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EZB: Die Insolvenzverschleppung und der Wahnsinn gehen weiter

Ein Gastkommentar der Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik. Der Wahnsinn der EZB geht weiter. W√§hrend manche von einer Zinswende faseln, k√∂nnen wir diese nirgendwo keinesfalls erkennen. Lassen Sie sich nicht in die Irre f√ľhren. Um Klartext zu sprechen: Es gibt keine Zinswende und es wird auch…

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Ein Gastkommentar der Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik

Der Wahnsinn der EZB geht weiter. W√§hrend manche von einer Zinswende faseln, k√∂nnen wir diese nirgendwo keinesfalls erkennen. Lassen Sie sich nicht in die Irre f√ľhren. Um Klartext zu sprechen: Es gibt keine Zinswende und es wird auch in den n√§chsten Jahren keine geben! Markante Zinserh√∂hungen k√∂nnen wir uns alle ab-schminken. Der EZB-Chef Mario Draghi hat gestern verk√ľndet, dass der Zins weiterhin bei 0 Prozent und der Negativzins f√ľr Bankeinlagen bei der EZB weiterhin bei minus 0,4 Prozent bleiben. Was ist das bitte f√ľr eine Zinswende? Obendrein wurde verk√ľn-det, wie von uns richtig vorhergesagt, dass das irrsinnige Aufkaufprogramm der EZB, welches eigentlich Ende dieses Jahres enden sollte, abermals verl√§ngert wird. Zwar werden dann keine 60.000 Millionen Euro sondern nur noch 30 Milliarden Euro pro Monat, f√ľr weitere 9 Monate, gedruckt! Das sind jedoch immer noch 30.000 Millionen Euro pro Monat und insgesamt 270.000 Millionen zu viel. Das soll die Wende sein? Wir gehen davon aus, dass auch im September 2018 damit nicht Schluss ist und auch 2019 weiterhin Geld von der EZB Geld gedruckt wird und der Zins im Keller bleiben wird, da Draghi keinen Plan B zur L√∂sung der Krise hat au√üer dieses eine Notenbank-experiment welches an pure Verzweiflung grenzt. Die Party an den M√§rkten d√ľrfte also bis dahin weiter gehen. Es bleibt spannend was die EZB noch aufkaufen will. Wir wer-den im September 2018 dann eine noch ratlosere EZB sehen, die weiterhin verzweifelt Zeit kaufen wird, welche die Politik abermals nicht nutzen wird.


Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Bis zum heutigen Tag hat allein die EZB √ľber 2.188.000.000.000 Euro (2,188 Billionen Euro) in die M√§rkte gepumpt und seit gestern ist bekannt, dass kein Ende in Sicht ist. Der Wahnsinn wird sich bis September auf 2,55 Billionen auft√ľrmen f√ľr im Notfall wir alle haften m√ľssen. In Anbetracht der gigantischen Schuldenberge und der √§u√üerst schwachen Wirtschaft insbesondere in Griechenland und Italien, aber auch in Frankreich, Portugal und Spanien werden wir auch in Zukunft keine markanten Zinserh√∂hungen sehen, da ansonsten eben diese Staaten relativ z√ľgig erhebliche Refinanzierungsprobleme bekommen w√ľrden. Unbestreitbar ist der Euro viel zu stark f√ľr die L√§nder S√ľdeuropas und viel zu schwach f√ľr Deutschland. Diese Tatsache wird auch Herr Draghi mit seinem unverantwortlichen Programm nicht ver√§ndern k√∂nnen. Im Zins- und W√§hrungskorsett des Euros wird die S√ľdschiene Europas niemals auf die Beine kommen.

Gegenw√§rtig ist die Bilanzsumme der EZB, mit √ľber 5 Billionen Euro, wovon 2,2 Billionen Euro auf die Wertpapierk√§ufe entfallen, h√∂her als die der US-Notenbank FED. Die EZB ist mittlerweile zu einem wichtigen Marktteilnehmer geworden. Sie kauft Aktien und Anleihen von Unternehmen auf, welche auf eher t√∂nernen F√ľ√üen stehen. Obendrein kauft sie Staatsanleihen von L√§ndern wie beispielsweise Griechenland auf, welche faktisch bankrott sind, oder L√§ndern wie Italien, welche wirtschaftlich gese-hen mit dem R√ľcken zur Wand stehen. L√§ngst betreibt die EZB monet√§re Staatsfinanzierung welche offensichtlich verboten ist. Man kann es auch knallhart als Insolvenzverschleppung bezeichnen. Wenn Notenbanken auf globaler Ebene permanent in die M√§rkte eingreifen kann man nicht mehr von freier Marktwirtschaft sprechen sondern von Planwirtschaft. Fakt ist jedoch auch: mit der Notenbankpresse lassen sich nachhaltig keine Probleme l√∂sen auch wenn eben dies auf globaler Ebene versucht wird. Ein Blick nach Japan zeigt auf, wie weit man diesen Irrsinn treiben kann. Mittlerweile h√§lt die japanische Notenbank – Bank of Japan – 75 Prozent aller japanischen ETFs. Wo bitte soll die Reise hingehen? Werden Notenbanken bald die gr√∂√üten Anleihen-, Aktienbesitzer‚Ķ Es ist √ľberdeutlich, dass wir mittlerweile keine freien M√§rkte mehr haben, sondern dass ganz eindeutig eine Planwirtschaft der Notenbanken herrscht. Bekanntlicherweise hat Planwirtschaft noch nie funktioniert. Aber Herr Juncker hat jetzt eine L√∂sung pr√§sentier wie wir den Euro und die EU retten k√∂nnen: Die Ausweitung des Euros in alle L√§nder – ja auch in Rum√§nien und Bulgarien. Folglich werden wir uns in Zukunft warm anziehen m√ľssen.




Die beiden √Ėkonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller ‚ÄúDer gr√∂√üte Raubzug der Geschichte ‚Äď warum die Flei√üigen immer √§rmer und die Reichen immer reicher werden‚Äú. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweites Buch Der Crash ist die L√∂sung ‚Äď Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Verm√∂gen retten war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Jahr 2014 gelang ihnen mit ‚ÄěDer Crash ist die L√∂sung ‚Äď Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Verm√∂gen retten‚Äú ein weiterer Bestseller. Das Buch wurde im Jahresranking ebenfalls zum erfolgreichsten seiner Gattung. 2016 ist ihr dritter Bestseller ‚ÄěKapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen‚Äú erschienen. Im April 2017 ist ihr viertes Buch ‚ÄěSonst knallt¬īs!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken m√ľssen‚Äú das sie gemeinsam mit G√∂tz Werner (Gr√ľnder des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Das Buch schaffte es auf Anhieb auf die auf Platz 1 der manager magazin und Handelsblattbestsellerliste. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS.Weitere Informationen √ľber die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

47 Kommentare

47 Comments

  1. Rufus65

    27. Oktober 2017 19:53 at 19:53

    So ist es.

    Gut zusammengefasst

  2. Michael

    27. Oktober 2017 20:56 at 20:56

    Wir werden im September 2018 dann eine noch ratlosere EZB sehen, die weiterhin verzweifelt Zeit kaufen wird, welche die Politik abermals nicht nutzen wird. Unbestreitbar ist der Euro viel zu stark f√ľr die L√§nder S√ľdeuropas und viel zu schwach f√ľr Deutschland. Diese Tatsache wird auch Herr Draghi mit seinem unverantwortlichen Programm nicht ver√§ndern k√∂nnen. Im Zins- und W√§hrungskorsett des Euros wird die S√ľdschiene Europas niemals auf die Beine kommen.
    Solange mir mein Amigo von der Bank täglich versichert, garantiert und realisiert, dass ich nicht aus dem Sack kommen muss, weil die Scheinchen fließen, werde ich auch nicht aus meiner Lethargie erwachen.
    Leider gibt es das nicht im wirklichen Leben f√ľr einzelne Personen, nur f√ľr die korrupten und unf√§higen S√ľdstaatenfamilien im EURO-Raum.

