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EZB präsentiert erneut harte Fakten, die den Misserfolg des eigenen QE aufzeigen

FMW-Redaktion

Wie vor einem Monat haben wir heute erneut genau hingeschaut, also die EZB ihre monatliche „Euro area bank interest rate statistic“ veröffentlicht hat. Die EZB präsentiert stolz den Erfolg ihres Anleihekaufprogramms (QE) mit dem Verweis auf die weiter gesunkenen Zinskosten für Unternehmer.

Zinssätze Unternehmen
Die Zinssätze für Unternehmen in der Eurozone werden billiger – das zeigt der „cost-of-borrowing indicator“ der EZB. Grafik: EZB

Zusammen mit diesem Kreditkosten veröffentlicht die EZB aber auch das Volumen neuer Kredite an Unternehmen und Privatkonsumenten. Rot markiert haben wir hier, weil es der Hauptposten ist, die Neuvergabe von Krediten über 1 Mio Euro an Unternehmen in der Eurozone. Aus saisonalen Gründen machen statistische Vergleiche immer nur Sinn, wenn man auf Monatsbasis die Zahl zum selben Monat im Vorjahr vergleicht. Und da sieht man: Die Kreditvergabe ist zwar im Vergleich von November auf Dezember 2015 um 29 Milliarden Euro gestiegen (Hurra), aber im Vergleich zum Dezember 2014 ist sie sogar um knapp 3 Milliarden Euro zurückgegangen. Und das Anleihekaufprogramm der EZB begann ja erst im März 2015.

Kreditvergabe neu Eurozone
Neukreditvergabe an Unternehmen in der Eurozone. Grafik: EZB.

Was lernt man daraus? Steigen tut die Kreditvergabe an Unternehmen nicht, trotz 60 Milliarden Euro mehr im Eurozonen-Kapitalmarkt, jeden Monat! Ob das QE-Volumen über seinen indirekten Ansatz einfach nicht bei den „Kreditsachbearbeitern der Banken“ ankommt, oder ob andererseits die (blöden?) Unternehmenskunden einfach nur keine zusätzlichen Kredite nachfragen, ist egal. Das QE funktioniert zumindest über diesen indirekten Ansatz der Aufkäufe von Anleihen nicht.



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