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EZB: die totale Bazooka, aber..

Von Markus Fugmann

Mehr geht wirklich nicht! Volles Rohr, all in, freßt oder sterbt. Senkung des Leitzinses – nicht erwartet. Senkung des Einlagezinses – das war erwartet. Käufe von Unternehmensanleihen, auch nicht wirklich erwartet. Ausweitung des QE um 20 Milliarden pro Monat – alleroberste Kante der Erwartung. Vier neue TLTROs, die sich an den Einlagezinsensen orientieren, sprich Negativzinsen haben – mehr, viel mehr als erwartet. Die totale Bazooka also. Dazu die Inflationserwartungen für 2016 radikal gesenkt von 1,0% auf nun 0,1%, für 2017 weniger drastisch, aber auch um 0,3%. Die Märkte hatten also allen Grund, nach oben zu laufen, das war mehr als die kühnste Erwartung!

Aber dann dieser eine Satz auf der Pressekonferenz eben, der das Ganze ins Wanken bringen kann:

„Sie wissen sicher, dass wir diskutiert haben, ein abgestuftes System von Einlagenzinsen einzuführen. Wir haben uns dagegen entscheiden. Wir wollten das Signal vermeiden, dass wir glauben könnten, mit den Zinsen beliebig weit gehen zu können.“

Wie bitte? Heißt das, jetzt war es das mit Zinssenkungen? Blickt man auf den Euro, der jetzt wieder weit über der 1,10-Marke handelt, nachdem er unter 1,09 gefallen war, lautet die Antwort: sieht ganz so aus!

Man geht also all in, und sagt dann: jetzt haben wir unser Pulver aber verschossen. Ob das so schlau war, sei dahingstellt. Es wird jetzt volatil werden, sehr volatil. Alles ist möglich – weil die EZB all in geht und sagt, man begeht gewissermaßen Selbstmord, wenn das nicht klappt. Machen wir uns besser auf einiges gefaßt!



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