  3. PK

    27. Oktober 2017 21:46 at 21:46

    es ist doch interessant, wie deutlich Weik und Friedrich die Tonlage ge√§ndert haben im Vergleich zu „Der Crash ist die L√∂sung“.
    Wer das aufmerksam liest sieht, daß da nicht mehr das Ende der Aktien und ein totaler Crash prognostiziert werden.
    Und was sie oben schreiben stimmt nun an sich alles. Hat etwas gedauert, aber immerhin ist späte Einsicht besser als gar keine.
    Die aktuellen und zuk√ľnftigen Verlierer werden die Besitzer von Cash und Anleihen sein, das ist, bis auf einige kommende Korrekturen im Aktienmarkt eine absolut zwingende Folge dieses Systems.

    • Michael

      27. Oktober 2017 23:45 at 23:45

      @PK, f√ľr welchen Zeitraum prognostizieren Sie das:Die aktuellen und zuk√ľnftigen Verlierer werden die Besitzer von Cash und Anleihen sein„?

      • Seba

        28. Oktober 2017 08:21 at 08:21

        Ich glaube in den nächsten 2-5 Jahren. Hatte ich irgendwo mal gelesen. Sehe ich als realistisch an.

      • PK

        28. Oktober 2017 08:46 at 08:46

        also meine Aussage war nicht auf Sicht von 5 Monaten zu verstehen, sondern wirklich langfristig. Die Aktien können, besonders wenn die Steuerreform wie geplant kommt ohne weiteres 15% abgeben und ich denke, das werden sie auch zwischendurch tun.
        Aber langfristig sehe ich persönlich nur noch Scenarien, in denen alles was die Notenbanken NICHT drucken können besser abschneiden wird als Cash und Anleihen. Wir werden wahrscheinlich nie wieder eine echt positive Realverzinsung erleben. Der Zinserhöhungszyklus in den USA wird ab Mitte/Ende 2018 wieder Geschichte sein.
        Das eine Szenario ist sogar langfristig stabil (etwas, was die Weik und Friedrich gar nicht auf dem Schirm haben). Dabei wird einfach weiter Geld gedruckt und es gelingt einigermassen, die Deflation unter Kontrolle zu halten ohne da√ü es zu einer Inflation kommt. Daf√ľr spricht einfach, da√ü es jetzt viele Jahre gut gegangen ist. Und es ist einfach falsch zu behaupten das Risiko steigt damit nur noch mehr, das Gegenteil ist der Fall. Dazu muss man aber versuchen den Zustand nicht st√§ndig nur zu bewerten (wie Friedrich und Weik das immer tun), sondern mehr in den Beobachtermodus wechseln. Das gelingt nur ganz wenigen.
        Speziell hier ist immer wieder unisono das Gemaule zu hören, daß das doch nie gut gehen wird, daß das alles eine Blase ist, daß die Zentralbanken so schlimm sind etc. Anstatt einfach zu beobachten, was es seit Jahren mit den Märkten macht.

        Im anderen Szenario gelingt es nicht.
        Dieses endet zu 99% nicht in einer Deflation, sondern einer Hyperinflation und kompletter Vertrauensverlust.
        Der Grund ist, da√ü die Notenbanken nach den „positiven“ Erfahrungen Deflationen ja durch weitere QE fast beliebig bek√§mpfen werden, w√§hrend ihnen das bei einer Inflation nicht gelingen wird.

        Es ist aber egal, was letztendlich eintritt, weil in beiden Fällen die Einheit, in der Immos, Aktien Gold etc. gemessen werden immer kleiner wird. Im einen Fall langsam und schleichend, im anderen Fall chaotisch.

        • Gerd

          28. Oktober 2017 11:17 at 11:17

          Guten Morgen PK,
          „…Die Aktien k√∂nnen, besonders wenn die Steuerreform wie geplant kommt ohne weiteres 15% abgeben…“

          Das Thema Gewinnrealisierung/niedrigere Steuern auf den Gewinn wurde des öfteren schon erwähnt.
          Nochmal ein fragender Hinweis dazu:
          Wir tun dabei so, als w√§ren beim DOW seit Monaten keine Gewinne mitgenommen worden. Ich bin nat√ľrlich der Letzte der es wirklich wei√ü – aber ich behaupte mal provokativ, von rund 25% Kursplus sind bereits 20% durch „raus-rein-raus-rein“ realisiert und der Steuerpflicht unterworfen gewesen.

          Was ich damit zu bedenken geben will, es ist ja zumindest nicht ausgeschlossen, dass Gewinnrealisationen nach dem Stichtag der Steuererm√§√üigung √ľberhaupt nicht anstehen werden. Zumindest nicht deshalb, weil bis dahin auf den geringeren Steuersatz gewartet wurde.

          Beste Gr√ľ√üe

          • PK

            28. Oktober 2017 12:29 at 12:29

            ich denke keiner weiss das so genau.
            Aber ich vermute viele ETF und Aktien werden langfristig gehalten. Ich hab viele Anlagen z.B. nur noch deshalb, weil ich sie 2008 gekauft hab und nicht die Steuerfreiheit verlieren will.
            Buffet hat auch darauf hingewiesen, daß er ein Idiot wäre vor der Reform Gewinne zu realisieren.
            Der Anteil d√ľrfte nicht zu untersch√§tzen sein.
            Bereits einige Wochen vorher d√ľrfte aber implizierte Vola deutlich ansteigen und die Absicherungen beginnen.
            Ich rechne daher gar nicht mit einem Peak exakt an der Steuerreform, sondern bereits vorher.
            Aber ich glaube da kommt wirklich Bewegung in den Markt.
            Vielleicht einer der ganz wenige Momente wo man gezielt auf Volaanstieg spekulieren kann.

          • Gerd

            28. Oktober 2017 13:05 at 13:05

            PK, ich denke da an den Hinweis auf Ihre Großmutter. Die hält auch langfristig Рund gerade solche Anleger verkaufen auch nicht dann, wenn auf einmal der Kursgewinn-Steuersatz niedriger ist. Aber egal, ich weiß es tatsächlich nicht.

            Aber ich wei√ü nun was anderes. Ich hatte ja mal in eine pers√∂nliche Aussage von Ihnen dieser Tage ein bisschen mehr Positives reininterpretiert, als sie mit n√ľchternen Worten selbst ausgesagt hatten. Ich wei√ü jetzt aber, dass meine Interpretation richtig war:
            Mein Kompliment, Sie sind wirklich ein ausgesprochen schmucker Kerle und immer noch vergleichsweise sehr jung. Auch wenn Sie vor zw√∂lf Jahren vermutlich noch etwas j√ľnger waren. ūüôā

          • Wolfgang M.

            28. Oktober 2017 16:58 at 16:58

            @Gerd, da ich der Ansicht bin, dass die Korrektur wahrscheinlich von den USA ausgehen wird, habe ich mir ein paar Gedanken √ľber die Rolle der „Dickschiffe“ f√ľr die B√∂rsenentwicklung gemacht. Letzte Woche wurde im HB das Volumen an Finanzanlagen der Fondsgesellschaften BlackRock und Vanguard genannt, welches direkt auf die 11 Bio $ (im deutschen Sinne) zusteuert. Damit kommt ihnen eine sehr entscheidende Rolle f√ľr die B√∂rsenentwicklung (gerade jetzt vor der tax reform) zu. Gerade BlackRock d√ľrfte unglaublichen Einfluss besitzen. Nicht nur durch die politischen Kontakte (Wer hat wen im Wahlkampf unterst√ľtzt?), sondern speziell durch weitere Faktoren: Das Datenanalysesystem Aladdin von BR wird zur √úberwachung von Investmentportfolios im Wert von 15 Bio $ eingesetzt (fast 10% aller Verm√∂genswerte weltweit), Zentralbanken (Fed, EZB) lassen sich von BlackRock-Experten beraten – auch geschehen vor dem EZB-Kaufprogramm. Pers√∂nliche Gespr√§che zwischen BlackRock und Mario Draghi wurden sehr kritisiert. Heike Buchter stellte in ihrem Buch nach langj√§hriger Recherche √ľber BlackRock fest: “ Keine Regierung, keine Beh√∂rde hat so einen umfassenden Einblick in die globale Finanz-und Firmenwelt, wie BlackRock.“ So d√ľrfte dieser Verm√∂gensverwalter am detailliertesten Bescheid wissen √ľber den Verlauf der Realisierung oder Nichtrealisierung der tax reform von D. Trump. Was k√∂nnte man daraus schlussfolgern? Wenn die US-Dickschiffe der Ansicht sind, dass es mit dem langen Aufschwung zu Ende geht, m√ľsste die Distributionsphase ganz stark in Gang kommen – from strong to weak hands – so wie es „Segler oder war es PK“ bei der Analyse der letzten gro√üen Aktieneinbr√ľche festgestellt hatten. Es k√∂nnte aber √ľber l√§ngere Zeit geschehen, bei der gro√üen Konzentration auf die Dickschiffe kann dies aber nicht verborgen bleiben. Was denken Sie dar√ľber?
            Im √úbrigen k√∂nnte ich mir eine sp√ľrbare Korrektur der Wallstreet nach Beendigung der Berichtssaion vorstellen, genau wie nach Q1 und Q2. Sell the facts und bis zur Zinsentscheidung im Dezember w√§re auch noch eine Zeit hin. Gru√ü

