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EZB, Fed, BOJ: Notenbanken transformieren freie Märkte in Planwirtschaft

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Von Claudio Kummerfeld

Was sich polemisch anhört, wird immer mehr Realität: Notenbanken wie die EZB transformieren freie Märkte in eine Art Planwirtschaft. Wenn es in der Realwirtschaft oder an der Börse nicht so läuft, „korrigiert“ der Staat. Klingt wie Sozialismus…
Neben der EZB ist die Fed der große Player beim QE
Neben der EZB ist die Federal Reserve der große Notenbank-Player. Am Donnerstag hält die Welt wieder den Atem an, wenn wahrscheinlich die Zinsen in den USA angehoben werden.
Foto: NilsTycho / Wikipedia / Public Domain

Eine Notenbank gehört nicht zum Regierungsapparat, ist aber dennoch ein staatliches Organ. Sie wird von einer Regierung ins Leben gerufen, ihre Chefs werden von Regierungen ernannt und sie arbeiten auf der Basis eines Gesetzes, dass die Regierung erlassen hat.

Fed

Die US-Notenbank „Federal Reserve“ z.B. hat neben dem Auftrag die Preisstabilität zu gewährleisten einen offiziell noch wichtigeren Auftrag von der US-Regierung, nämlich den Arbeitsmarkt zu unterstützen, so dass als Endresultat die Arbeitslosigkeit möglichst gering ist. So ersetzt die Fed im Großen und Ganzen in den USA die Haupttätigkeit des Wirtschafts- und Finanzministeriums.

In anderen Ländern werden Konjunkturprogramme aufgelegt, um die wirtschaftliche Tätigkeit anzuregen. In den USA fing man nach der Lehman-Krise an drei große sogenannte QE´s aufzulegen, Quantitative Easing (Anleihekaufprogramm). Die Notenbank Fed kaufte für astronomische Milliardensummen bis Ende 2014 US-Staatsanleihen von Marktteilnehmern auf in der Hoffnung sie würden das zusätzlich in den Markt strömende Cash in die Wirtschaft pumpen. Dadurch sollte die Wirtschaft auch als Ganzes dauerhaft auf die Beine kommen.

Dieser Stimulus hielt immer nur so lange, wie das QE lief. Kurz danach merkte man den Einbruch in der Realwirtschaft, und die Fed musste wieder ein QE auflegen, so dass Ende 2014 das dritte QE auslief. Kurz danach, Anfang 2015 begannen sich die Daten der US-Wirtschaft zu verfinstern (natürlich auch aufgrund anderer Faktoren). Viele Marktteilnehmer träumen jetzt schon vom 4. QE, aber im Augenblick steht in den USA eine erste kleine Zinserhöhung bevor. Die ganze Wirtschaft und Börse in den USA richtet sich an der Fed aus. Eigentlich sollte es umgekehrt sein.

Wirtschaft und Börse sollten sich eigentlich frei entwickeln und die Fed sollte regulierend eingreifen, wenn Deflation oder Inflation Überhand nehmen o.ä. Aber tatsächlich hat sich dies Situation umgedreht. Aktieninvestoren, Hedgefonds, Banken, die Realwirtschaft, alle richten ihre Investitionspläne danach aus, was die Fed macht. Erhöht sie die Zinsen, werden Börsianer und Realwirtschaft ihre Investitionen zurückfahren, weil das Geld teurer wird.

EZB

Die EZB hat neben den anderen bedeutenden Notenbank auch ihren Leitzins schon vor geraumer Zeit auf 0 gesenkt. Seit März betreibt auch sie nun das QE für die Eurozone – bis September 2016 sollen 1,2 Billionen Euro von künstlich erschaffenem EZB-Geld in die europäischen Anleihemärkte gepumpt werden. Denn die Wirtschaft in der Eurozone läuft immer noch nicht rund. Offiziell hat die EZB wie früher die Bundesbank für die D-Mark nur ein Ziel: Die Preisstabilität in der Eurozone gewährleisten, d.h. keine ausufernde Inflation und keine Deflation. Mit diesem Mandat kann sie eingreifen, wenn etwas nicht rund läuft.

