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EZB: Sechs Banken erreichen nicht die Kapitalanforderungen

Banken EZB Test

Die Bankenaufsicht der EZB beaufsichtigt direkt die 109 wichtigsten Banken in der Eurozone. Damit will die Notenbank quasi einen direkten Überblick bekommen, ob die wirklich systemrelevanten Banken Probleme haben. Heute hat die EZB ihren jährlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process – SREP) für 2019 veröffentlicht. Fazit eigentlich wie immer: Durchfallen kann man nicht wirklich, denn es soll ja alles weiterlaufen wie bisher. Sechs von 109 Banken haben aber die Kapitalanforderungen der EZB nicht erfüllen können. Sie müssen dann halt nachsitzen. Zitat:

Die meisten bedeutenden Institute wiesen CET1-Werte auf, die über die Gesamtkapitalanforderungen und -empfehlungen hinausgingen. Die CET1-Werte von sechs der 109 Banken, die am SREP-Zyklus 2019 teilnahmen, lagen unter der Säule-2-Empfehlung. Banken, die im Schlussquartal 2019 keine zufriedenstellenden Maßnahmen ergriffen hatten, wurden zu Korrekturmaßnahmen innerhalb eines klar vorgegebenen Zeitrahmens aufgefordert.

Dazu hier die Erläuterung der EZB:

Im Durchschnitt beliefen sich die Säule-2-Anforderungen, die von der Aufsicht für die einzelnen Banken festgelegt werden, auf 2,1 % und die unverbindlichen Säule-2-Empfehlungen auf 1,5 %, jeweils unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Die SREP-Anforderungen und -Empfehlungen für das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1 – CET1) blieben 2019 mit 10,6 % insgesamt unverändert auf dem gleichen Niveau wie 2018. Das CET1 ist das qualitativ hochwertigste Kapital einer Bank. Es besteht im Wesentlichen aus Stammkapital.

Die Namen der betroffenen Banken hat die EZB nicht genannt. Aber man betont, dass die beaufsichtigten Banken enorme Fortschritte beim Abbau der notleidenden Kredite (NPL) machen würden. Als die EZB vor fünf Jahren ihre Aufsichtsaufgaben übernahm, habe sich das NPL-Volumen bedeutender Institute auf rund 1 Billion Euro belaufen (NPL-Quote von 8 %). Bis Ende September 2019 verringerte es sich laut EZB auf 543 Milliarden Euro (NPL-Quote von 3,4 %).

Hier noch eine Erläuterung der EZB zur Prüfung selbst:

Beim SREP werden vier Kernelemente bewertet: die Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells, die Angemessenheit von interner Governance und Risikomanagement, Kapitalrisiken (mit den Unterkategorien Kreditrisiko, Marktrisiko, Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch und operationelles Risiko) und Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken. Die Bewertung der Elemente ergibt für die einzelnen Banken einen für jedes Element spezifischen Scorewert von 1 bis 4 (wobei 1 das beste und 4 das schlechteste Ergebnis ist). Auf Basis dieser Einzelwerte wird im Einklang mit den SREP-Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority – EBA) ein Gesamtscore von 1 bis 4 ermittelt. Der Anteil der Banken mit einem Gesamtscore von 3 erhöhte sich von 38 % im Jahr 2018 auf 43 % im Jahr 2019. Der Anteil der Banken mit dem schlechtesten Scorewert von 4 sank unterdessen von 10 % auf 8 %. Der Prozentsatz der Banken mit einem Scorewert von 2 verringerte sich von 52 % auf 49 %. Keine der bedeutenden Bank erzielte einen Scorewert von 1.



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