          • Gerd

            29. Oktober 2017 08:14 at 08:14

            @Wolfgang, guten Morgen.
            Ich erkenne jetzt nur teilweise, worum es Ihnen in dem an mich gerichteten Kommentar geht. Ich versuch mal was.

            Bei Unternehmen wie Black Rock zählt doch ohnehin der Jahreschlussgewinn Рwas die Steuern angeht .
            Egal, zu welchem Zeitpunkt im Jahr sie Gewinne realisieren.
            Wir kennen den Inhalt der vorgesehenen Steuerreform √ľberhaupt nicht. Und schon gar nicht, wann sie in Kraft treten soll.
            Unterstellt, sie k√§me zum 1. Januar, dann w√ľrde es Sinn machen f√ľr Black Rock mit der Gewinnrealisierung bis zum neuen Jahr zu warten .
            Ich m√∂chte denen aber zuvorkommen wollen und w√ľrde schon „sell the facts“ praktizieren – im alten Jahr.
            Vielleicht kommt es nach einem erfolgreichen Abstimmungsvotum √ľber dann feststehende Details sogar spontan noch mal zu einem Kursaufb√§umen.

            W√ľrde die Reform dagegen noch f√ľr das alte Jahr und sogar r√ľckwirkend gelten, dann g√§be es (gem√§√ü PK) ohnehin sofort gro√üen Verkaufsdruck – weil e i n Haltegrund wegfiele.

            Noch ein paar herausgerissene Aussagen von Ihnen:
            „Bliebe als Indikator nur die Ver√§nderung der Cashquote bei aktiven Fonds“
            Bei einem plötzlichen Einbruch erkennen Sie die Veränderung viel zu spät.

            „Wenn die US-Dickschiffe der Ansicht sind, dass es mit dem langen Aufschwung zu Ende geht…
            …k√∂nnte aber √ľber l√§ngere Zeit geschehen,…kann…nicht verborgen bleiben“
            Wenn Sie sowas entdecken w√ľrden, gut. Meiner Wenigkeit bliebe das garantiert verborgen.

            Ich kann leider bereits nicht mehr unbefangen neutral urteilen, da ich in den letzten ein, zwei Wochen bereits short gegangen war .
            Deshalb ist meine Meinung immer auch von Hoffnung beeinflusst.

            Short beim Russel, S&P und zuletzt sogar fast auf Höchstkurs beim Dow (Hätte sogar schon mit Gewinn glattstellen können, aber wieder Mal zu gierig gewesen).
            Werde aber wohl noch mal aufstocken, sobald bzw je gesicherter Details und Wahrscheinlichkeiten f√ľr die Steuerreform publik werden – sofern das √ľberhaupt noch mal zu einem Anstieg f√ľhrt.

            Aber das muss ich auch erw√§hnen, einen R√ľckgang von rund 15 % bef√ľrchte ich bestenfalls dann, wenn mein oft erw√§hnter „schwarze Asteroid“ einschlagen w√ľrde. O.K, dann allerdings sogar noch ein bisschen mehr als 15%.
            Aber Steuerreform hin, Zinserh√∂hung und Bilanzreduzierung der FED her, da erwarte ich keinen Niedergang, der die 5% √ľbersteigt.
            (Es sei die Reform w√§re schwer entt√§uschend) Kommt nat√ľrlich auch drauf an, wo wir dann gerade uns befinden.
            Stand heute w√ľrde ich sagen, der Dow Jones runter bis auf schlimmstens 22500, der S&P runter bis max. 2450, der Russel evtl bis ca. 1400. (Eigenartig, selbst das w√§ren immer noch Werte, die ich vor 10 Monaten f√ľr v√∂llig au√üerirdisch eingestuft haben w√ľrde) Nasdaq habe ich gar nicht auf dem Bildschirm.
            Sch√∂ne Sonntagsgr√ľ√üe

        • PK

          28. Oktober 2017 19:14 at 19:14

          @Wolfgang
          Zu Black Rock:
          Die haben unbestritten einen Rieseneinfluss auf die Firmen (Aktionärsversammlung), da sie tatsächlich prozentual gigantische Anteile an z.B. vielen Dax Firmen halten.
          Aber der Gro√üteil der gehaltenen Aktien sind eben √ľber passive Fonds wie ETF, wo Black Rock keine unmittelbare Entscheidungsgewalt √ľber An/Verkauf hat.
          Und auch bei den aktiven Fonds gibt es, bis auf eine relativ geringe Varationsmöglichkeit der Cashquote keinen so großen Einfluss.

          Generell wird das Thema ETF und die daraus resultierende Gefahr f√ľr die B√∂rsenstabilt√§t ziemlich hochgekocht (unter anderem von den Kreisen, denen aktuell die Pfr√ľnde und Provisionen fl√∂ten gehen).
          Man muss ja im Prinzip nur √ľber alle in Fonds gehaltenen Aktien summieren und da kommt heute nicht viel anderes raus als vor 15 Jahren, als noch die meisten Aktien in aktiven Fonds gehalten wurden.
          Die Fangs z.B., die jetzt aufgrund der hohen Gewichtung in sehr vielen ETF stecken, wären halt vorher in einer ähnlichen Gewichtung im statistischen Mittel der aktiven Fonds vertreten gewesen.
          Bei einer Panik ist es daher egal, ob die Endkunden die aktiven Fonds in den Markt werfen oder die ETF’s.

          • Wolfgang M.

            28. Oktober 2017 22:39 at 22:39

            @PK. Stimmt, da haben Sie recht. Bliebe als Indikator nur die Ver√§nderung der Cashquote bei aktiven Fonds. Bei einer weiterer Zunahme der ETF’s w√ľrden aber die zittrigen H√§nde etwas gr√∂√üeren Einfluss auf die M√§rkte bekommen, denn Fondsmanager h√§tten bei stimmungsgetriebenen Verk√§ufen der Anleger nichts gegenzusetzen. Die im Vergleich zu aktiven Fonds niedrigen Geb√ľhren k√∂nnten dies auch noch erleichtern. (Bei echter Panik w√§re es aber egal.) Danke f√ľr die Erl√§uterung.

          • Gerd

            2. November 2017 12:33 at 12:33

            @Wolfgang M., hallo, hatte nachstehendes auf Wiedervorlage, bis dein Name mal wieder auftauchte.
            Das passt jetzt sogar noch gut zum j√ľngsten Beitrag.
            War vor etlichen Tagen eine Antwort auf PK’s Kommentar:

            Wolfgang: “ Bliebe als Indikator nur die Veränderung der Cashquote bei aktiven Fonds.“

            Falls ein Fonds st√§ndig weitere Geldzufl√ľsse verzeichnet, diese aber nicht im selben Monat/Vierteljahr investiert (siehe auch Buffet), steigt die Cashquote zwangl√§ufig an. Das hie√üe in dem Fall aber noch lange nicht, dass der Fonds den Ausstieg eingel√§utet h√§tte. Also k√§me das als Ausstiegsindikator m.E. doch nicht in Frage.

