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EZB-Politik kostet deutsche Sparer in 7 Jahren 436 Milliarden Euro

Es ist eine gigantische Zahl. Vom Jahr 2008-2017 hat der deutsche Sparer durch die Abschaffung der Zinsen durch die EZB insgesamt 436 Milliarden Euro verloren. Die DZ Bank hat diese Summe…

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FMW-Redaktion

Es ist eine gigantische Zahl. Vom Jahr 2008-2017 hat der deutsche Sparer durch die Abschaffung der Zinsen durch die EZB insgesamt 436 Milliarden Euro verloren. Die DZ Bank hat diese Summe gegenüber der FAS genannt. Von 2010 bis 2016 war es ein Verlust von 344 Milliarden Euro. Hinzu kommt für 2017 ein vorausberechneter weiterer Verlust von 92 Milliarden Euro, womit man insgesamt auf 436 Milliarden Euro kommt.

Verglichen hat man die niedrigen oder nicht vorhandenen Zinsen in diesen Jahren mit der normalen Zinsphase in den Jahren 1998 bis 2008. Der Verlust pro Bundesbürger auf der Spar-Seite beträgt 5.317 Euro. Natürlich steht so einem Verlust auch eine Ersparnis der Kreditkunden gegenüber. Aber natürlich, wie wir alle wissen, haben die Banken immer noch eine Zinsmarge, nämlich bei den Krediten. Denn erstaunlicherweise liegt die Ersparnis der Kreditkunden nur bei 188 Milliarden Euro.

Unterm Strich bei 436 Milliarden Euro Verlust und 188 Milliarden Euro Gewinn bleibt ein Netto-Verlust für alle Deutschen von 248 Milliarden Euro. Das ist pro Bundesbürger unterm Strich ein Netto-Verlust von 3.024 Euro in sieben Jahren. Diese Zahlen hat die DZ Bank aus offiziellen Daten errechnet, unter anderem von der Bundesbank. Das Gute ist: Der einzelne Bürger spürt diesen Verlust gar nicht, noch nicht mal ansatzweise. Viel entscheidender als der Verlust auf dem guten alten Sparbuch ist nach unserer Meinung die böse Lawine, die in 20 oder 30 Jahren auf den deutschen Michel einbricht, wenn er/sie in Rente geht. Lebensversicherungen, Fondspolicen, private Rentenversicherungen, Sparpläne und und und, da wird es knallen!

Denn wenn Mario Draghi vielleicht in ein zwei Jahren die Zinsen wieder ins Plus dreht und in allen Anlagekategorien wieder echte Zinsen erwirtschaftet werden können, hat die Nullzinsphase gut und gerne 10 Jahre gedauert. 10 Jahre! Diesen Verlust werden all die vorhin genannten Anlageprodukte den deutschen Sparer erst viel später spüren lassen. Die zu erwirtschaftenden Renditen beziehungsweise Auszahlungssummen dieser Produkte dürften drastisch geringer sein als jetzt gedacht, wenn der Einzahler in Rente geht, und in freudiger Erwartung seiner hohen Auszahlung ist. Dann spürt man diesen Effekt, und muss sich lange zurück erinnern an die Jahre 2010-2020, wo diese Zinsen verloren gingen.

Was hat das zu bedeuten? Letztlich handelt es sich um eine Art gigantische versteckte Steuererhöhung. Wenn die Steuern drastisch erhöht würden, könnten die Euro-Mitgliedsstaaten mit diesem Geld ihre Staatsverschuldung abbauen, oder Lücken zwischen Einnahmen und Ausgaben schließen. Da sich drastische Steuererhöhungen aber nicht gut machen, sind die Zinsen eben abgeschafft worden, mal eben für lockere 10 Jahre. Der Effekt: Die Regierungen sparen immense Zinssummen, und können sich so deutlich entschulden. Am Ehesten profitiert davon Deutschland mit seinem derzeit ach so guten Haushalt.

Ganz oberflächlich kann man sagen: Was der Bürger drauf zahlt mit geringeren Auszahlungssummen in der späteren Altersversorgung, wandert als Entlastung an den Staat, der in der Lage ist seine Staatsschuld zu reduzieren! (natürlich nicht 1:1)


Das Logo der EZB. Grafik gemeinfrei.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Michael

    22. Mai 2017 09:54 at 09:54

    Wenn die Staaten denn wenigstens ihre Schulden abbauen würden, absolut gesehen und nicht nur im Verhältnis zum BIP…
    Bestenfalls schuldet man etwas um von hohen Zinsen auf Nullzinsen oder sogar Gewinne durch Schuldenaufnahme. Man kann vielleicht seine Zinsen bezahlen, ohne neue Schulden aufnehmen zu müssen.

