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EZB: „Verletzlichkeit der globalen Finanzmärkte nimmt zu“

Die EZB heute ihren Kommentar zu ihrem aktuellsten Finanzstabilitätsbericht veröffentlicht. Dabei weist man darauf hin, dass die Verletzlichkeit der globalen Finanzmärkte zugenommen habe. Die systemischen Risiken für die Eurozone seien in den letzten Monaten zwar gering gewesen, aber das ändert sich offenbar jetzt gerade. Erstaunlich ist, dass die EZB überhaupt mal ein einzelnes Kapitalmarktereignis anspricht.

EZB spricht US-Volatilität an

So erwähnt man heute die Aktienmarktvolatilität in den USA Anfang Februar. Sie habe die momentan fragile Marktstimmung deutlich gemacht. Enge Risikoprämien und Anzeichen für zunehmende Risikofreude in den meisten globalen Märkten bedürften einer genauen Beobachtung, so die EZB. Positiv erwähnt man, dass die Banken in Euroland zwar immer noch eine schwache Profitabilität aufweisen, aber dass sie größere Kapitalpuffer aufgebaut hätten. Das habe die Banken widerstandsfähiger gemacht – und die Banken hätten ihre Risiken zuletzt nicht hochgefahren um höhere Gewinne zu machen. Das war es dann aber auch schon mit den guten Nachrichten.

Zwischen den Zeilen liest man ein Unbehagen der EZB über hohe Aktienkurse und die große Zinswende in den USA, die gerade die Kapitalmärkte durcheinander bringt. Sie spricht es zwar nicht wortwortlich aus, aber man kann es gefühlt herauslesen. Zuletzt hatte ja die große Flucht Richtung US-Dollar eingesetzt, welche Emerging Markets-Währungen brutal in Bedrängnis gebracht hatte.

Die Lage bei den Staatsschulden in der Eurozone solle sich laut EZB aufgrund besserer zyklischer Konditionen verbessern. Dazu meinen wir: Liebe Leute, die Zinswende in Euroland steht bevor. Zwar nicht heute oder morgen, aber doch wohl ab 2019 oder 2020. Und dann werden Staaten deutlich mehr für ihre Schulden zahlen müssen. Und der Konjunkturzyklus dürfte auch nicht ewig oben verharren. Wo man für die „nächsten Jahre“ eine positive Entwicklung bei der Schuldenlast sehen will, ist für uns schleierhaft.

Konkrete Risiken in der Eurozone

Ein Hauptrisiko für die Finanzstabilität sieht die EZB bei Fondsgesellschaften und dem sonstigen Nicht-Banken-Sektor. Dort habe man Cash-Bestände reduziert um Gewinne zu maximieren. Auch seien höhere Verleih-Risiken in die Portfolios genommen worden. Auch sehe man es kritisch, ob die Banken in der Eurozone in einer Phase struktureller Änderungen ihre Profitabilität im Griff zu behalten. Und ein großes Problem seien die historisch hohen Schuldenstände bei privaten wie öffentlichen Schuldnern.


Die Zentrale in Frankfurt. Foto: EZB



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