            Man m√ľsste schon, wenn √ľberhaupt, dann die Ver√§nderung des absoluten Investitionsvolumens betrachten – ob sich das verringert hat, statt nur das Verh√§ltnis Barmittel zu Aktienbestand.

  4. Christoph

    27. Oktober 2017 22:51 at 22:51

    Der Markt w√ľrde daf√ľr sorgen, dass die Politiker mal in die p√∂tte kommen, aber man l√§sst ihn ja nicht. Stattdessen wird durch die EZB so viel Watte verteilt wie nur m√∂glich, damit es sch√∂n bequem ist. Eine Illusion! Aber wen juckts.. .sind nicht bald wieder Wahlen irgendwo?
    System fail !!!!!

  5. Seba

    27. Oktober 2017 23:33 at 23:33

    Brillant geschrieben aber leider sehr traurig die ganze Geschichte. Wieso wachen die Mitmenschen nicht auf?

    • Michael

      28. Oktober 2017 00:14 at 00:14

      @Seba, Mitmenschen wachen schon langsam auf, ich denke, da gibt es inzwischen sehr viele. Aber vergessen Sie nicht: Menschen, die andere Mitmenschen emotional oder rational in ihr Denken einbeziehen, werden inzwischen herablassend als Gutmenschen bezeichnet und schweigen lieber angesichts der „wissenschaftlichen“ Wortgewalt finanziell erfolgreicher Menschen. Wir diskutieren hier in einem Finanzmarktumfeld. Hier geht es nicht um Menschen, sondern um Profit, um Gier, um Gewinn.
      Mitmenschen, Menschlichkeit, das sind Synonyme f√ľr Schw√§che. Heute 100 Pips auf Kosten anderer gemacht, das ist angesagt. Am Freitag noch schnell 3.000 EUR gemacht, lass uns da mal 1.000 oder 2.0000 EUR abfeiern.

      • Seba

        28. Oktober 2017 08:22 at 08:22

        Leider war Michael.

      • Steve

        31. Oktober 2017 11:28 at 11:28

        Völlig falsche Definition von Gutmensch !

        Ein Gutmensch ist jemand der sich zum eigenem (wohlf√ľhl)Vorteil f√ľr eine kurzfristige Sache einsetzt, ohne die langfristigen Folgen zu ber√ľcksichtigen.

    • Petkov

      28. Oktober 2017 09:30 at 09:30

      Hallo Seba, die Mitmenschen wachen nicht auf, weil die Politik bislang zwei Sachen erstaunlich gut macht:
      1. Sehr gelungene Dosierung der stetigen, schleichenden Enteignung gepaart mit
      2. Sehr erfolgreich kontrollierter und manipulierter Medienlandschaft nach den exakt gleichen Prinzipien wie fr√ľher im kommunistischen Ostblock.
      3. Systematische Stigmatisierung der Menschen, die Missst√§nde offen ansprechen: du findest die ‚ā¨-Zone zwar gut gedacht, aber dramatisch falsch umgesetzt? Du rechter Mob, ewig Gestriger, Solidarit√§tsverweigerer. Europa w√§re ja so marginal ohne den Euro… und zwar genau in seiner jetzigen Form. Wenn man die W√§hrungsunion reformiert, wird der Hitler auferstehen usw… Und das Ganze perfekt durch mediale Einfl√ľsse unterst√ľtzt, bis die suggerierte alternative Wahrnehmung als die eigene akzeptiert wird.

      Wie gesagt: alles in √§hnlicher Form schon gehabt im Osten (die aktuelle EU-Wirtschafts- und Finanzpolitik tr√§gt viele Grundz√ľge einer Planwirtschaft). Und es kann viele Jahre gutgehen.

      Und das Wichtigste zum Schluss: danach wachen die Menschen nicht einfach auf! Die werden vielmehr brutal aus dem Schlaf gerissen und flippen v√∂llig aus. Und ehemalige freundliche, tolerante, solidarische und f√ľrsorgliche Mitmenschen verwandeln sich in Zombies.

      Wie wehrt man sich erfolgreich dagegen? Indem alle gemeinsam kompromisslos gegen die Unterwanderung und den Missbrauch von Demokratie, Toleranz, Solidarität und Sozialsysteme kämpfen.
      Und indem man sich politisch den Mund nicht verbieten l√§sst. Fr√ľher waren Menschen bereit, ihr Leben zu riskieren, um die Wahrheit auszusprechen. Daran sollten wir denken und heute das Beste aus unseren Chancen machen.

      • Seba

        29. Oktober 2017 20:41 at 20:41

        Danke Petkov. Da ist was dran.

      • Steve

        31. Oktober 2017 11:33 at 11:33

        Exact .

        Eine wildgewordene oder verängstigte Herde Schafe , kann dich auch tottrampeln.

        Siehe YT „wilde Schafherde“

  6. Nicola

    27. Oktober 2017 23:58 at 23:58

    Zum schwachen Euro.

    Export Deutschland -> USA st√§ndig √ľber die Jahre gestiegen.
    (Quelle: https://www.census.gov/foreign-trade/balance/c4280.html , 2017)

    Mehr als 1/4 des Gesamtexport aus der EU nach USA stammt aus Deutschland, vor allem Autos.
    Unter 30 Länder auf dem Welt, Deutschland ist das Land mit dem 3. beste Verhältnis Export/Import.
    Wenn dieses Verhältnis durch den Anzahl der Einwohner gewichtet wird, dann hat Deutschland die 1 Position (weit weg von der 2.)
    (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_the_largest_trading_partners_of_the_United_States , 2016)
    Man k√∂nnte noch viele andere Werte rechnen, gewichtet nach BIP usw., und leicht entnehmen, welche riesige Vorteile Deutschland durch einen schw√§cher ‚ā¨ gegen√ľber den $ hat.

    Zur niedrigen Zinsen.

    Deutschland geh√∂rt zu den Kreditnehmer-freundlichsten L√§ndern der EU, (Zinsen f√ľr privat Konsumenten-Kredit in Deutschland: 5%, Italien 7%, Spanien und Portugal 8%-9%), die Staatsanleihen Deutschlands sind die g√ľnstigsten auf dem Welt (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77722/umfrage/rendite-von-zehnjaehrigen-staatsanleihen-nach-europaeischen-laendern/), dies hei√üt, dass Deutschland (das Land, aber auch die deutsche Firmen) zahlen f√ľrs Geld fast nichts (Griechenland zahlt mehr als das 10-fach von was Deutschland zahlt), und doch bekommen (deutsche Firmen) ganz einfach Kapitalen die investiert werden k√∂nnen. Wenn z.B. Fiat Kapitalen f√ľr die Investitionen (Entwicklung, neue Niederlassungen..) sammelt, muss viel mehr zur√ľckzahlen als BMW oder Daimler.
    S. auch https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/26/firmen-in-sued-europa-zahlen-rekord-zinsen/

    Nachteil der niedrigen Zinsen gilt nur f√ľr private Haushalte, und zwar, die, die nicht Investment- oder Konsum-orientiert, sondern eher sparorientiert sind, und f√ľr die passive Renditenformen (unter anderem, die Pensionskassen).

    Seit einige Jahre, bringt praktisch jeder Fond (auch die ETFs) viel mehr Rendite als passives Sparen, wer hier sich dar√ľber beschwert, spuckt auf den Teller, von dem man isst.
    Wachstum, gib’t nur durch Investition, nicht durch Sparen.

    Risiken:

    Die Anleihen die gekauft werden, haben einen „Investment-Grade-Rating“, daher sind nicht unbedingt Verlustgesch√§fte, und sowieso (Q3.3 in http://www.ecb.europa.eu/mopo/implement/omt/html/cspp-qa.en.html) werden die Risiken unter Kontrol gehalten.
    Noch dazu, Anleihenk√§ufe werden zum gr√∂√üten Teil √ľber die nationalen Zentralbanken abgewickelt, die sich vor allem auf Papiere des jeweiligen Heimatlandes konzentrieren.

