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EZB-Direkter Mersch: Höhere Inflation in Sicht

EZB-Direktor Yves Mersch hat in einer heutigen Rede in Singapur die Vorzeichen für eine bevorstehende Wende in der Geldpolitik der EZB im nächsten Jahr sagen wir mal "verstärkt". Zwar gäbe es noch immer...

FMW-Redaktion

EZB-Direktor Yves Mersch hat in einer heutigen Rede in Singapur die Vorzeichen für eine bevorstehende Wende in der Geldpolitik der EZB im nächsten Jahr sagen wir mal „verstärkt“. Zwar gäbe es noch immer einen aktuell schwächelnden Inflationsanstieg – das würde aber vor allem an den Löhnen liegen, deren Wachstum immer noch gedämpft sei. Derzeit könne man von der Rückkehr der Inflation viel mehr ausgehen als noch vor ein paar Jahren, so Mersch.

„In these conditions, we can be more assured about the return of inflation to our objective than we were a few years ago.“

Hier die Passage mit einem längeren Originalzitat seiner Rede, in der er auch das starke Wirtschaftswachstum in der Eurozone betont:

„Euro area annual HICP inflation was 1.3% in June, down slightly from 1.4% in May, mainly due to lower energy price inflation. Looking ahead, on the basis of current futures prices for oil, headline inflation is likely to remain around current levels in the coming months. In these conditions, we can be more assured about the return of inflation to our objective than we were a few years ago. At the same time, measures of underlying inflation remain low and have yet to show convincing signs of a pick-up, as domestic cost pressures, including wage growth, are still subdued: although compensation per hour worked is rising, compensation per employee remains flat.“

Aus „politischem Wind werde Rückenwind“, so formulierte es Mersch heute. Damit bezieht er sich auf die aus seiner Sicht zunehmend positiven Signale von politischer Einigkeit in Europa. Aber da gäbe es natürlich immer noch eine Menge zu tun. Der Rückenwind werde somit die EZB-Politik noch verstärken, was die Inflation noch weiter antreibt – so darf man ihn sinngemäß verstehen. Es gäbe laut Mersch „neu entdeckte Zuversicht“ im Reformprozess in Europa, und auch neu entdeckte Unterstützung für die europäische Einigkeit. Dies fördere die Nachfrageseite und Investitionen. Aber wie gesagt, es gibt immer noch viel zu tun. Zitat:

„Still, the implementation of structural reforms needs to be substantially stepped up to increase resilience, reduce structural unemployment and boost productivity growth. Regarding fiscal policies, all countries would benefit from intensifying efforts towards achieving a more growth-friendly composition of public finances. A full, transparent and consistent implementation of the Stability and Growth Pact and of the macroeconomic imbalances procedure over time and across countries remains essential to bolster the resilience of the euro area economy.“

Im Herbst folgen aller Wahrscheinlichkeit nach ernsthafte Beratungen bei der EZB, wie man wohl ab Beginn 2018 eine Wende der aktuellen Geldpolitik einleiten kann – so die allgemeine Annahme der aktuellen Lage. Dieses Annahme wird durch die heutige Aussage von Mersch nur noch verstärkt. Daher ist es natürlich kein Wunder, dass der Euro weiter steigt (was natürlich auch noch andere Gründe hat).


EZB-Direktor Yves Mersch. Foto: EZB



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