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Devisen

EZB und Draghi unter Handlungsdruck nach weiterem Ölpreisfall

Redaktion

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FMW-Redaktion

Am Donnerstag tagt die EZB – und wird, das gilt als sicher, erst einmal die Füsse still halten, nachdem sie bereits auf ihrer letzten Sitzung Anfang Dezember das QE-Programm verlängert hat (und mit dieser kleinen Maßnahme die Märkte schockiert hatte). Aber die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Notenbank dann im März erneut agieren wird, weil der Fall des Ölpreises sowohl die Inflation als auch die Inflationserwartungen weiter nach unten bringt. Die März-Sitzung (10.März) der EZB ist gewissermaßen der optimale Anlaß für weitere Maßnahmen, da die Notenbank dann auch ihre Inflationserwartungen und ihre Wachstumprogmose publiziert – und damit eben neue Maßnahmen gleich begründen könnte.

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Großes Zutrauen in Draghi und die Seinen
Foto: EZB

Die Erwartungen an Aktionen der EZB sind zuletzt immer stärker zu gestiegen, seit der Ölpreis weiter auf Talfahrt ist. Entweder eine Ausweitung des QE oder eine weitere Absenkung des Einlagezinses – oder beides – ist inzwischen die Erwartung einer Mehrheit der Analysten. Die EZB könne nicht einfach nichts tun, wenn Öl weiter falle, so heißt es fast unisono. Seit der letzten Sitzung der EZB am 03.Dezember hat sich der Absturz von Brent-Öl noch einmal dramatisch beschleunigt: 42% ging es seitdem nach unten (damals handelte Brent noch über 44 Dollar):

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Im Dezember lagen die Verbraucherpreise in der Eurozone bei mickrigen +0,2% – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die im Gefolge des Ölpreisverfalls weiter gesunkenen Energiekosten die Verbraucherpreise in den nächsten Monaten sogar in negatives Territorium drücken werden. Und genau das wäre eine Steilvorlage für die EZB, die bekanntlich die Deflation fürchtet wie der Teufel das Weihwasser (oder sogar noch mehr..).

Und der Glaube, dass die EZB es richten wird, ist groß. Nach Umfragen unter Profi-Investoren meinen gut 80%, dass Mario Draghi die Inflation durch weitere Maßnahmen bis knapp unter die 2%-Marke hieven könne. Dieses Zutrauen ist durchaus erstaunlich, angesichts der Tatsache, dass das QE bisher weder die Inflaton noch die Inflationserwartungen wirklich nach oben gebracht hat. Das einzige, was mit ziemlicher Sicherheit die Inflation steigen läßt, ist ein deutlicher Anstieg der Ölpreise. Aber genau das kann der Wunderheiler aus Rom nicht wirklich beeinflussen. Und so erstaunt der Glaube an die Wirkmacht Draghis immer wieder – er scheint eine Art Ersatzreligion an den Finanzmärkten zu sein: an Gott glaubt man nicht, aber an Mario Draghi schon. Unwahrscheinlich, dass Super-Mario die immensen Erwartungen dann wirklich erfüllen kann..

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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