    Das Rettungsprogramm ist komplex, und es ist nicht m√∂glich ausf√ľhrlich alle Aspekte und Wirkungen hier zu analysieren, was ich hier hervorheben m√∂chte ist, dass Deutschland bis jetzt, fast ohne Risiken, viel mehr Vorteile geniessen darf, als anderen L√§nder, durch die Wirtschaftslage und die Umsetzung des Programm von EZB/Draghi.

    • Michael

      28. Oktober 2017 02:27 at 02:27

      @Nicola,
      was ich hier hervorheben möchte ist, dass Deutschland bis jetzt, fast ohne Risiken, viel mehr Vorteile geniessen darf, als anderen Länder, durch die Wirtschaftslage und die Umsetzung des Programm von EZB/Draghi
      Aber trägt nicht Deutschland zum größten Teil die Risiken von Chaoswirtschaften, wie sie in Italien, Spanien, Griechenland und vielen ehemaligen Ostblockstaaten derzeit zelebriert werden?
      Berufen Sie sich nicht mit Ihren Statistiken auf globale Gro√ükonzerne, die zwar noch deutsche Namen wie VW, BMW, Daimler bzw. Mercedes, Porsche tragen, aber l√§ngst die Methoden der gro√üen Verbrecher und Betr√ľger aus dem Fernen Westen adaptiert haben?
      Nachteil der niedrigen Zinsen gilt nur f√ľr private Haushalte, und zwar die, die nicht Investment- oder Konsum-orientiert, sondern eher sparorientiert sind, und f√ľr die passive Renditenformen (unter anderem, die Pensionskassen)…
      Private Haushalte, deutsche Sparer sind aber nun einmal mehrheitlich der Ansicht, dass Sicherheit und Garantie z√§hlt. Die w√ľrden sich mit dem begn√ľgen, das man ihnen bei Vertragsabschluss nicht nur versprochen, sondern garantiert hat. Z. B. l√§cherliche 4,5% p.a. f√ľr eine Lebens- oder Rentenversicherung. Die g√∂nnen den versprechenden Investoren neidlos ihre 4,5% p.m., die ja an den B√∂rsen derzeit schon eher p.w. eingefahren werden.

      • Nicola

        28. Oktober 2017 12:01 at 12:01

        @Michael, was ist eine „Chaoswirtschaft“? bitte lesen Sie hier: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4021/umfrage/veraenderung-des-bip-in-ausgewaehlten-eu-staaten/
        Wachstum BIP (in % gegen√ľber Vorquartal): Deutschland 0.6%, Spanien 0,9%, Italien/Griechenland 0,4%.

        Noch dazu
        DAX-Industrieunternehmen erzielen ca. drei Viertel ihres Umsatzes
        außerhalb Deutschlands (Quelle: pwc Рhttps://www.pwc.de/de/kapitalmarktorientierte-unternehmen/assets/dax-konzerne-wachsen-im-ausland.pdf).

        Ich glaube der deutsche Michel (symbolische und nicht pers√∂nliche Referenz hier) sollte mal einsehen und kapieren, dass die Mitfahrer in Europa eher eine Rettung und ein Segen f√ľr Deutschland sind, und nicht ein Last.
        Das Model kann eigentlich auch mathematisch beschrieben werden (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4uber-Beute-Beziehung), und dem kann man entnehmen, dass der Ablauf zyklisch ist (wie jeder Ph√§nomen in der Natur), und, dass ohne „Beute“, es keine „R√§uber“ gibt.
        Bitte, diese zwei letzte Bezeichnung eher als Funktionen verstehen, nicht als Bewertung.

        Lächerliche 4,5% p.a.? dies ist und war gar nicht wenig, weder heute, noch gestern.

        • Gerd

          28. Oktober 2017 12:54 at 12:54

          Bis jetzt kaufen die von Ihnen genannten Staaten via Target-Salden (quasi offene Rechnungen bei der EZB) nur auf Pump in Deutschland.
          Das muss ja nicht unbedingt so bleiben.
          Aber im Moment jedenfalls gibt der deutsche Arbeiter – grob gesagt – durch Umleitung seiner eigenen Steuerzahlungen den s√ľdl√§ndischen Volkswirtschaften erst die M√∂glichkeit, die Produkte √ľberhaupt auf Kredit zu kaufen – f√ľr deren Herstellung er wiederum Tag f√ľr Tag (schwer) arbeitet. Da haben sich mittlerweile rund 800 Mrd. Euro angeh√§uft. Und jeden Monat erh√∂hen sich die deutschen Au√üenst√§nde.

          Ein Nebenbeihinweis. Bei Export√ľbersch√ľssen ins nicht Euro-Ausland gibt es diese offenen Rechnungen in der eklatanten Weise nicht. Da kann sowas √ľber das „Vertrauen in die Importnation-W√§hrung“ (durch Devisenkurs-Auf-und Ab) reguliert werden.

          • Nicola

            28. Oktober 2017 15:49 at 15:49

            Gerd, die Target-Salden sind ein Mass der Import√ľbersch√ľsse eines Landes, innerhalb der EU, da Target nur innerhalb der EU gilt.
            St√∂rt dies Ihnen? dann, st√∂rt es auch, dass Deutschland massiv Export√ľbersch√ľsse hat?
            Glauben Sie mir, der deutsche Arbeiter kann √ľberhaupt was essen, weil andere Volkswirtschaften es gibt, die seine teuere (und gute) Produkte kaufen.

            Bei Export√ľbersch√ľssen ins nicht Euro-Ausland gilt Target2 nicht, und bestehen auch nicht die Gr√ľnde eine √§hnliche L√∂sung einzusetzen.

            Gerd, wenn Sie Begriffe wie Target-Salden kennen, heißt, dass Sie kompetent sind, und dann sachlich zu bleiben wäre unter diese Umstände eher ein Pflicht.
            Oder w√ľnschen Sie sich, dass ein Mauer gebaut wird nicht nur, wieder, zwischen West- (reich?) und Ost-Deutschland (arm?), sondern rund-um Deutschland in Europa, dann bleiben als Kunden f√ľr Daimler, BMW usw. nur paar Diktatoren aus Bananen-Republiken?

            Sie Untersch√§tzen v√∂llig, und dies ist nicht ehrenhaft f√ľr die Intelligenz, wie viel Geld noch freiwillig aus dem Ausland nach Deutschland flie√üt: viele Agenturen sind entstanden, um Immobilien in Deutschland an Chinesen, usw zu verkaufen…. (dies treibt die Preise nach oben? willkommen in nicht Plan-Wirtschaft…..)…. ebenso, untersch√§tzen Sie wie viele Ingenieure, √Ąrzte aus Europa nach Deutschland umgezogen sind: Fachkr√§fte deren Kompetenzen-Aufbau anderen L√§nder finanziert haben durch ihre Unis, wof√ľr Deutschland kein Cent ausgeben musste.

          • Gerd

            29. Oktober 2017 08:51 at 08:51

            @Nicola, war ich nicht sachlich?
            Ich bin der Meinung dass ich ausschließlich Fakten benannt habe. Wertfrei, ohne meine persönliche Meinung.

            Ich habe angesichts der von Ihnen bemerkten Prozentzahlen zum Wirtschaftswachstum lediglich auf die TARGET2 Salden hingewiesen.
            Und f√ľr diejenigen, die es nicht wissen, habe ich die Wirkung ganz grob erkl√§rt.
            Nebenbei habe ich noch erwähnt, dass es mit dem Nicht-Euro-Ausland anders ist (da hortet Deutschland stattdessen Währungsreserven).

            Sie wiederholen meine diesbez√ľglichen Aussagen ausdr√ľcklich. Sie haben also das Wissen darum. Aber nicht jeder kennt den Begriff TARGET2 – und die Wenigsten k√∂nnen damit was anfangen, daher meine Kurzerkl√§rung.

