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EZB will Märkte nach einem Brexit mit Geld fluten

Kommt der Brexit, wird die EZB die Märkte fluten. Und nicht nur das: Laut dem österreichischen Notenbanker und EZB-Ratsmitglied Nowotny gebe es Vereinbarungen zwischen der EZB und der...

FMW-Redaktion

Kommt der Brexit, wird die EZB die Märkte fluten. Und nicht nur das: Laut dem österreichischen Notenbanker und EZB-Ratsmitglied Nowotny gebe es Vereinbarungen zwischen der EZB und der Bank of England (die ist ja nicht Mitglied im Eurosystem) für eine gegenseitige Liquiditätshilfe im Brexit-Fall. Wenn die Notwendigkeit bestehe, sei sichergestellt, dass es weder bei britischen Banken noch bei Banken in der Eurozone zu Liquiditätsengpässen komme, so Nowotny. Man habe bei der EZB entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen. Am Markt is auch die Rede davon, dass alle wichtigen Notenbanken ein Abkommen mit der Fed geschlossen haben, um die heimischen Banken mit Dollars zu versorgen im Falle von Liquiditätsengpässen.

EZB Mario Draghi
EZB-Chef Mario Draghi am 2. Juni bei der EZB-Ratssitzung. Foto: EZB

Also, eine eindeutige Aussage durch Nowotny und die EZB. Wie im Fall Lehman befürchten EZB und Bank of England wohl, dass sich Banken in Europa im Brexit-Fall kurzzeitig weniger oder gar kein Geld mehr gegenseitig leihen könnten, wohl einfach nur aus Ungewissheit, weil das ja das erste Mal wäre, dass ein Land die EU verlässt. Und dann noch das Land mit dem wichtigsten Finanzplatz Europas. Was viele Trader auch fürchten: Banken in London, die in Fremdwährungen wie dem Euro kurzfristige Kredite aufgenommen haben, müssten z.B. mit Extra-Euros im Interbanken-Geldmarkt gestützt werden. Aber die BoE druckt nun mal keine Euros, sondern nur Pfund. Von daher scheint es wie eine schöne Beruhigungspille, dass die EZB jetzt sagt, sie werde Banken mit Aktivitäten in London (mit Euros) helfen.

Gerade die Festland-Banken, die in London stark vertreten sind, dürften Probleme bekommen. Wie geht es für Sie weiter? Bei welchen Geschäften wird die EZB sie zwingen aufs Festland zu verlagern? Devisenhandel, Derivatehandel usw? Wie stark wird Ihr Geschäft beeinträchtigt sein? Niemand weiß es. Vermutlich ist wie bei so manch anderem Horror-Event auch viel Hysterie im Spiel, die sich im Nachhinein als übertrieben entpuppt. Aber besonders stark betroffen von dieser Hysterie dürfte z.B. unsere allerliebste Deutsche Bank sein, die fast schon von London aus geleitet wird (das Investmentbanking ist ja das ein und alles, Filialgeschäft ist einfach zu langweilig?). Seit Anfang des Jahres hat die Aktie der Bank mehrmals die Tiefs aus der Lehman-Krise von 15,30 Euro unterschritten. Jetzt steht sie um die 13 Euro-Marke herum.

Deutsche Bank Brexit
Die Deutsche Bank-Aktie seit 2003.

Auch mit an Bord der Banken, die wohl besonders viel Liquiditätsspritzen nötig haben könnten, werden laut Marktbeobachtern wohl UniCredit, Commerzbank, und die beiden großen Franzosen SocGen und BNP Paribas sein. Gerade bei UniCredit kommt noch hinzu, dass die italienischen Banken ohnehin schon auf recht wackligen Beinen stehen wegen dem enorm hohen Volumen an notleidenen Krediten in ihren Bilanzen.