Wie die Fed auch wird sie aber mehr und mehr zu einer europäischen Wirtschaftsregierung, die fast schon sozialistisch angehaucht jede freie Marktbewegung („abwärts“ gehört auch zum freien Markt) abwürgt. EZB-Chef Mario Draghi sagte zu Beginn des QE sogar ganz offiziell er tue das um der Eurozonen-Politik Zeit zu erkaufen, die wirtschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Aber diese tut wie zu erwarten nichts.

Die EZB pumpt und pumpt derzeit. Ihr Ziel: Die Inflation Richtung 2% bringen. Das ist allgemein anerkannt ein gesunder Wert, der aber nicht darüber hinaus steigen darf. Aber so recht will sie nicht – die schwächelnde Konjunktur in der Eurozone, dazu noch der dramatisch gefallene Ölpreis – beides wirkt gegen die Inflation. Und so, ganz wie im Sozialismus, sieht sich die EZB gezwungen wieder einzugreifen. So kündigte man in den letzten Tagen mehrfach an man werde „alles tun was in der Macht der EZB stehe um notfalls einzugreifen“. Das bedeutet „noch mehr Geld drucken“, noch mehr in den Anleihemarkt pumpen. Der Markt soll nicht fallen, die Wirtschaft darf nicht frei schwanken.

BOJ

Die japanische Notenbank „Bank of Japan“ kämpft seit Jahrzehnten gegen eine reale Deflationsspirale. Ministerpräsident Abe und seine Notenbank haben durch immer neue QE´s so viel Geld in Markt gepumpt, dass die BOJ de facto zu einem Schatteninvestor wurde, der eigentlich ein Staat im Staat geworden ist. Der Staat finanziert sich quasi selbst.

Noch vor Kurzem sprießte in Japan ein kleines zartes Konjunkturpflänzchen. Für das letzte Quartal aber deuten die Daten auf ein erneutes kleines Schrumpfen der Wirtschaft hin. Was geschah sofort? Die Notenbank kündigte an, dass man wahrscheinlich ein kleines Mini-QE nachschieben werde um die Konjunktur zu stützen. Auch in Japan ist die Notenbank de facto zur Wirtschaftsregierung geworden. Der Markt kann sich nicht mehr frei entfalten (wozu auch ein Wirtschaftseinbruch gehört). Er wird künstlich aufgeblasen und auf Wachstumskurs gehalten – durch neue staatliche Schulden.

PBOC

Die einzige bedeutende Notenbank, der man „sozialistische Umtriebe“ nicht vorwerfen kann, ist die chinesische Notenbank „People´s Bank of China“ (PBOC). Denn sie IST ja Teil eines offiziell kommunistischen Staatssystems, und greift daher auch kräftig ein um die Wirtschaft zu stützen. Sie tut dies noch nicht einmal ansatzweise auf dem Niveau von Fed, EZB und BOJ. Denn letzte Woche verkündeten chinesische Offizielle großspurig China brauche kein QE um Wirtschaft und Börse zu stützen – das tue man über reale Infrastrukturprogramme.

So gesehen sind die großen westlichen Notenbanken die „besseren“ Sozialisten als die PBOC! Chinas Ministerpräsident Li Kequiang gab den westlichen „Experten“ erst letzten Freitag eine kleine Lektion in Sachen „Freie Marktwirtschaft“. Er sagte das QE könne keine strukturellen Probleme beim Wirtschaftswachstum lösen. Aber genau das versuchen die drei Großen seit Jahren krampfhaft – mit Brachialgewalt jegliche Abwärtstendenz mit selbst gedrucktem Geld ersticken, in der Hoffnung Börsianer und Banker würden das Extra-Geld in die Realwirtschaft stecken.

Die Notenbanken verwehren dem angeblich „freien Kapitalmarkt“ das Recht auch mal fallen zu dürfen. Und sie verwehren der Konjunktur ihren „normalen“ Zyklus, nämlich den Abschwung. Beides soll und muss mit immer neuem Geld erstickt werden. Denn gerade in Europa ist die Arbeitslosigkeit so hoch, dass die EZB wie in einer Planwirtschaft einfach keinen Abschwung mehr zulassen kann, darf, soll.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Argonautiker

    14. September 2015 12:57 at 12:57

    Nun, in einer auf Schuldgeld basierten Wirtschaft, ist das wohl nichts neues, denn anders geht es in einer solchen nicht. Letztendlich ist man da immer von den Geld erzeugenden Banken abhängig. Das heißt, investieren die Investoren, welche am nächsten zu der Druckmaschine stehen, das aus dem Nichts geschaffene Geld, welches ja zunächst noch nicht werthaltig ist, an der Börse, dann muß die Wirtschaft nachziehen, und durch ihr Tun, das Geld eben mit Wert auffüllen, was zunächst Wertlos ist.

