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EZB: Über den „deutschen Selbstmord“

Über Blankoschecks und die deutsche Strategie-Losigkeit

Die EZB und der deutsche Selbstmord

Am kommenden Donnerstag tagt die EZB – und es ist wenig wahrscheinlich, dass die Notenbank etwas an ihrer ultralaxen Geldpolitik ändert. Zwar haben die Vertreter jener Staaten, die eine vergleichsweise geringe Verschuldung haben, einen schrittweisen Ausstieg aus den monatlichen Anleihekäufen gefordert – aber das sind die hawkishen Vertreter der EZB. Die in der Mehrheit befindlichen Vertreter innerhalb der Notenbank, die eine hohe Verschuldung haben, dürften sich auch diesmal durchsetzen und jede Form des Taperings ablehnen. Das ZEW hat kürzlich klar den Zusammenhang zwischen Befürwortung einer ultralaxen Geldpolitik und dem Schuldenstand des Landes, das sie vertreten, erwiesen.

EZB und die deutsche Politik

Nun stehen bekanntlich bald die Bundestagswahlen an – aber viel dürfte sich an der Richtung der deutschen Politik gegenüber der EZB nicht ändern. Im Gegenteil: sollte es zu einer rot-rot-grünen Koalition kommen, dann sind wohl auch die Tage von Bundesbankchef Weidmann gezählt.

„Deutschland ist ein Land ohne Strategie, so Markus C. Kerber, der ein bekannter Kritiker der EZB ist. Er sieht Deutschland auf dem Weg bergab, die deutsche Politik habe eine Art Blankoscheck unterschrieben und habe damit faktisch eingewilligt, auch die Südländer der Eurozone mit zu finanzieren. Daher lautet der Titel des neuesten Buchs von Kerber denn auch „Der deutsche Selbstmord: Wie unser Land in der Corona-Krise für Europa geopfert wird“.

Harter Tobak. Aber Kerber, der auch eine enge Beziehung zu Frankreich hat, begründet in folgendem Interview mit Marc Friedrich seine Sicht über den „deutschen Selbstmord“:

 



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3 Kommentare

  1. Hatte Deutschland denn, seit Helmut Kohl, eine andere Strategie, als irgendwie in der EU aufzugehen?

    „Europa ist die Antwort“ – wie die SPD bei der Europawahl plakatierte. Das war noch vor COVID-19. Da war die Frage aber schon egal. Sie hätte auch „Europa = 42“ schreiben können, da hätten die Nerds wenigstens was zu lachen gehabt.

    Die große Frage, und ich kann die Stimmung nicht recht einschätzen, ist die, ob der Nationalstaat ein Comeback erleben wird. Gegen Trump als dessen Emissär hatte man sich noch mit allen Mitteln gewehrt, aber das war halt Trump. China und Russland sind da sehr klar positioniert, aber die sind nicht Teil des Westblocks. Afghanistan wurde von der USA fallen gelassen; das Interesse, Imperium zu spielen und westliche Werte zu verbreiten, dürften sich da einem Tiefpunkt nähern. Passend dazu geht gerade noch ein endzeitlich anmutendes Video wie dieses viral, mit derzeit 7.4 Mio Aufrufen:

    https://twitter.com/i/status/1434518004876857347

    Es scheint sich nicht viel gebessert zu haben, seit Bruce Springsteen die Straßen von Philadelphia besang. So ein richtiges Werbevideo für die westliche Zivilisation und ihre Führungsnation ist das auch nicht, es wirkt eher so als wäre die USA Opfer des Opiumkriegs geworden.

    Das Thema ist viel größer als das Ergebnis der Bundestagswahl. Abgesehen vom Klimawandel haben die Globalisten derzeit keinen Verkaufsschlager. Der neueste IPCC Bericht scheint nun, wenn ich den Reaktionen folge, auch eher mau zu sein, nicht das, was man braucht um Angst und Panik zu verbreiten.

  2. das video sollte im fernsehen ausgestrahlt werden.
    die franzosen haben in der eu das zepter in der hand, so wie ich das verstehe und unsere politiker nehmen das wissentlich in kauf, hauptsache sie kriegen bonbon’s ( ämter ) versprochen.
    ei ihr leut, da können wir auch die türkei in die eu holen und den erdoğan machen wir dann zum nächsten eu präsidenten. :)))

    schlimmer kanns für das deutsche volk nicht mehr kommen.

  3. der franzose jacgues attali hat 2011 gesagt:

    „Ich sage ihnen, Deutschland ist in 20 Jahren der ‚kranke Mann‘ in Europa, weil man die Schwäche einer Nation an der Demografie misst und an der Fähigkeit zu langfristigen Strategien.“

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