortfallen. Schon allein um unsere Wasch- und Geschirrspülmaschinen und unsern Staubsauger würden uns unsere Vorfahren beneiden! Erst recht um unsere Roboter-Produktionsstraßen und Dienstleistungen (Telefon, e-mail, Computer-Programme, automatisch rechnende Excel-Tabellen usw.) .

    Die Lösung besteht allein darin, die enorme Steigerung der Produktivität allein der letzten 50 Jahre in den einzelnen Staaten nicht mehr irgendwelchen Korporationen und Oligarchen zufließen zu lassen, sondern den Bürgern.

    Dies wäre auch keine „Enteignung“ von „Unternehmern“, sondern nur eine Beendigung der fortlaufenden Enteignung der Staatsbürger durch den Liberalismus.
    Dazu folgendes Gedankenspiel: Die Genetik des „homo sapiens“ hat sich seit ca. 100.00 Jahre nicht verändert (lediglich die belanglosen Variationen der Haut- Haar-, Augenfarbe, die ostasiatischen Mandelaugen und die Milchverträglichkeit für Erwachsene bei Nachfahren der Herdenleute kamen hinzu).
    Warum dann wurde das Auto, das Fahrrad, der Reißverschluß, der Computer, die Betriebssystem „DOS“ und „Windows“ nicht schon vor 100.000 Jahre erfunden?
    Antwort: Weil alles zu 99,9 % gesellschaftliche(!) Leistung ist.
    Und ähnlich dem Aufwachsen eines Menschen (Baby, empathieloses Kleinkind, Kind, das Empathie und Gerechtigkeitssinn entwickelt, Pubertierling, Heranwachsender, junger Erwachsener usw.) hat auch erst die gesellschaftliche Entwicklung über viel Jahrzehntausende (das schreiben, lesen und rechnen können taucht überhaupt erst sozusagen „fünf vor 12“ auf) zu Erkenntnissen und Erfíndungen geführt. Seihe dazu: http://s14.directupload.net/images/130106/7uxoapfq.pdf

    Die Früchte wirtschaftlichen Fortschritts gehören deswegen auch nicht Individuen (Benz- Daimler, Henry Ford, Bill Gates), sondern zu 99,9 % den Bürgern eines Staatwesens.
    Mein Vorschlag zur Umsetzung dieser Erkenntnis ist die Abschaffung/Bekämpfung des Liberalismus und die Einführung eines modernen Merkantilismus. Siehe http://www.imagenetz.de/f901692b1/Welche-Staatswirtschaft.pdf.html

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      joah

      15. Oktober 2015 13:21 at 13:21

      „We cannot, by international action, make the horses drink. That is their domestic affair. But we can provide them with water”

      Aber derzeit gilt eindeutig: “Die Pferde wollen nicht saufen!”

      Das hat schon mal jemand gesagt, jedoch kürzer und pregnanter (quasi handlungsseitige Bankrotterklärung der Notenbanken):
      „We can guarantee cash, but we cannot guarantee purchasing power!“ Alan Greenspan, 15.02.2005
      Nachdem er diesen Satz sagte, knallte es nach einer Zeitspanne später an der Börse, mit weitreichenden Folgen in der Realwirtschaft. Die jetzige, erneute Darstellung ist also ein sehr deutliches Signal an alle. Das Geschichtsrad ist nicht umsonst eines: irgendwann beginnt man immer wieder von vorne.

      Dann das geht gar nicht, da wir in Zeiten der Automation und der Arbeitsroboter leben und deshalb ständig – dies ist ja auch durchaus erfreulich – Arbeitplätze fortfallen.

