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EZB verkündet Klimawächter-Maßnahme für Banken in Europa

Die EZB hat heute offiziell verkündet, dass sie einen "Klimafaktor" einbauen will, wenn sie Kredite an Banken vergibt.

EZB
Grafik: ChatGPT

Es ist absurd und wird immer absurder! Ja, seit mehreren Jahren hört man es öfter von der EZB, dass man sich auch für den Kampf gegen den Klimawandel zuständig fühlt. Nicht nur, dass man dafür sogar eine eigene Rubrik auf seiner Webseite eingerichtet hat. Auch droht man Banken auch zuletzt mit Strafen, wenn sie sich nicht Klima-konform genug verhalten. Jüngst gab es eine Mitteilung an die zweitgrößte französische Großbank Credit Agricole, dass sie zu den Instituten gehört, denen wegen Nicht-Erfüllung der Erwartungen der Aufsichtsbehörde zum Klimarisikomanagement eine Geldstrafe droht.

EZB baut „Klimafaktor“ in Kreditvergabe an Banken ein

Jetzt beschreitet die EZB in ihrem Kampf gegen den Klimawandel. Heute verkündete die EZB tatsächlich, dass sie ab Mitte 2026 im Rahmen ihrer Kreditvergabe an Geschäftsbanken den Klimawandel als Faktor berücksichtigen will, um sich besser gegen einen Wertverlust bestimmter von Banken eingereichter Repo-Sicherheiten zu schützen. „Der EZB-Rat hat beschlossen, eine neue Maßnahme im Rahmen des Sicherheitenrahmens einzuführen, um die mit der Klimakrise verbundenen finanziellen Risiken besser zu steuern“, so leitete die EZB ihre heutige Mitteilung ein.

Der Wert der Sicherheiten, die die Geschäftspartner (Banken) im Rahmen der Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems stellen, ist anfällig für klimabedingte Unsicherheiten, so die EZB. Da die Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems ein wichtiges Instrument zur Gewährleistung der Preisstabilität sind, habe der EZB-Rat beschlossen, einen „Klimafaktor“ einzuführen, der den Wert der als Sicherheiten hinterlegten notenbankfähigen Sicherheiten verringern könnte, je nachdem, inwieweit eine Sicherheit von diesen Unsicherheiten betroffen sein könnte.

Dies dient laut EZB als Puffer gegen die möglichen finanziellen Auswirkungen von Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Er ergänzt laut Mitteilung die bestehenden Risikomanagementinstrumente des Eurosystems durch die Berücksichtigung zukunftsgerichteter Klimaszenarioanalysen und verbessert damit die Widerstandsfähigkeit der geldpolitischen Umsetzung des Eurosystems. Die Kalibrierung der Maßnahme werde eine angemessene Verfügbarkeit von Sicherheiten gewährleisten.

Der EZB-Rat hat beschlossen, „den Klimafaktor mit Schwerpunkt auf marktfähigen Vermögenswerten von nichtfinanziellen Unternehmen und deren verbundenen Unternehmen sowie auf negativen Ereignissen, die speziell mit der grünen Wende zusammenhängen, einzuführen“. Der Klimafaktor werde auf einzelne Vermögenswerte angewendet, und bei seiner Kalibrierung werden sektorspezifische Daten zu Anleihen nichtfinanzieller Unternehmen aus dem Klimastresstest des Eurosystems für 2024, der CSPP-Klimascore des Emittenten und die Restlaufzeit des Vermögenswerts berücksichtigt, so die EZB.

Diese Maßnahme soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 umgesetzt werden. Sie wird vom EZB-Rat regelmäßig überprüft, um der zunehmenden Verfügbarkeit von Daten und Modellen sowie relevanten regulatorischen Entwicklungen und Fortschritten bei den Risikobewertungskapazitäten Rechnung zu tragen.

Kommentar

Was das im Klartext bedeutet? Letztlich kann die EZB damit von A-Z alles machen, was sie will. Denn in diesen „Klimafaktor“ kann man reinbauen oder reininterpretieren, was man will, wie man lustig ist. Haben Banken die falschen Kunden, falsche Verwendungszwecke für Kreditvergaben usw? Der Kreativität an Verboten und zu findenden Problemen wird keine Grenze gesetzt sein. Auf einmal werden Kunden bei ihren Hausbanken zukünftig merken, dass sie vielleicht nicht mehr an Kredite kommen, oder auf einmal viel höhere Zinsen zahlen müssen. Oder sie werden von ihrer Hausbank aufgefordert, sich Klima-konformer zu verhalten. Die EZB kann wunderbar indirekt Klima-Konformität über die Geschäftsbanken weiter reichen an Unternehmen und letztlich auch an Endverbraucher. Eine Einrichtung wie die EZB, die unabhängig ist, aber auch nicht vom Wähler legitimiert ist und auch nicht überwacht wird, betreibt dann zunehmend Politik, und greift in den Alltag von Bürgern und Unternehmen ein. Politik ist aber Aufgabe von gewählten Politikern, und nicht von einer Zentralbank!