  2. Avatar

    Trigo

    22. Mai 2017 10:57 at 10:57

    Die EZB kann doch gar nicht zur Normalität zurückkehren. Dragi der Zauberlehrling…
    „Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los“

  3. Avatar

    klack

    22. Mai 2017 11:16 at 11:16

    Der deutsche Sparer kann froh sein,daß er überhaupt noch Sparguthaben hat,so solches zum Zeitpunkt der Finanzkrise 2008 vorhanden war,denn wenn damals das Finanzsystem kollabiert wäre,wäre definitiv seit 2008 ein Sparguthaben nicht mehr vorhanden.
    Es war lange genug Zeit das Buchgeld ,FIAT-Money ,in was anderes zu tauschen,nur
    die fußkranken und denkfaulen deutschen Sparer,wollen halt unbedingt am Sparbuch festhalten und müssen daher damit leben,daß die Finanzmathematik an ihrem Sparguthaben nagt.ZuSchrumpfköpfen gehört halt ein Schrumpffaktor.

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    nordsüd

    22. Mai 2017 11:37 at 11:37

    es wäre interessant, wie viel die „Häuslebauer“ durch die niedrigen Zinsen gespart haben. Wären die Zinsen hoch, würde man vermutlich hier ordentlich Jammern und Klagen.
    Also nicht Jammern, sondern Geld besser anlegen.

    • Avatar

      Mulinski

      22. Mai 2017 14:04 at 14:04

      durch die niedrigen Zinsen gespart? Das Geld was an Zinsen gewonnen wurde, wurde durch viel höhere Grundstücks- und Immobilienpreise wieder ausgegeben.

  5. Avatar

    gerd

    22. Mai 2017 11:50 at 11:50

    Andererseits wird von vielen seit Jahren kritisch angemerkt, dass es der Zins- und Zinseszinseffekt sei, der im weiteren Verlauf maßgeblich zum Untergang des (Fiat)Geldwesens
    beitragen würde.
    Dieser Effekt ist ja nun seit geraumer Zeit immerhin geschrumpft.

  6. Avatar

    madsoul

    22. Mai 2017 12:06 at 12:06

    Die Häuslebauer werden noch früh genug klagen, wenn Ihre 10-15 Jahre Niedrigzinsen kippen und auf einmal nicht mehr jede Immobilie mit 10-15% Wertsteigerung pro Jahr Buchgewinne macht, und man feststellt, dass man auf einmal 50% des Einkommens für Zinsen aufwenden muss. Ab 2020-2025 gibts mit Sicherheit viele schöne Immobilien zum guten Preis aus der Zwangsversteigerung

    • Avatar

      gerd

      22. Mai 2017 12:30 at 12:30

      Aber deshalb werden die Häuslebauer trotzdem ‚die schönen Frühlingstage genießen und nicht jetzt schon mit Gummistiefeln und Regenjacke durch die Gegend laufen. Nur weil es demnächst eventuell mal wieder nass reinregnen könnte.‘
      Das war ein Vergleich, der zeigen sollte, dass ich lieber ein paar Jahre lang niedrige Hypothekenzinsen genieße als schon zu Beginn.
      Und nur dank der Niedrigzinspolitik haben wir nicht noch stärkere Preisanstiege im Immobilienbereich zu verzeichnen als jetzt schon.
      Wenn in ein paar Jahren wirklich die Preise mal einknicken sollten, würde das in erster Linie was mit der Anzahl der Wohnungssuchenden zu tun haben (Nachfrage und Angebot nach Wohnraum).
      So wie heutzutage genauso.

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      22. Mai 2017 17:09 at 17:09

      Sofern die Immobilienpreise wieder auf ein gesundes Maß schrumpfen und Immobilien wieder einen vernünftigen Mietzins abwerfen, bin ich gerne bereit, welche zu erwerben. Wann das sein wird, hängt maßgeblich von der Politik der Zentralbanken ab. Zeitliche Prognosen sind da schwierig. Sicher scheint nur, daß Zentralbanken als „Lender of last Resort“ auch weiterhin für bankrotte Staaten und Großkonzerne einspringen, um das Fiatmoney System noch so lang wie möglich am Laufen zu halten, den Kollaps also immer weiter hinauzuzögern. Von einer Flucht raus aus den Papierwährungen ist derzeit weit und breit nichts zu sehen, weshalb das Spielchen noch jahrelang so weitergehen kann.