      Was daran erfreulich sein soll, erleuchtet mir nicht: der Arbeiter – daher auch sein Name – betreitet seine Daseiensexistenz dadurch, daß er schafft. Der Roboter (kommt übrigens aus dem russischen von работа [sprich: „rabota“] = arbeiten, Arbeiter) hat seine Existenz aus dem gleichen Zweck, braucht aber nur Strom. Und wenn man ihn abschaltet, schreit er nicht – nur eine Maschine, kein Mensch. Das Ziel sollte also sein, die Leute in Arbeit zu versetzen, nicht anders herum. Einem Ausgleich via BGE stehe ich sehr skeptisch gegenüber, da dies psychologisch nur Faulheit und Dummheit verursacht (nix zu tun, rumlungern, abschalten). Das braucht keiner.

      • Avatar

        Jörg

        15. Oktober 2015 14:59 at 14:59

        @joah sagte am 15. Oktober 2015 13:21 um 13:21 :“Dann das geht gar nicht, da wir in Zeiten der Automation und der Arbeitsroboter leben und deshalb ständig – dies ist ja auch durchaus erfreulich – Arbeitplätze fortfallen„.
        Was daran erfreulich sein soll, erleuchtet mir nicht

        Antwort:
        ABER DAS IST DOCH EINE WUNDERBARE NACHRICHT, DASS ARBEITPLÄTZE WEGFALLEN! Unser Nachfahren werden dereinst viel weniger arbeiten müssen und dennoch – wegen der enormen Produktivität aufgrund des Maschinendurchsatzes – leben wie die “Maden im Speck”.
        Noch in den 60ern und 70ern gingen wir ganz arglos davon aus, daß der technologische Fortschritt ganz normal DEN BÜRGERN zugute käme – und nicht “der “Wirtschaft” (was meinen die eigentlich mit “die Wirtschaft“ – wir sind doch “DIE WIRTSCHAFT”!). Und deswegen warnten Zager & Evans logischer Weise auch uns Zukünftigen nicht vor einen Anhebung des Rentenalters, vor Altersarmut und vor Massenarbeitslosigkeit – sondern vor einer Verkümmerung ihrer Gliedmaßen wegen exzessiver, verwöhnter Faulheit. Dies weil die heutige Arbeit weitgehend von Robotern erledigt wird („A machine doing it für you“): http://www.dailymotion.com/video/x257go_zager-and-evans-in-the-year-2525_music (Übersetzung des Textes: http://www.golyr.de/zager-and-evans/songtext-in-the-year-2525-285808.html )

        DASS ARBEITPLÄTZE WEGFALLEN ist natürlich dann eine Katastrophe, wenn wir die Liberalisten nicht bekämpfen und die unsere Politik längst bestimmenden Oligarchen und Konglomerate vertreiben. Denn diese enteignen ja das Staatsvermögen – insbesondere den “Markt” – so daß die Bürger nicht mehr (auch) von Staatseinnahmen, sondern NUR von Arbeitsentgelt leben können. Und da fast alle Arbeitsplätze wegen der Automation fortfallen werden, wäre das natürlich katastrophal.

        Hier müssen wir den jungen Leuten dann doch einmal etwas anraten, was sie tun müssen: Sie müssen dafür kämpfen, daß die Vorteile des technologischen Fortschritts den industriellen Korporationen wieder wegegenommen und an die bürgerliche Gemeinschaft bzw. ‚den Staat‘ zurückgegeben wird.
        Und das ist nur Recht – und die derzeitige Lage ist Unrecht!

        • Avatar

          joah

          15. Oktober 2015 15:18 at 15:18

          Ja, damit gehe ich grundsätzlich konform – es klang zuvor etwas zu sehr generalisierend. Ich bin genauso dafür, diese Umverteilungsexzesse zu beenden, denn wie Sie schon sagten, landet damit irgendwann alles in den Händen einiger weniger – Resultat: Aufstand, Krieg, Untergang (und die Heuschrecken ziehen danach weiter). Da muss wahrlich etwas am Mechanismus selbst und im allgemeinen Bewusstsein geschehen.

