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Devisen

Aktuell: EZB-Protokoll vom 25. Januar

Vor wenigen Augenblicken wurde das EZB-Protokoll der Sitzung vom 24.-25. Januar veröffentlicht. Hier wichtige Inhalte…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Vor wenigen Augenblicken wurde das EZB-Protokoll der Sitzung vom 24.-25. Januar veröffentlicht. Hier wichtige Inhalte.

Devisenmarkt: Gleichzeitig Stärke des Euro + Schwäche des Dollar (bis 24. Januar). Zitat:

„In foreign exchange markets, a persistent and broad strengthening of the euro since the December monetary policy meeting prevailed. The current situation was characterised by a combination of a strengthening of the euro and a broad weakness of the US dollar.“

Ökonomische Entwicklung in der Eurozone von Dezember bis Januar hat die EZB nochmal positiv überrascht. Zitat:

The economic expansion in the euro area remained solid and broad-based. Euro area quarterly GDP growth in the third quarter of 2017 had been revised up from 0.6% to 0.7% in Eurostat’s third release. Incoming data since the December monetary policy meeting had generally surprised on the upside. Favourable financing conditions, steady income and profit growth, and a robust labour market remained the key factors supporting aggregate demand.

Preisdruck (Inflation) bleibt gedämpt. Zitat:

Turning to euro area price developments, HICP inflation had decreased to 1.4% in December 2017, from 1.5% in November. This reflected mainly developments in energy prices. Meanwhile, most measures of underlying inflation had lately been lower than in mid-2017 and had yet to show convincing signs of a sustained upward trend. Pressures along the pricing chain remained broadly stable and subdue

Es sei noch zu früh um etwas an der Art und Weise der Äußerungen zu ändern, so die EZB (damit meint man wohl die wirklich wichtigen Aussagen zu Zinsen).

Löhne steigen nicht gegenüber dem Vorquartal (also auch von der Seite kein weiterer Inflationsdruck?).

Inflationsausblick: Die EZB-eigenen Prognosen sind minimal schwächer als die vorige Prognose. Die Prognosen externer Beobachter sieht man minmal steigen. Zitat:

The inflation outlook, as contained in the December 2017 Eurosystem staff macroeconomic projections for the euro area, was comparable with other major forecasts for 2018 but at the lower end of the range for 2019 and 2020. Inflation expectations in the ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) for the first quarter of 2018 showed average inflation expectations of 1.5%, 1.7% and 1.8% for 2018, 2019 and 2020 respectively. Compared with the previous survey round, this represented upward revisions of 0.1 percentage point for 2018 and 2019. Longer-term market-based measures of inflation expectations had increased further, in line with the gradual upward trend observed since the middle of 2017. The five-year forward inflation-linked swap rate five years ahead currently stood at 1.78%.

Wirtschaftswachstum weiter mit gutem Ausblick.

Hin und her, und hin und her… zwar tolles Wirtschaftswachstum, aber die Inflation zieht eben nicht nach. Deswegen erstmal Vorsicht bei einer Politik-Änderung:

At the same time, the economic expansion had not yet translated into higher underlying inflation. Price pressures remained muted and measures of underlying inflation had yet to show convincing signs of a sustained upward trend. However, the acceleration in the cyclical momentum and the ongoing reduction of economic slack strengthened the Governing Council’s confidence that inflation would converge to its aim. Overall, with inflation convergence proceeding only gradually, patience and persistence in monetary policy remained warranted. An ample degree of accommodation was still needed for inflation pressures to build up and support headline inflation developments in the medium term.

Trotz der optimistischen Sicht der EZB-Offiziellen sei es dennoch nötig wie bisher alle benutzten Mittel weiter einzusetzen. Zitat:

Against this overall background, members widely agreed that, while there was reason to be increasingly confident about the path of inflation, patience and persistence with regard to monetary policy were still warranted for inflation to converge to the Governing Council’s inflation aim in a sustained manner. This called for maintaining the current monetary policy stance, which related to the full set of policy instruments.

Immer wieder tauchen sie Worte „geduldig und beständig“ auf (patient and persistent). Klingt nicht nach der Andeutung einer Geldpolitik-Änderung, auch nicht unterschwellig.

EURUSD hat seit 13:29 Uhr 20 Pips verloren.

Kurz-Fazit: Wie es zu erwarten war. Keine großen Knüller-Aussagen. Man bleibt bei seiner Linie. Die Wirtschaft laufe zwar total super auch Hochtouren, aber die Inflation braucht eben noch eine ganze Weile – also erstmal keine Andeutung einer Politik-Änderung.

14 Uhr: ENDE der Berichterstattung in diesem Artikel.


Das EZB-Logo. Gemeinfrei

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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