            Und ja, mich st√∂ren die deutschen Export√ľbersch√ľsse sehr. Dar√ľber schimpfe ich seit Jahren. Das ist jetzt allerdings in der Tat Ausdruck meiner MEINUNG.

            √Ąhnlich wie Ihre Aussage „…der deutsche Arbeiter kann √ľberhaupt was essen, weil ..“ lediglich Ihre Meinung ist. Und den Satz empfinde ich √ľbrigens als √ľberhaupt nicht sachlich.

            Viele Gr√ľ√üe

    • Seba

      28. Oktober 2017 08:26 at 08:26

      @ Nicola:

      Ja, wir profitieren vom schwachen Euro aber unsere Partner der EU-Wertegemeinschaft leiden und vegetieren vor sich hin. Das ist tatsächlich wie von Friedrich und Weik treffend erkannt eine tickende Zeitbombe.

      Risiken: Das wird sich noch herausstellen. Hoffen wir das beste.

    • PK

      28. Oktober 2017 08:56 at 08:56

      Hallo Nicola,

      da spricht einiges an Kompetenz aus Ihrem Posting.
      Ich finde es gut, da√ü es noch Ansichten jenseits des √ľblichen Anti Euro Gebashes gibt. Die Crash Propheten, die mit ihren Fehlprognosen auch noch viele Menschen √§rmer als reicher gemacht haben, gehen mir dagegen schon seit Jahren auf die Nerven. Leider werden sie, trotz ihrer nachgewiesenen Fehleinsch√§tzungen, immer noch von einer bestimmten Gruppe gefeiert. Aber wenn man selber falsch liegt, ist es in der Natur des Menschen sich Best√§tigung von gleich Denkenden zu holen, anstatt mal auf die Idee zu kommen die eigene Position zu √ľberdenken.

    • Wolfgang M.

      28. Oktober 2017 09:05 at 09:05

      Entschuldigung Nicola, mit meinem Kommentar waren nat√ľrlich Sie gemeint. War zu fr√ľh! Gru√ü

    • Steve

      31. Oktober 2017 11:44 at 11:44

      Lach .
      Ok die EU trollschreiber sind also auch da .

      Wenn man nur die EURpolitik betrachtet kann man das mit viel Fantasie so sehen.
      EURO und EU zu trennen ist aber nicht sachlich !

      Die 3mrd zinseinsparung , werden durch die j√§hrlich geplanten 30mrd fl√ľchtlingsausgaben …ganz klein wenig…√ľbertreffen.

      MilliardenB√ľrgschaften +900 mrd target2 schulden als „fast keine risiken“ zu bezeichnen , grenzt schon an Schwachsinn .

      Ich hoffe sie sind einfach nur ein bezahlter Schreiber und glauben das nicht ernsthaft

      • Steve

        31. Oktober 2017 12:00 at 12:00

        Btw kann der Deutsche nicht von verkauften deutschen Waren essen , sondern von BEZAHLTEN !

        Das ist der kleine 900mrd unterschied auf dem target2Konto .

        Im normal leben wäre so ein Saldo(auch im.Verhältnis zum Grundkapital ) gar nicht möglich . die nötige Korrektur hätte längst stattgefunden.

        Sichtbar wird das im der , seit Jahren niedrigen Lohnsteigerung .

        Die 900mrd fehlen in den sozialkassen , bei der Lohnsteigerungen , bei den zukunftsinvestotionen , bei dem Sparguthaben. Da wurden die 900,mrd indirekt abgezogen

  7. leftutti

    28. Oktober 2017 03:02 at 03:02

    @Nicola, wissen Sie wirklich, wovon Sie reden: Seit einige Jahre, bringt praktisch jeder Fond (auch die ETFs) viel mehr Rendite als passives Sparen, wer hier sich dar√ľber beschwert, spuckt auf den Teller, von dem man isst.
    Vor kurzem wurde f√ľr mich eine fondsgebundene Rentenversicherung f√§llig, ich habe 10% weniger erhalten, als ich eingezahlt habe. Eine andere konventionelle Rentenversicherung verspricht mir nach derzeitigem Stand und nach 20 Jahren, mein eingezahltes Kapital zumindest wieder zu erstatten. Nicht mehr, nicht weniger.
    Ich spucke tatsächlich auf diesen Teller und frage mich, wo der Unterschied zwischen Investition und Sparen ist.

    • PK

      28. Oktober 2017 09:52 at 09:52

      das liegt aber daran, daß Sie bei solchen Produkten in erster Linie nur den Versicherungskonzern und den Berater der Ihnen den Abschluss aufgeschwatzt hat bezahlen.
      Finger weg von Riester und Co. !
      Seine Geldverwaltung muss jeder selber in die Hand nehmen und dabei vor allem die Kosten minimieren (ETF etc.).
      Die Anleitung f√ľr ETF Ansparen mit dem Cost Average Effect passt in 5 S√§tze und ist erfolgreicher als jede Alternative.
      Das Dumme dabei ist, da√ü viele nie damit anfangen weil sie auf den idealen Zeitpunkt warten. Der sieht idealerweise so aus, da√ü die Konjunktur super l√§uft, keine Krisenherde, KGV bei 5 … you name it.
      Dabei ist es langfristig eher egal wann man mit so einem Sparplan anfängt wenn man unter 35 ist.

  8. Wolfgang M.

    28. Oktober 2017 08:19 at 08:19

    Jana, das haben Sie sch√∂n dargelegt, wer derzeit sehr stark von der gegenw√§rtigen EZB-Politik profitiert, auch wenn es viel Gegenargumente gibt. Es ist auch eine Best√§tigung f√ľr die mehrfach ge√§u√üerte These von PK, dass es bei der gro√üen Bereinigung sehr um die Halter von Cash und Anleihen gehen wird. Bei 1,2 Bio ‚ā¨ auf Geldkonten schl√§gt die finanzielle Repression jetzt schon von Jahr zu Jahr mehr zu – die mehrfach publizierte Summe in Mrd. ‚ā¨ wird einfach ignoriert. Was ist.ein Teil der L√∂sung? Sachwerte (auch wenn es schon unglaublich abgedroschen klingt). Selbst die schlechteste Aktie im Dax und dies schon seit Jahren, die Deutsche Bank – gegr√ľndet im 19. Jahrhundert, hat zwei Weltkriege und W√§hrungsreformen √ľberstanden und verk√∂rpert immer noch einen, wenngleich bescheidenen, Wert. Nur ein Beispiel. Es gibt auch noch Gold u.s.w. Gru√ü

  9. Ex-Bänker

    28. Oktober 2017 09:46 at 09:46

    @P.K einige Anmerkungen.
    Friedrich u.Weik haben oder werden zu 100 % Recht bekommen.Sie sind anscheinend angetan von dieser Planwirtschaft.Diese Crash-Propheten,die Sie so nerven ,prognostizieren immerhin etwas ,was es immer wieder gegeben hat.Planwirtschaft hat aber noch nie funktioniert !

    • PK

      28. Oktober 2017 12:35 at 12:35

      Sie haben wieder nicht begriffen was ich sagen wollte.
      Ich bin nicht angetan davon, nur weil ich die Auswirkungen auf den Aktienmarkt völlig anders einschätze und damit bislang auch recht behalten hab.
      Das meinte ich mit dem Unterschied zwischen beurteilen und beobachten.
      Viele schaffen es leider nicht, etwas schlecht zu finden aber trotzdem Aktien long zu gehen. Wenn es nach mir gehen w√ľrde, w√§ren wir niemals in dieser Situation. Wir h√§tten garantiert auch keinen Euro und die Staatsverschuldung w√§re bei max.30 %.
      Ich beschäftige mich aber nur mit der Frage, womit ich in der nächsten Zeit am besten fahren werde.
      Und was die Crash Propheten betrifft:
      Zu jeder Prognose, sofern man sie denn √ľberhaupt irgendwie bei der Geldanlage umsetzen will, geh√∂rt ein grober Zeitplan. Ansonsten ist sie v√∂llig wertlos.