  7. Avatar

    Chris

    15. Oktober 2015 13:11 at 13:11

    Es ist ein übler Treppenwitz.Der Kapitalismus hat den Kommunismus vernichtend geschlagen,um ihn dann noch doller wieder einzuführen!Der oberste Sowjet der EZB legt in halbjährigen Halbwertszeiten Billionen-QEs auf,um die Arbeiter&Bauern am Produktivplus zu beteiligen und somit die These der unbedingten Richtigkeit zu untermauern!Die alteingesessenen Kader&ihre Lobbyisten lassen sich jedoch nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen.Wenn das doofgemerkelte Volk nicht bald kapiert,dass Sie das Volk sind&demensprechend handeln,wirds wieder nichts mit den „blühenden Landschaften“!

    • Avatar

      joah

      15. Oktober 2015 13:28 at 13:28

      Aber die Landschaften blühen doch schon (natürlich nur im Sommer) – aber wie Sie richtig erkannt haben: wir sind schon mitten drin.

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Experte: Finger weg von Deutsche Bank und Commerzbank

Redaktion

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Von

Andre Stagge über Commerzbank und Deutsche Bank

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) rät als Langfristinvestment ganz klar ab von Aktien wie Deutsche Bank und Commerzbank. Ausführlich bespricht er die Krise der Banken, und warum 2021 wohl kein gutes Jahr für sie werden wird. Auch wenn die Kurse auf den ersten Blick günstig zu sein scheinen. Eine Welle an Kreditausfällen könnte nun anstehen. Das Thema der faulen Kredite, die auch schon vor der Coronakrise da waren, aber jetzt noch deutlich ansteigen dürfen, besprechen wir oft auf FMW (siehe zum Beispiel hier). Andre Stagge geht aktuell darauf näher ein, und bietet eine Art Gesamtüberblick auf die Lage der Bankenbranche in der Krise.

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Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

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Covid-19: Sehen wir bald Peak-Corona? Einiges spricht dafür!

Es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen, dass der Hochpunkt der Infektionen mit Covid-19 bereits überschritten ist!

Wolfgang Müller

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Sicher klingt es extrem merkwürdig, wenn man mitten im kalten Januar, beim Auftreten von massenhaft Mutationen von Covid-19 und einer noch nicht richtig in die Gänge gekommenen Impfaktion von einem möglichen und baldigen Überschreiten des Höhepunktes der Coronakrise spricht.

Aber es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen.

Covid-19: Impfwelle und Dunkelziffer

Eines vorweg: Gemeint ist damit nicht das Ende der Infektionen, sondern die Zahl der Neuinfektionen, die in der zweiten oder dritten Welle ständig geklettert sind.

Die Zahl der offiziell an Covid-19 Infizierten hat am 7. Januar 2021 mit über 834.000 Menschen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht (lt. John-Hopkins-Universität). Seither geht es tendenziell, trotz der Mutationszahlen, nach unten.

Ist der Hochpunkt von Covid-19 bereits überschritten?

Noch muss dies nicht die Wende bei den Infektionen gewesen sein, aber es deutet sich an, dass dies zumindest bald bevorstehen könnte. Dafür sprechen einige Faktoren: Es gibt weitere temporäre Verschärfungen in den Lockdowns (Europa, USA). Der Frühling naht, denn bis zum meteorogischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel sind es nur noch sechs Wochen, und die Impfquoten werden demnächst ein Vielfaches der offiziellen Infektionszahlen erreichen. Vor allem, wenn die USA über eine Million Menschen pro Tag impfen, die EU mit ihren 27 Staaten voll einsteigt und viele andere Staaten und die für Februar deutlich erweiterte Impfstoffproduktion anschwillt.

