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EZB-Protokoll: Unsicherheiten deutlich zugenommen

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Heute wurde das EZB-Protokoll fĂŒr die Sitzung vom 25.-26. April veröffentlicht. An dieser Stelle wollen wir die interessantesten Inhalte ansprechen.

Die globalen Risikofaktoren nĂ€hmen zu – dazu wĂŒrden vor allem die steigende Bedrohung durch den Protektionismus zĂ€hlen, so die EZB-Offiziellen in ihrem Protokoll. Diese Risiken bedĂŒrften einer genaueren Beobachtung, weil sie Einfluss auf den Ausblick bei Wachstum und Preisen hĂ€tten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Nachfrageseite deutlich nachlasse aufgrund von „externen Faktoren“. Man warne davor, dass die Unsicherheiten seit der letzten Sitzung im MĂ€rz deutlich zugenommen hĂ€tten.

Man ist sich einig, dass die EZB-Ziele zur Inflation (2% oder nahe 2%) auf einen mittleren Zeithorizont hin betrachtet erreicht werden sollten. Aber es gĂ€be eine breite Übereinstimmung der EZB-Offiziellen, dass es zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt keine Anzeichen dafĂŒr gebe, dass sich da etwas tut (vereinfacht ausgedrĂŒckt). Also will man sagen, dass momentan die Luft raus ist, dass sich aber auf Sicht von ein, zwei Jahren etwas tun wird. Nach Euphorie fĂŒr den Euro hört sich das nicht gerade an! Zitat aus dem Protokoll:

Against this background, members widely agreed that a steady hand with regard to monetary policy was warranted at the current stage, in line with the elements proposed by Mr Praet in his introduction. This called for maintaining the current monetary policy stance in relation to the full set of policy instruments, which involved reconfirming the October 2017 monetary policy decisions on net asset purchases and reinvestments, the ECB key interest rates and the Governing Council’s forward guidance on those measures, including the sequencing of policy instruments.

Es gebe bei den langfristigen Inflationserwartungen eine positiven Ausblick – aber was heißt das schon, langfristig? FĂŒnf Jahre? Was die EZB kurzfristig positiv sieht, sind die aktuellen nominellen Lohnsteigerungen in der Eurozone. Insgesamt gibt es wenig Neues aus diesem EZB-Protokoll zu ziehen. Die Tendenz ist erstmal so, dass man (Gott sei dank aus Sicht der SĂŒdlĂ€nder im EZB-Rat?) weiter SchwĂ€che in der konjunkturellen Entwicklung und somit letztlich auch in den Preisen vermuten kann. Der Euro, der muss noch warten auf seine Zinswende.

EZB-Protokoll
Die EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Epizentrum / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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Ruhe vor dem Sturm: Morgen Show Down zwischen BrĂŒssel und Italien?

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Italien hatte fristgerecht sein Haushaltsbudget an die EU-Kommission ĂŒbersandt. Die dort erwĂ€hnten 2,4% Neuverschuldung liegen innerhalb der 3%-Verschuldungsgrenze der Maastricht-Regeln. Aber weil die VorgĂ€nger-Regierung in Rom mit 0,8% Neuverschuldung geplant hatte, uns sie jetzt verdreifacht werden soll, ist man in BrĂŒssel offenbar mehr als wĂŒtend. Aber, wie wir es schon geschrieben hatten: Rom bleibt unter den 3%, von daher ist formal doch alles in Ordnung.

Dennoch gilt es als ziemlich sicher, dass die EU-Kommission möglicherweise schon morgen den Haushalt ablehnen wird, wenn zum Beispiel auch diverse Fragen nicht vernĂŒnftig (aus Sicht BrĂŒssels) beantwortet wurden. Zum Beispiel geht es darum, warum die neue Regierung die Warnungen der HaushaltswĂ€chter des eigenen Parlaments ignoriert hat. Schon morgen könnten die Offiziellen in BrĂŒssel (Juncker, Moscovici, Oettinger) öffentlich verkĂŒnden, dass die Regierung in Rom doch bitte ihren Haushaltsplan ĂŒberarbeiten soll.

Wenn das geschieht, ist die Reaktion aus Rom vorprogrammiert. Die BĂŒrokraten in BrĂŒssel, diese Diktatoren, diese nicht demokratisch legitimierten UnterdrĂŒcker, von denen werden wir uns nicht sagen lassen, was wir tun sollen… so oder Ă€hnlich werden wohl Salvini und Co reagieren. Denn sie haben ihren BĂŒrgern Grundeinkommen uvm versprochen. Das geht nur mit deutlich mehr Schulden. Die Regierung in Rom wird aller Voraussicht nach auch nach diesem DrĂ€ngen aus BrĂŒssel bei ihrem Plan bleiben.