  10. Nicola

    28. Oktober 2017 12:06 at 12:06

    Seba, was meinen Sie konkret mit „leiden und vegetieren vor sich hin“? Ist dies ein Gef√ľhl, oder haben Sie belastbaren Daten die darauf hinweisen?

    • Rufus65

      29. Oktober 2017 09:34 at 09:34

      Nicola: die wirtschaftlichen Daten aus der s√ľdzone sprechen eine klare Sprache. Die Volkswirtschaften vegetieren tats√§chlich vor sich hin und leiden immens.

    • Seba

      31. Oktober 2017 20:50 at 20:50

      Das sind alles volkswirtschaftliche Eckdaten, die dies untermauern.

  11. Peter

    28. Oktober 2017 13:32 at 13:32

    Der Crash kommt wenn keiner mehr dran denkt.
    Im November schon der erste Abschwung.
    Cyklus 8 Jahre
    Also aufpassen
    75% richtung S√ľden die n√§chsten Quartale.

    • Nicola

      28. Oktober 2017 14:48 at 14:48

      Es gibt Astronomen und Astrologen.
      Es gibt Analysten, und …….

      Herr „Peter“, sagen Sie mir selbst bitte, welches Wort am besten hier passt?

      Bitte beachten Sie dabei, dass √ľberpr√ľfbare Aussagen von Astrologen statistisch nicht signifikant besser zutreffen als willk√ľrliche Behauptungen.

  12. hans

    28. Oktober 2017 17:03 at 17:03

    Das Geld besteht nur aus Ezbseb rnd Nullen,mehr nicht!

    Verbrecher eben, die sich nicht anderst zu helfen wissen und das Volk f√ľr bl√∂d halten.

    Gold, Gold und mochmals Gold und zwar nicht virtuell !!

  13. hans

    28. Oktober 2017 17:04 at 17:04

    Einsen, sorry

  14. Pingback: W. Erbe informiert: Zwei Drohnen ersetzen 100 Arbeiter! / Die EZB hat 2,188 Billionen Euro verbrannt! / u.a.m.! | Arbeitskreis Gewerkschafter/innen Aachen

  15. Steve

    31. Oktober 2017 10:54 at 10:54

    Als helicoptergeld hätte die Summe längst eine Hyperinflation ausgelöst .
    Zu dt mit einem Bruchteil davon h√§tte man seine ziele einfacher erreicht . (aber Geld verschenken k√∂nnte B√ľrger unabh√§ngigmachen wenn sie gut damit umgehen , evt k√∂nnten sie sogar am Geldsystem zweifeln …..ganz schlecht )

    Da die EU aber immer schlechter sein muss als die USA , sind wir lt Grafik grade erst in die Endphase eingetreten .auch die boj muss noch einiges tun damit die fed als kleinster Verlierer dasteht .

    …wir alle werden daf√ľr bezahlen ? ūüėÄ ich nicht.
    Wenn meine Silberunzen hyperdimensional im preis steigt, bekomm ich alle meine Steuereuros zur√ľck . mit ein paar Jahren Versp√§tung , ok . √ľber drei Ecken Umweg, ok ..daf√ľr mit reichlich Verzugszinsen.

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„√Ąhnlich wie 1937“

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Sind wir kurz vor einer Weltwirtschaftskrise? Einer der wichtigsten Hedgefondsmanager ist Ray Dalio. Sein Fonds Bridgewater verwaltet 150 Milliarden Dollar, und man h√∂rt ihm zu. So sagt er aktuell, dass man derzeit in einer Phase sei, die dem Jahr 1937 sehr √§hnlich sei. Die Zinsen seien niedrig, die Bewertungen hoch – und die Notenbanken w√ľrden aktuell ihre Geldpolitik zu √§ndern (Zinsen rauf und Gelddrucken zur√ľckfahren).

Daher sehe er Parallelen zu den Zeiten der Gro√üen Rezession gegen Ende der 30er-Jahre, so sagte er es zu „Business Insider“. In zwei Jahren beginne die Zeit, √ľber die er sich jetzt Sorgen mache. Die Fed werde dann erneut die Geldmenge erh√∂hen und mehr Geld drucken um das Defizit der USA zu finanzieren. Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen werde sehr gering sein. Der US-Dollar werde ziemlich schwach sein und gut 30% abwerten.

Also gibt Dalio den USA noch gut zwei Jahr Zeit. Die neue Krise werde noch schwerwiegender sein als die Finanzkrise im Jahr 2008. Es werde eher eine Dollar-Krise als eine Schulden-Krise sein, so Dalio. Und es werde eine Politik- und Sozial-Krise geben, die zu gr√∂√üeren innenpolitischen Verwerfungen in den USA f√ľhren werde als im Jahr 2008.

Dazu unser kleiner Kommentar: Naja… eher eine Dollar-Krise als Schulden-Krise? Die Amerikaner sind jetzt h√∂her verschuldet als im Jahr 2008. Von daher werden auch die Schulden ein massives Problem werden! Aber so viel zu unserer Meinung. Die Finanzkrise des Jahres 2008 habe laut Dalio bereits die Weltwirtschaftskrise zwischen den Jahren 1929-1932 widergespiegelt. Und jetzt befinden wir uns also im Jahr 1937, und warten auf 1939?

Ray Dalio
Ray Dalio. Foto: Grameen America – https://vimeo.com/247028348 (CC BY 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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T√ľrkei: Kein Bankenrettungsfonds, daf√ľr schw√§chere Wachstumsaussichten und sparsames Haushalten

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Ist Berat Albayrak, Pr√§sident Erdogans Schwiegersohn und j√ľngst von ihm neu eingesetzter Finanzminister, f√ľr die T√ľrkei ein kleiner Lichtblick in Sachen Vernunft und Seriosit√§t? Das k√∂nnte man doch glatt annehmen, wenn man seine heutigen Aussagen h√∂rt. Da war n√§mlich nichts zu h√∂ren vom Vertrauen auf Allah, von gro√üen Pl√§nen oder von Verschw√∂rungen des Auslands gegen die T√ľrkei.

Aber zun√§chst einmal die schlechte Nachricht. Anders als in den letzten Tagen vermutet hat Albayrak heute keine staatlich inszenierte Bankenrettung verk√ľndet. Konkrete Ger√ľchte lauteten so, dass der t√ľrkische Staat vorhabe √ľber ein Sondervehikel (Bad Bank?) den einheimischen Banken faule Kredite abzunehmen, um so den Finanzsektor des Landes zu stabilisieren. Dazu hie√ü es heute nur, dass die t√ľrkischen Banken nun einem Stresstest unterzogen werden sollen (‚ÄúHealth Assessment Studies‚ÄĚ), um die Qualit√§t ihrer Verm√∂genswerte (der ausgegebenen Kredite) zu „identifizieren“. Nach diesem Test k√∂nne man als Staat weitere Schritte einleiten, falls notwendig, so die Worte von Albayrak. Also kann die Bad Bank durch den t√ľrkischen Staat immer noch kommen – aber kurzfristig wohl erst mal nicht.

Offenbar will Albayrak eine Strategie der Transparenz fahren und keine hochtrabenden unrealistischen Ziele hinaus posaunen. Nach einem Wirtschaftswachstum von 7,4% in der T√ľrkei im letzten Jahr soll es laut seiner heutigen Aussage f√ľr 2018 nur ein Plus von 3,8% werden – das ist sehr wenig f√ľr die T√ľrkei. 2019 soll es bei 2,3% liegen. Dann w√§re man auf dem geringsten Wachstumswert seit 2010 angekommen. Viel n√ľtzen tut das Wachstum den meisten Menschen nicht, weil die Inflation von knapp 20% alles weg frisst, was an Einkommenszuw√§chsen dank BIP-Anstieg entsteht. Mit seiner aktuellen 3,8%-Prognose geht es drastisch nach unten nach vorigen Prognosen von 5,5% f√ľr 2018. Dass es ganz aktuell in der T√ľrkei drastische Verwerfungen gibt, zeigen auch die Autoverk√§ufe. Die Neuzulassungen im August sind um 53% geringer ausgefallen als im August 2017.