Sonderfall Deutschland

Was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten sehr unterschiedlich macht, ist die Zahl der bisher Infizierten und zugleich die wahrscheinlich niedrigere Dunkelziffer zu anderen europäischen Ländern. Die offizielle Infektionsrate mit Covid-19 liegt aktuell bei gut 2,4 Prozent, während sie in Großbritannien und vielen europäischen Staaten bei vier oder gar fünf Prozent liegt, bei einer gleichzeitig deutlich höheren Dunkelziffer. Das heißt, die Gesamtinfektionsrate läge möglicherweise in Deutschland bei weniger als 10 Prozent der Bevölkerung, während sie in anderen Ländern vielleicht schon über 20 Prozent liegt. Mit großer Auswirkung für die durch die Impfung zu beschleunigende Gefahrenabwehr gegenüber der Pandemie. Vorteil USA, auch wenn es makaber klingt: Wegen einer „offiziellen“ Infektionsrate von 7,5 Prozent, einer vielfach höheren Dunkelziffer, weil sich Teile der Bevölkerung bis zuletzt aus Angst vor beruflichen Konsequenzen nicht haben testen lassen und das Virus weitaus mehr verharmlost wurde, als in Deutschland. Und jetzt Joe Biden mit allem Einsatz 100 Millionen Menschen in sehr kurzer Zeit impfen lassen will.

In Deutschland kommt noch das Gefahrenmoment einer relativ alten Bevölkerung zum Tragen.

Laut statista gibt es derzeit in Deutschland rund 18,1 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Ein prozentualer Anteil von rund 22 Prozent an der Gesamtbevölkerung im Lande. Dabei etwa drei Millionen Pflegebedürftige, über zwei Millionen zuhause und mit anderen Familienangehörigen zusammenlebend. Auch die Zahl der über 80-Jährigen liegt in Deutschland bei über fünf Millionen, es leben sogar schon 20 Tausend Hundertjährige in Deutschland.

Aus diesen Zahlen erklärt sich auch die große Fürsorgepflicht der Regierung gegenüber der älteren Bevölkerung.

Hier liegt auch der große Effekt der Impfaktion in Deutschland, denn bis vor Kurzem lag der Anteil der Coronatoten bei den über 70-Jährigen bei 87 Prozent und 70 Prozent bei den über 80-Jährigen. Diese Altersgruppen sollten jedoch in der großen Mehrheit bis in den März geimpft sein.

China und Indien

Ein Drittel der Menschheit (über 2,8 Milliarden Menschen) lebt in diesen beiden Ländern. Und wie sehen die Infektionszahlen aus? China wird sich weiter abschotten (bei unglaublich niedrigen Infektionen) und selbst impfen und im 1,39 Milliarden-Land Indien (mit der halben Bevölkerung unter 20 Jahre) zeigen die Zahlen schon seit Monaten nach unten.

Covid-19 in Indien

Fazit

Natürlich wird es nicht einfach sein, die Menschheit in ihrer Gesamtheit gegen Covid-19 zu impfen. Man weiß auch weder wie lange eine „erimpfte“ Immunität gegen Corona anhält, noch im Entferntesten, wie viele Menschen die natürliche Immunität bereits erlangt haben. Dabei soll die Krankheit bei einem Großteil der jungen Menschen sogar symptomlos verlaufen. Die Zahl der jungen Menschen unter 18 Jahre beträgt weltweit 30 Prozent, immerhin über 2,3 Milliarden Jungbürger.

Aber sollten sich die Impfpläne so umsetzen lassen, wie von den Firmen und den Ländern mit ihren Gesundheitsbehörden geplant, wird sich rasch Peak Corona einstellen. 750.000 Neuinfektionen, mit abnehmender Tendenz gegenüber Millionen täglicher Impfungen, zunächst bei den „Vulnerablen“, Peak Corona eben, auch wenn die Pandemie nicht so schnell erledigt sein dürfte. Was sind da nicht alles für Fragen offen, in Richtung Immunität, Übertragbarkeit und so weiter, aber aus meiner Sicht gibt es ein gewaltig helles Licht am Ende des Tunnels, zumindest für Covid-19.

Der Peak bei Covid-19 könnte bereits überschritten sein!

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