Auch wenn es durchaus nachvollziehbar ist, dass eine Notenbank den Geldfluss während einer Krise sicherstellen will, würde dieser Eingriff ein Mal mehr zeigen, dass die EZB zusammen mit anderen Notenbanken quasi jegliche negative Schwankung, jegliche Schwäche im System, jegliches Problem mit frisch gedrucktem Geld ersticken will. In einer freien Marktwirtschaft aber muss es Krisen geben, denn dann verschwinden „nicht überlebensfähige Teilnehmer“ vom Markt. In diesem Fall wären das Banken, die sich für Krisenszenarien einfach nicht vernünftig vorbereitet haben, oder vorher zu große Risiken eingegangen sind, wodurch sie in einem Krisenszenario Probleme bekommen. Auch jenseits der Bankenszene ist es ja so: Kommen neue Produkte auf den Markt, oder wirtschaftet ein Unternehmen schlecht, verschwindet es vom Markt, und wird durch innovativere und besser wirtschaftende Firmen ersetzt. Aber dieser „Mechanismus des freien Marktes“ wird immer mehr durch zu allererst die EZB außer Kraft gesetzt. So können sich ja seit letzter Woche privatwirtschaftliche Konzerne direkt beim Staat (der EZB) Geld leihen, und haben damit einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil gegenüber kleinen Betrieben, die diese Möglichkeit nicht haben.



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6 Kommentare

  1. Die EZB will …..die Märkte mit Geld fluten!Ist diese Tagmeldung nicht langsam langweilig?

  2. Stellt sich die Frage, ob es ein Mandat der EZB für Hilfen an die Bank von England gibt? Welche Risiken ergeben sich aus solchen Geschäften? Wer haftet?

  3. Es ist echt unglaublich.
    Damals zu DDR-Zeiten wurde immer kritisiert, dass ja jeder einen Job hat, auch wenn es nichts zu arbeiten gab. Es wurden also alle vom Staat subventioniert.
    Die landläufige Meinung damals, das Land muss ja pleite gehen, da so was nicht lange gut gehen kann.
    Vielleicht unterliege ich ja einem Denkfehler, aber sind da nicht Parallelen zu der EZB Politik erkennbar. Werden mit dieser Politik nicht auch „Dinge“, die nichts bringen subventioniert? Damals waren es Arbeiter, die nichts zu tun hatten, jetzt sind es eben Firmen, die kein über lebensfähiges Geschäftsmodell haben.

    1. Nein, Sie unterliegen keinem Fehler, aber das wissen Sie schon selbst. Die Planwirtschaft in der €urozone (und natürlich auch in der EU) wird auch von einer DDR-Vertreterin unterstützt und gesteuert. Sie ist im Kommunismus aufgewachsen und war bereits damals politisch erfolgreich. Vom totalitären Führungsstil ist sie heute noch fasziniert. Wer dagegen ist, wird für Menschenhasser, Dumpfbacke, Ewiggestrigen usw. erklärt.

  4. Wer haftet??? Sieh Dich mal ein wenig auf Youtube um.

    Schon gewusst die “Bild“ wurde, mit 7 Mio.Dollar, von der CIA gegründet.

  5. dieser ganze abartige, irrsinn und der würgegriff der entfesselten finanzverbrecher kennt keinerlei ende…. und es spitzt sich triotzdem zu. ob mit oder ohne alles nur gelaber und gründe weiter zu machen wie bisher. problem dabei, der ganze mist geht einher ohne jedwede echte substanz. aber genau die braucht der sogenannte homo ökonomicus…wir sind haltlos abhängig und sinnlos „verwirtschaftet“ worden….das ganze wachstumsgedöns kann keiner mehr hören noch für voll nehmen. wirtschaften sie einmal in der eigenen familie so, sie würden angewidert den kopf schütteln. in der eigenen firma, innert kürzester zeit voll pleite. aber es gibt ja unsere kriminellen geldzauberer…was ist eigentlich geld??? lol.

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