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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7 Kommentare

  1. Aha.
    Was ist denn wenn Firmen die Einlagerung des extrem umweltschädlichen Frackinggas aus den USA durch einen Kredit vorfinanzieren möchte?
    Oder extrem umweltschädliche Methoden der Munitionsherstellung und deren zweckmäßigen Verwendung, durch Finanzierung von neuen Maschinen vorbereitet wird.
    Dürfen dann die Dieselmotoren der Panzer weiter etwa 1 Liter/km fressen, oder gibt es Elektropanzer?
    Man kann es mit „dem Knüppel spüren“, dass alles es nur zur Deindustrialisierung führen soll.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Ŕrrichtig Helmut. Sie sollen sich schämen. Sie verdrehen die Welt um wie es ihnen gefällt. Krieg und Aufrüstung werden nach Bernecker schon immer Kreditfinanziert. Punkt. Was die EZB braucht ist eine neue alte Weisheit.
      Erst denken, dann handeln. Klima ist das eine, gesunder Menschenverstand das andere. grüss dich.

  2. Ja Albi.
    Nun haben wir ja alle mitbekommen, wie die USA sich gegen „den Schwächling“ EU durchsetzen.
    Überrollen wäre da wohl passender.
    Das kann man nur mit Menschen machen, denen man den Hass und die Angst gegen Russland einreden kann.
    Aber das klappt ja nun seit über 100 Jahren für die Amis recht gut.
    Das die Amis die EU über den Tisch ziehen werden war mir schon klar.
    Aber dass es zu so einer „Enthauptung“ kommen wird, hätte ich nicht gedacht.
    Jetzt müssen die Ideologen alles nur noch schön reden und das extrem umweltfeindliche Frackinggas, das nun für hunderte von Milliarden in den USA gekauft wird, als Rettung feiern. Genauso die hunderte von Milliarden die nun als Investitionen in die USA fließen werden. Wahrscheinlich in der Form von aus Deutschland übergesiedelten Firmen in die USA.
    Die anderen hunderte von Milliarden an Waffenkäufe in den USA natürlich noch oben drauf.
    Unmöglich?
    Wer die Sprengung von N1 und N2 als „Sieg“ feiern konnte, wird auch das Diktat der USA als gute Vereinbarung feiern können.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  3. Moin, moin,

    zuerst erfolgt die Stunde NULL (zwangsläufig), dann Nürnberg und Wiederaufbau.

    So gesehen ist der o.g. Artikel positiv zu sehen, da er in die „richtige“ Richtung, nämlich die Stunde NULL läuft.

    Fazit: Ross und Reiter dürfen als bekannt vorausgesetzt werden.

  4. Die Gemeinschaftswährung betrachtete ich schon kurz nach ihrer Einführung kritisch. Da machte ja relativ schnell das Wort Teuro die Runde. Ich habe gemerkt, die klauen mit Kaufkraft. Ca. 10 Jahre nach Existenz musste dann eine Riesenrettungsaktion durchgeführt werden mit folgendem Resultat:

    10 Jahre Nullzins entfachten einen Immobilienboom im privaten Sektor, Kreditfinanziert, mehr als Verdopplung der Häuserpreise.

    Alleine diese Tatsache sollte der BRD Anregung geben, ideologifrei über einen Austritt aus der Währung zu diskutieren. Die BRD hatte weder die Rettung nötig, noch tut ihr die Immobilien-Zwangs-Blase, die aufgrund der nun künstlich generierten Nachfrage nicht platzen kann, gut. Das wird der Gesellschaft langfristig große Schwierigkeiten bereiten, wenn immer mehr Menschen in teuren Wohnungen teure Mieten zahlen müssen. Sollen das mal alles Aufstocker werden??? Gute Nacht!

    Nicht umsonst hatte die SPD mal 400.000 Wohnungen versprochen. Die meisten davon werden dringend im Grenzbereich der Armut benötigt. Das würde dem Markt das geben was er braucht und die Preise senken. Passiert ist aber nichts. Mietpreisbremse! (Aspirin, statt die Ursache zu beseitigen)

    Die AFD ist die einzige Partei, die einen Euroaustritt in Betracht zieht. Das ist mE ein großer Fehler. Das sollten andere Parteien auch tun und mehr Realität zulassen…

    Es fallen Sätze wie: Fällt der Euro fällt Europa…

    Das ist Schwachsinn, tut es nicht! Europa hat seine Stärke schon immer in der Wirtschaftsgemeinschaft. Die Währung stärkt sie nicht, sie schwächt sie, genauso die übergreifende Bürokratie. Was die EZB hier tut ist eine Art Kröung des Ganzen.

    Daneben ist Klimaschutz vor allem eine politische Aufgabe. Sonst gäbe es Parteien wie die das im Programm haben ja gar nicht.

    1. Großer Bär
      Ich habe dem Euro schon vor seiner Einführung nicht meine Altersversorgung anvertraut.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. Das ist genauso ein Unfug, wie die Nachhaltigkeitsvorschriften der BaFin für Dienstleister, die Vermögensanlagen anbieten oder vertreiben. Hier gibt es nicht mal gefestigte Regelungen, was als „nachhaltig“ und unter welchen Kriterien (sozial, klimarelevant etc.) gilt. Die Gefahr eines Rechtsverstoßes ist ständig gegeben, die Beratungsanforderungen auch zur Dokumentation explodieren.
    Die Politik nimmt immer mehr Einfluss auf angeblich neutrale Institutionen. Weiteres Beispiel ist die jahrelange Diskussion um die Abschaffung von Provisionen in der Versicherungsvermittlung. Weil es die Linken bisher nicht geschafft haben, dies über legale politische Willensbildung im Bundestag durchzusetzen, wächst der Druck auf die BaFin, dies „qua order mufti“ umzusetzen, unabhängig davon, ob es Gründe dafür gibt oder nicht. Sture „Ideologie“ ist die Ursache.

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