    Letztendlich ist die sogenannte freie Marktwirtschaft, schon immer nur solange frei gewesen, wie sie den Plan der Investoren erfüllt haben. Derzeit ist es nur so, daß es die Wirtschaft einfach nicht mehr schafft, ihr Soll zu erfüllen, und dadurch fällt es auf, weil die Planer, egal was auch immer sie planen, keine Erfüller mehr finden, und zu immer abstruseren Mitteln greifen müssen, damit es nicht zusammen bricht.

    Nicht zuletzt mündet dies über die Staatverschuldung in ein Ausüben von Druck zur Übernahme anderer „freien“ Volkswirtschaften, um so Expansion zu generieren, was wir ja gerade erleben, und eine Kriegsgefahr aufkommen läßt, wenn sich die andere Volkswirtschaft nicht so einfach übernehmen lassen will, und es auf eine feindliche Übernahme hinausläuft.

    Der Unterschied zur östlichen Planwirtschaft bestand doch von je her, lediglich darin, ob der Plan offiziell von der Regierung stammte, oder eben von den Privaten geplant wurde. Final haben sie jedoch sowohl in der Einen wie auch der Anderen Weise, immer zusammen gegen den Mensch gearbeitet, da sie ihn immer ihren Plänen unterworfen haben, sodaß immer nur die Planer frei waren. Aber selbst sie sind nie wirklich frei gewesen. Sie standen lediglich an der Spitze eines verplanten Lebens.

    Beste Grüße aus dem heute total verregneten Bremen

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    Brigitte

    15. September 2015 07:51 at 07:51

    Nun, über die Verschuldung der Staaten ist es Unternehmen noch möglich, Gewinn zu generieren. Zieht sich ein Staat zurück und fährt eine Null-Verschuldungspolitik, so wird, aufgrund der sinkenden Binnennachfrage, vermehrt in das Ausland exportiert, dort ein Schuldner gesucht und oftmals inform ausländischer Staaten gefunden.

    Der Aufkauf von Anleihen, etc. durch die Zentralbanken sorgt für Geld im Markt, dem die Anlagemöglichkeit „Anleihe“ fehlt. So zieht dieses Geld durch Käufe und Verkäufe durch den Markt, vermehrt durch weitere QE`s, kann aber dem Markt durch Gegenüberstellung Gläubiger/Schuldner, aufgrund der Anleihekäufe der Zentralbanken, nicht entkommen. Dies führt(e) zu fallenden Zinsen und damit zu sinkenden Renditen. Die Nachfrage nach Werthaltigem wie z.B. Immobilien steigt. Doch dadurch fällt, u.a. bei Vermietung, die Rendite.

    Wichtig wäre es, die aufgekauften Anleihen, welche sich in den Händen der EZB befinden, durch eine Sondersteuer auf jeglichen Gewinn zu tilgen, sprich dem Markt wiederum das viele Geld zu entziehen und zwar durch die Besteuerung von Gewinn, welcher letztlich durch die Verschuldung der Staaten entstehen konnte.
    Desweiteren sollten der Raubbau am Vermögen der Staaten gestoppt werden, sprich systemrelevate Unternehmen in den Händen der Staaten verbleiben und der durch diese erzielte Gewinn in den Wirtschaftskreislauf fließen und nicht Gelder, welche über die Verschuldung der Staaten, letztlich zur Erzielung von Gewinn, in diesen gegeben werden.
    Um die Sozialkosten zu senken, bedarf es einer gerechten Besteuerung der Arbeit, welche in den Unternehmen geleistet wird und zwar die der Menschen, aber auch die der Maschinen. Sinnvoll wäre eine prozentual einheitliche Besteuerung der Arbeitnehmer und Abschreibungen (einschließlich des Gewinn`s).
    Eine weitere Steuer und zwar die Umsatzsteuer sollte gestrichen werden. Sie sorgt ebenfalls, wie die Lohnsteuer zu einer einseitigen Besteuerung der Arbeitnehmer und begünstigt so die Investitionen der Unternehmen.

    Nun denn, wir werden sehen, was geschieht.

    Brigitte

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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