Und dann? Dann könnte BrĂŒssel den Haushaltsplan Italiens offiziell ablehnen. Was wĂŒrde das in der RealitĂ€t bedeuten? Die EU-Kommission hĂ€tte das Druckmittel von Sanktionen, welche aber nur von der Kommission vorgeschlagen werden. Beschließen darf die Sanktionen letztlich nur der EuropĂ€ische Rat. Es ist stark anzunehmen, dass tatsĂ€chliche monetĂ€re Sanktionen nicht durchgesetzt werden, weil man wĂŒsste, dass man damit den „Volkszorn“ der BĂŒrger in Italien gegen BrĂŒssel nur noch verstĂ€rken wird. Die Solidarisierung zwischen Regierung und Bevölkerung in Italien wĂŒrde nur noch zunehmen nach dem Motto „seht her, die in BrĂŒssel wollen uns knechten, das lassen wir uns nicht gefallen“.

Der EuropĂ€ische Rat könnte von Italien eine Einlage von 0,2% bezogen auf das BIP verlangen. Diese Einlage kann im Laufe des Verfahrens in ein Bußgeld umgewandelt werden, welches nicht an Rom erstattet werden muss. Aber man bedenke: Eine KrĂ€he hakt der anderen kein Auge aus. Spanien und Portugal waren vor nicht all zu langer Zeit SĂŒnder, und wurden sogar offiziell verurteilt. Man setzte die zu zahlende Strafe einfach runter auf 0 Euro. Fertig aus, so einfach war das.

Es ist kaum anzunehmen, dass Portugal und Spanien im EuropĂ€ischen Rat nun Italien anders behandeln werden. Und gerade das „böse“ Deutschland wird sich bei einer eventuellen Abstimmung kaum dazu durchringen, dass BrĂŒssel eine Geldstrafe aus Rom absaugen soll. Mehr ZĂŒndstoff könnte man der populistischen Regierung in Rom nicht geben. Also womöglich wieder eine Verurteilung eines SĂŒnders mit einer Strafe in Höhe von 0 Euro?

Was könnte der ganze Streit fĂŒr Anleger bedeuten, die nicht gerade in italienischen Schuldpapieren aktiv sind? Man hatte es in den letzten Wochen mehrmals gesehen. Die NervositĂ€t rund um Italien strahlte auch auf den Dax aus. Also: Wenn die Renditen in Italien wieder durch die Decke knallen, sollte das auch die Angst in den gesamten europĂ€ischen Kapitalmarkt zurĂŒckbringen, weil das gesamte europĂ€ische Haus wackelt.

Übrigens: Neben dem Zank zwischen BrĂŒssel und Rom steht am Freitag eine Neubewertung Italiens durch S&P an. Das dĂŒrfte ebenfalls extrem wichtig sein. Die Rendite fĂŒr zehnjĂ€hrige italienische Staatsanleihen, die am letzten Freitag noch bei 3,76% lag, ist heute auf 3,47% zurĂŒck gekommen. Wir meinen aber: Es könnte die Ruhe vor dem Sturm sein. Eine Garantie auf den Sturm ist das natĂŒrlich nicht!

Italien
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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Schulden und Defizite der EU-Mitgliedsstaaten – wie der tatsĂ€chliche Missstand wunderschön ĂŒberdeckt wird

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Italien, Spanien und Portugal stehen am Schlechtesten da, wenn man den Schuldenberg und das Haushaltsdefizit des Staates kombiniert. Alle drei gehören jeweils zu den sechs schlechtesten LĂ€ndern mit mehr als 80% Staatsverschldung in Relation zum BIP, und gleichzeitig einem Defizit von 2% oder mehr. Das zeigen aktuelle Eurostat-Daten fĂŒr Ende 2017.

Aber halt. Da fehlt doch Griechenland. Richtig. Die Griechen sind zwar die Nummer 1 in Sachen Staatsverschuldung mit 180% in Relation zum BIP. Aber ein Defizit im Haushalt weist Griechenland nicht mehr auf. Da haben die Tot-Sanierer aus BrĂŒssel ganze Arbeit geleistet. Wenn ein Staat seine Sozial-Ausgaben, Pensionen und GehĂ€lter nur weit genug kĂŒrzt, kann eben auch Athen sogar einen Überschuss ausweisen. Der lag Ende 2017 bei 0,8% (Deutschland +1,0%).

Die Gesamtzahlen fĂŒr die EU sehen so schön aus, und laufen so wunderbar in die richtige Richtung. Die Tabelle zeigt es eindrucksvoll. Das Gesamtdefizit der EU-Staaten lag 2014 noch bei 2,9%, jetzt nur noch bei 1%. Toll. Man nĂ€hert sich dem Überschuss! Und die Gesamtverschuldung in Relation zum BIP lag 2014 noch bei 86,4% – jetzt sind es nur noch 81,6%. Sie geht immer weiter zurĂŒck. Auch das klingt doch bestens.

