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EZB: Kalte Dusche für QE-Hoffnungen durch EZB-Mitglied

FMW-Redaktion

Die Märkte gehen klar davon aus, dass es passieren wird – aber so eindeutig scheint die Sache wohl doch nicht zu sein. So hat der litauische Notenbankchef und damit EZB-Mitglied Vitas Vasiliauskas Hoffnungen auf eine baldige Ausweitung des QE der EZB einen Dämpfer erteilt:

„I feel in your questions and market sentiments, everybody is asking, what you will do additionally. My message is very clear: There is no need for any additional measures,“ so der Notenbanker in einem Interview am Rande der vom IWF veranstalteten Konferenz in Lima, Peru.

Die EZB werde zwar auf ihrer nächsten Sitzung im Dezember die Daten genau analysieren, doch:

„for the moment, I don’t see any need for additional stimulus, additional fine-tuning of the program“, so der Notenbanker weiter.

Zwar sei die INflation weit weg vom Ziel der EZB, doch liege das vorwiegend an den gesunkenen Rohstoffpreisen. Und, so Vasiliauskas, darauf habe eine Notenbank keinerlei Einfluß:

„You can do a lot of things, but how can you change the situation with the energy prices?“.

Auf der anderen Seite seien tiefe Ölpreise jedoch auch eine gute Sache für die Wirtschaft – was wiederum die Notwendigkeit weiterer Stimuluss-Maßnahmen verringere, so Vasiliauskas. Ohnehin funktionere das QE bereits gut, wie man vor alllem an der erhöhten Kreditvergabe erkennen könne.

Diese Aussagen sind noch eindeutiger als die von EZB-Mitglied Benoit Coeure.

Da sich die Eurozone erhole, seien die Risiken vielmehr in internationalen Entwicklungen zu erkennen, so der Litauer weiter. Entscheidend sei, wie die Schwellenländer auf Zinsanhebungen durch die Fed reagierten. Und ja, er sei natürlich schon besorgt über die Entwicklungen in einigen Schwellenländern.

Am Freitag hatte noch Mario Draghi betont, dass die EZB ihr QE-Programm ausweiten und verlängern könne, wenn sich die Inflation zu weit weg bewege von der Zielmarke der Notenbank. In einer heute veröffentlichten Analyse rechnet die Rabobank – in einer Reaktion auf die Aussagen Draghis – bereits im Dezember diesen Jahres mit einer Ausweitung des QE um monatlich 20 Milliarden Euro. Damit würde die EZB dann Anleihen im Umfang von 80 Milliarden Euro kaufen.



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1 Kommentar

  1. Mich laust was!Vitas Vasilauskas,ein untergeordneter Croupier im mondänen Casino des „ehrenwerten“Signore Draghi,erklärt die Hoffnung auf noch mehr wahnsinniges QE,als beendet!Schaun mer mal, welchen Direktorposten er demnächst bei der litauischen Eisenbahn,bekommt!

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