      @FMW Redaktion
      Sehr schöner Artikel, die Zusammenhänge werden gut erklärt. Liest man immer wieder gern :-)

  7. Avatar

    nordsüd

    22. Mai 2017 12:57 at 12:57

    Das durch die niedrigen Zinsen eingesparte Geld sollte man somit zur Seite legen bzw. gut anlegen. Wer nur wegen der niedrigen überhaupt in der Lage ist zu bauen lebt natürlich mit einem gewissen Risiko, hier kann man nur hoffen das es eine gute Beratung zur Finanzierung gab.
    Und richtig, der Preis wird sich auch in Zukunft am Standort orientieren. Es gibt heute schon Immobilien in best. Gebieten, die nur schwer verkäuflich sind.
    In Boomregionen wie München, Berlin ist die Nachfrage nach Wohnraum sehr hoch
    und wird es wahrscheinlich auch noch lange bleiben.
    Und ob eine Mietpreisbremse den Wohnungsneubau fördert darf jeder selbst beurteilen. Es sei denn der Staat oder die Kommunen werden Bauherren.

  8. Avatar

    Gixxer

    22. Mai 2017 13:15 at 13:15

    Ich sehe das ganz so:
    Nehmen wir mal einen Otto Normalo aus einer Kleinstadt in Deutschland.
    „Dieser Otto Normalo hat sich ein schickes Eigenheim gebaut, damit er und seine Frau mit ihrem Kind schön darin leben können.
    Die Kreditzinsen sind niedrig, daher kann man zu den Tilgungen auch noch einiges an Geld verkonsumieren. Es ist ja auch so gewünscht. Natürlich hat man aber auch ans Alter gedacht und etwas vorgesorgt.
    Nach langer Arbeitsdauer geht man dann in Rente und freut sich, da man ja so schön privat vorgesorgt hat, auf einen angenehmen Lebensabend. Plötzlich merkt man aber, dass aufgrund der Niedrigzinsen das ersparte nicht ausreicht und man kürzer treten muss (trotz privater Vorsorge, denn auch die wurde von der Niedrigzinsphase dahin gerafft). Man beißt sich aber durch, denn man hat ja noch das Haus, das aber leider in einer Gegend steht, die nicht zu den Boomregionen in Deutschland gehört. Das Haus verkaufen ist daher nicht.
    Das Kind ist inzwischen in eines der Ballungszentren in Deutschland „abgewandert“, da es auf dem Land keine Arbeit mehr findet. In den Ballungszentren ist das Leben aber so teuer und aufgrund der Beschäftigung als Leiharbeiter in einem renommierten Betrieb kann das Kind leider auch nicht so große Sprünge machen. Als dann noch größere Reparaturen am Haus anfallen, ist es zu spät. Das Haus ist unverkäuflich bzw. nur zu einem geringen Preis, die Reparaturen kann man sich nicht mehr leisten und so langsam zerfällt alles.“

    Das ganze ist jetzt nur eine von mir erfundene Geschichte, aber wer sagt, dass es nicht genauso kommen wird bzw. kann.

    • Avatar

      gerd

      22. Mai 2017 13:47 at 13:47

      Klar, könnte so kommen.
      Und was könnten wir eventuell daraus lernen:
      Wir kaufen Immobilien nur in Boomregionen, wo sie eh schon sehr teuer sind. Wir kaufen ja auch am liebsten die Aktien, die schon am teuersten sind.

      Oder wir kaufen in der tiefsten Provinz, machen es den Münchnern nach, stehen am Bahnhof und betätigen uns als Willkommensklatscher, in der Hoffnung, dass danach auch hier viele Neuankömmlinge eine Bleibe suchen werden. In der Folge wird die Infrastruktur wieder auf Vordermann gebracht werden müssen, Shops, Ärzte, sonstige Versorgungseinrichtungen und Freizeiteinrichtungen. Es wollen immer mehr dorthin.
      Alles easy, alles happy. Es entwickelt sich ne kleine Boomtown.

      Aber weder das eine noch das andere soll eine Empfehlung darstellen.

  9. Avatar

    Mulinski

    22. Mai 2017 13:56 at 13:56

    Dauert sicher nicht mehr lange und Meldung und Kommentare die Euro-negativ sind dürfen auf Grund von Maas Kampf gegen Hass im Netz nicht mehr gebracht werden. Immer schön fest daran glauben, der EURO und die EU sind so positiv für die Deutschen.

  10. Avatar

    Mulinski

    22. Mai 2017 14:18 at 14:18

    die böse Lawine, die in 20 oder 30 Jahren auf den deutschen Michel einbricht, wenn er/sie in Rente geht. Lebensversicherungen, Fondspolicen, private Rentenversicherungen, Sparpläne und und und, da wird es knallen!
    Genau was die bösen Professoren 2013 schon gesagt hatten als sie die AfD gründeten, aber damals gab es dann als Antwort auf die kommende Renten-Bombe, wer gegen den EURO ist der spaltet Europa, der macht sich dafür verantwortlich wenn es wieder Blöcke gibt die sich feindsellig gegenüber stehen, was zu Krieg führen wird. So war damals der Tenor der ganzen Poltikaste.

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

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Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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