Auch hat Albayrak heute die staatliche Ausgabensituation angesprochen. Man plane keine weiteren Ausgabensch√ľbe, sondern wolle die staatlichen Ausgaben beschr√§nken. Damit will man wohl auch die √∂konomischen W√ľnsche ausl√§ndischer Beobachter befriedigen, wo man ausufernde Staatsschulden nat√ľrlich nicht gerne sieht. So will Albayrak noch nicht begonnene Leuchtturmprojekte nicht mehr realisieren. Sie galten in den letzten Jahren als gro√üe Wachstumstreiber der t√ľrkischen Binnenwirtschaft, wie der gigantische neue Gro√üflughafen in Istanbul.

Das Inflationsziel der T√ľrkei f√ľr das Gesamtjahr 2018 sei nun bei 20,8% (aktuell knapp unter 20%), und f√ľr 2019 sehe man sie bei 15,9%. Das klingt doch alles schon mal realistischer und seri√∂ser als beim gro√üen Vater Erdogan. Die T√ľrkische Lira (im Chart Euro vs Lira seit 10. September) zeigt sich seit Tagen uneinheitlich. Der kleine positive Impuls f√ľr die Lira durch die Zinsanhebung vom 13. September war bereits verpufft. Jetzt ist wichtig, dass Erdogan mal eine lange Zeit gar nichts sagt, damit Ruhe einkehren kann.

Euro vs Lira

Berat Albayrak - T√ľrkei Finanzminister
Berat Albayrak. Foto: President.az / Wikipedia (CC BY 4.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Sojabohnen-Importe der EU aus den USA explodieren – genialer PR-Gag von Juncker?

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Ist Jean-Claude Juncker ein genialer PR-Stratege? Aber von Anfang an. Wie die EU-Kommission heute vermeldet, sind die Sojabohnen-Importe der EU aus den USA regelrecht explodiert. Diese Meldung d√ľrfte Donald Trump br√ľhwarm gegen√ľber seiner l√§ndlichen W√§hler-Klientel promoten. Sie verliert dank des Handelskriegs gro√üvolumig Absatzm√§rkte in China, und ist somit heilfroh, dass ihr Pr√§sident als Ausgleich die EU als zunehmenden Absatzmarkt herbeigezaubert hat.

So hatten es Jean-Claude Juncker und Donald Trump am 25. Juli diesen Jahres medienwirksam gro√ü angek√ľndigt. Die EU werde die Sojabohnen-Importe aus den USA massiv ausweiten, um den USA in Sachen Ungleichgewicht im Au√üenhandel entgegenzukommen. F√ľr Trump war das gegen√ľber den US-Landwirten wie ein Sechser im Lotto. Und jetzt kann er in der Tat liefern. Vergleicht man die Sojabohnen-Importe der EU von Juli-September 2018 mit Juli-September 2017, dann haben sie um 133% zugenommen. Ein Wahnsinn, was der Donald da f√ľr seine W√§hler erreicht hat, nicht wahr?

Falsch! Diese Info ist n√§mlich nur eine optische T√§uschung. Auch wenn die Zahlen selbst stimmen m√∂gen – der Anstieg der Importe begann ja schon lange vor dem Treffen zwischen Juncker und Trump. Juncker wird sich die Importzahlen der EU aus den USA vor dem Treffen angesehen haben. Dort wird er die eh schon vorhandene gigantische Steigerung gesehen haben. So konnte er Trump enorme Zuw√§chse versprechen, die aber schon l√§ngst von der Privatwirtschaft in Europa selbst herbeigef√ľhrt worden waren!

Der Vergleichswert der heutigen Jubelmeldung der Kommission liegt im Jahr 2017, also lange vor dem Juncker-Trump-Treffen. Es ist also statistisch v√∂llig sinnfrei, wenn man diese aktuelle tolle Steigerung als Erfolg des Treffens der beiden verkauften will. Aber die Meldung der Kommission macht doch stark den Eindruck, als wolle man Trump damit schmeicheln nach dem Motto „schau her Donald, wir haben Wort gehalten“.

Und in der Tat, die Meldung k√∂nnte die gew√ľnschte Wirkung erzielen. Trump k√∂nnte in seiner einfachen Art die +133% als gro√üe Zahl in die Kameras verk√ľnden, und als seinen Erfolg verkaufen – obwohl die Steigerung bereits vor dem Treffen der beiden erzielt wurde. Sollte Juncker im vollen Wissen dieser schon vorhandenen enormen Steigerung das Versprechen an Trump gemacht haben am 25. Juli, dann w√§re er aus jetziger Sicht ein verdammt guter PR-Mann!

√úbrigens: Der US-Anteil an Sojabohnen-Importen in den EU ist gegen√ľber 2017 von 25% auf 52% gestiegen. Den Preis bezahlen vor allem zwei Exporteure, n√§mlich Brasilien und Paraguay. Sie haben massiv Marktanteile in der EU verloren. Aber keine Angst – jetzt kommt der Lacher an der Geschichte. Die Chinesen springen als Ersatz-K√§ufer in S√ľdamerika ein – denn die Regierung in Peking hat ja US-Sojabohnen mit Strafz√∂llen unrentabel gemacht, womit die s√ľdamerikanischen Sojabohnen erst interessant wurden f√ľr die Chinesen. So haben sich lediglich die globalen Liefer-Str√∂me verschoben. Hier mehr Detailinfos von der EU-Kommission im Wortlaut:

Landwirtschaftskommissar Phil Hogan erkl√§rte dazu: ‚ÄěIch begr√ľ√üe die j√ľngsten Handelszahlen, die zeigen, dass den Versprechen der Pr√§sidenten Juncker und Trump, den Handel zu intensivieren, Taten folgen, insbesondere in Bezug auf Sojabohnen. Dieses Ergebnis wurde m√∂glich durch unsere langj√§hrigen Handelsbeziehungen und zeigt, dass durch eine diese Beziehungen ausbauende Zusammenarbeit sehr viel erreicht werden kann.‚Äú

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Einfuhren von Sojabohnen aus den USA in die EU in den vergangenen Wochen kontinuierlich zugenommen haben:

Im Vergleich zu den ersten 12 Wochen des Wirtschaftsjahres 2017 (Juli bis Mitte September) stiegen die EU-Einfuhren von Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten um 133 % auf 1 473 749 Tonnen.Zum Zeitpunkt der ersten Meldung am 1. August 2018, die sich auf die ersten f√ľnf Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres erstreckte, beliefen sich die Einfuhren auf 360 000 Tonnen, was einer Steigerung gegen√ľber dem Vorjahr um 280 % entspricht.

Der Anteil der USA an den Gesamteinfuhren von Sojabohnen in die EU betr√§gt heute 52 %, gegen√ľber 25 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit liegen die USA an erster Stelle vor Brasilien (40 %), dem zweiten Hauptlieferanten der EU, Kanada (2,3 %), Paraguay (2,3 %) und Uruguay (1,7 %).
Hintergrund

Die EU f√ľhrt derzeit j√§hrlich rund 14 Millionen Tonnen Sojabohnen als Proteinquelle f√ľr Tiere (H√ľhner, Schweine und Rinder) sowie f√ľr die Sojamilcherzeugung ein. Sojabohnen aus den USA sind dank ihrer konkurrenzf√§higen Preise f√ľr europ√§ische Importeure und Verwender sehr attraktiv f√ľr den Einsatz als Tierfutter.

Die Daten des heute ver√∂ffentlichten Berichts zu Sojabohnen stammen von der Beobachtungsstelle f√ľr Ackerkulturen, die die Europ√§ische Kommission im Juli 2017 ins Leben gerufen hat, um im Interesse der Transparenz Marktdaten und kurzfristige Analysen zu verbreiten.

Sojabohnen-Importe der EU

Die folgende Grafik zeigt, dass der Anstieg der US-Ausfuhren von Sojabohnen Richtung EU stetig gesteigert wurde von 2017 bis 2018, und nicht sprunghaft ab dem 25. Juli 2018.

Sojabohnen

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