Wenn da nur ein Problem nicht wÀre. Die tatsÀchlich reale Verschuldung der Staaten in Euro hat immer weiter zugenommen. Die prozentuale Relation der Schulden zum BIP sinkt nur, weil das BIP selbst weiter gestiegen ist. Die tatsÀchlichen Euro-Schulden stiegen von 2014 bis 2017 von 12,1 auf 12,55 Billionen Euro. Offiziell klingt die Headline-Aussage von Eurostat so:

Im Jahr 2017 verringerten sich das öffentliche Defizit und der öffentliche Schuldenstand relativ gesehen sowohl im Euroraum (ER19) als auch in der EU28 im Vergleich zu 2016. Gemessen am BIP ging das öffentliche Defizit im Euroraum von 1,6% im Jahr 2016 auf 1,0% im Jahr 2017 und in der EU28 von 1,7% auf 1,0% zurĂŒck. Gemessen am BIP verringerte sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum von 89,1% (Ende 2016) auf 86,8% (Ende 2017) und in der EU28 von 83,3% auf 81,6%.

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Jede Woche ein neues FinTech in Deutschland – völlig ĂŒberschĂ€tzte Euphorie-Branche?

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Jede Woche (im Schnitt alle 6,4 Tage) wurde im Jahr 2018 bislang ein neues FinTech-Startup gegrĂŒndet (42 GrĂŒnden in 270 Tagen). Im Vorjahr waren es erst 30. Die Branche boomt also. Frage: Welche tollen, hippen und innovativen Tools wollen all diese Firmen denn entwerfen, die wir Konsumenten und die Banken so dringend benötigen? Es wirkt wie eine Kopie des Tech-Booms Anfang der 2000er-Jahre. Die Vermutung liegt nahe, dass der ĂŒberwiegende Großteil der FinTechs in brutalen Total-Verlusten fĂŒr die Investoren enden werden, weil die Ideen der StartUps floppen. Diese BefĂŒrchtung hört man dieser Tage immer mehr von Insidern in der Finanzbranche.

Also: Augen auf bei Investitionen in ein ach zu hippe GeschĂ€ftsmodelle, das angeblich die Finanzwelt revolutionieren werden! Zu den Zahlen. Laut comdirect-Studie in Zusamenarbeit mit der Barkow Consulting ist dabei der hohe Anteil von Startups, die sich mit Blockchain beziehungsweise Bitcoin beschĂ€ftigen, auffĂ€llig. Mit 13 NeugrĂŒndungen seit Anfang 2017 hat sich dieser Bereich gegenĂŒber der letzten Studie in 2016 mehr als verdoppelt. Auch der Bereich Insurtech verzeichnet mit einem Plus von 26 Prozent ein ĂŒberdurchschnittliches Wachstum. Nach wie vor dominierend unter den Fintechs sind jedoch die Bereiche Proptech und Finanzierung mit 187 beziehungsweise 157 Startups.

Weiter heißt es Zitat:

Die Fintech-Szene in Deutschland wĂ€chst weiter – und sammelt so viel Risikokapital ein wie noch nie. 793 Startups aus dem Finanzbereich gibt es aktuell (Stand: 30. September 2018). Mit 778 Millionen Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017, dem bisherigen Rekordjahr bei der Vergabe von Risikokapital (713 Millionen Euro).

Frage: Liebe Leser, ist Ihnen bis heute schon eine FinTech-Anwendung ĂŒber den Weg gelaufen, die ihr Leben wirklich verbessert hat? Ihnen auch nicht? Na, dann werden die hunderten tollen neuen Anwendungen wohl bald alle noch auf uns zukommen! NatĂŒrlich muss man auch zugeben, dass es  FinTech-GeschĂ€ftsmodelle gibt , die nur auf der B2B-Ebene laufen werden, also zwischen dem Anbieter und Versicherungen oder Banken. Davon bekommt der Endverbraucher dann gar nichts mit. Weiter heißt es aus der Studie:

Startups aus dem Bereich Finanzierung sind auch fĂŒhrend bei der Beschaffung von Venture Capital. In 2017 und 2018 konnten sie 25 Prozent des in Fintech investierten Kapitals auf sich vereinen. Zum Bereich Finanzierung gehören neben Vergleichsportalen auch Startups, die Crowdfunding, Leasing oder Factoring anbieten. Mit 17 Prozent folgen Investment-Startups auf Platz zwei. Weiter aufholen konnten Accounting-Startups, die zwölf Prozent des Venture-Capital-Investmentvolumens seit 2017 erhielten. In Insurtech-Startups wurden zehn Prozent des Fintech-Venture Capital investiert. Proptech, die zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Kategorie, konnte lediglich acht Prozent des Kapitals einsammeln. Unter den großen Kategorien liegt Proptech damit auf dem letzten Rang. Etwas ĂŒberraschend: Payment-Startups können trotz der breiten öffentlichen Diskussion zum Thema mit zwei Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil des Venture-Capital-Investitionsvolumens seit 2017 fĂŒr sich verbuchen.

Ob diese Euphorie bei den FinTechs eine Blase ist, die noch weiter aufgeblĂ€ht wird, und dann irgendwann gewaltig platzt? Wenn ja, dann werden davon fast ausschließlich institutionelle Anleger betroffen sein, die ihr Risikokapital hier investiert haben.

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