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EZB goes Mario Basler: Wir halten uns immer an unsere Regeln – nur manchmal machen wir das nicht..

FMW-Redaktion

Die EZB hält es so, wie einst Mario Basler, als er in einem Interview einem Reporter auf die Frage antwortete, ob er sich immer daran halte, was der Trainer sage: „Ich mache immer das, was der Trainer sagt. Und manchmal mache ich was anderes!“


Sicher einer der größten Philosophen der Fußballgeschichte: Mario Basler
Foto: http://www.wikiwaldhof.de/index.php?title=Datei:Mario_Basler.JPG

Und die EZB hält sich immer an die von ihr gesetzten Regeln – und manchmal macht sie eben etwas anderes! So heute als Ankündigung im EZB-Protokoll, das ansonsten normalerweise, nunja, von begrenztem Unterhaltungswert ist. Aber dieser Satz hat es in sich:

„While significant weight was also placed on limiting deviations from the ECB’s capital key, it was also underlined that limited and temporary deviations were possible and inevitable. Thus, there was some room for a trade-off between relative deviations from the capital key across jurisdictions and limiting the extent of purchases below the DFR.“

Aha: also begrenzte und vorübergehende Abweichungen vom Kapitalschlüssel beim Kauf von Staatsanleihen seien möglich und, leider leider, nicht zu vermeiden. Ja so ist das mit den Regeln: wenn sie einem nicht so ganz in den Kram passen, muß man sie eben ein bißchen anders interpretieren. Vorübergehend und begrenzt natürlich, versteht sich. Weil: man hält sich doch an die Regeln, immer!

Der Kapitalschlüssel legt bekanntlich fest, wie die Aufteilung der Käufe festgelegt ist beim Kauf europäischer Staatsanleihen im Rahmen ihres QE – faktisch also kauft die EZB mit größtem Volumen deutsche Anleihen, dann französische etc., eben weil Deutschland und Frankreich die wirtschaftlich größten Länder der Eurozone sind. Darüber hinaus kauft man maximal 33% der Anleihen eines Emittenten – das ist etwa im Falle Portugals für die Notenbank ein inzwischen immer größeres Problem, weil man sich dieser Grenze schon stark annähert und damit für den Rest des Jahres nichts mehr kaufen könnte.

Aber eben nicht im Falle Frankreichs etwa, ein Land, das große Volumina an Staatsanleihen emittiert hat. Wenn die EZB nun sagt, dass sie vom Kapitalschlüssel ein bißchen abweichen will, dann deshalb, weil man von der 33%-Grenze noch sehr weit weg ist bei französischen Anleihen. Also kann man ein bißchen stärker zulangen bei den Käufen – das ist die Botschaft. Und die wird am Anleihemarkt verstanden, wie der Kursverlauf der 10-jährigen französischen Anleihe mit einem massiven Anstieg des Kurses zeigt (sprich die Rendite fiel stark):


(Frankreichs 10-jährige Anleihe)

Inzwischen hat sich die Rendite der Anleihe wieder da eingependelt, wo sie vor dem EZB-Protokoll war – weil man sich sagt: gut, das Volumen bleibt über die Laufzeit ja dasselbe. Oder vielleicht doch nicht, möchte man da fragen? Möglicherweise haben wir mit der heutigen Aussage der EZB den ersten Schritt zur Aufweichung des Kapitalschlüssels gesehen – und damit die Voraussetzung, die Schulden der Euro-Peripherie noch mehr zu monetarisieren durch die Druckerpresse.

Was Mario wohl dazu sagen würde? Nein, nicht der Mario Draghi. Mario Basler natürlich..



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2 Kommentare

  1. Die EZB ist synonym für die ‚Titanic‘ und wird im ‚Main‘ untergehen. Ich weis auch warum, weil sie soviel Staatsanleihen im EZB-Gebäude haben, daß das in den ‚Main‘ kippt. Keine Instanz kann das verhindern. Inflation Ahoi!

  2. Frage,könnte das unsinnige Rally etwas mit dem kleinen Verfall vom 17.2 zu tun haben (Short Squeezie) ?

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