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EZB: vier Wochen nach der Bazooka – eine strahlende Mißerfolgsbilanz

FMW-Redaktion

Morgen ist es vier Wochen her, dass die EZB die große Bazooka ausgepackt hat: mehr QE, Einlagezinsen noch negativer, Unternehmensanleihen sollen gekauft werden. Das war am 10.März. Mehr geht eigentlich nicht für die Finanzmärkte. Oder doch?

Was wollte die EZB damit erreichen? Klar, die Inflation und die Inflationserwartungen nach oben bringen. Vor allem die Kreditvergabe in der Europeripherie anheizen. Die Aktienmärkte unterstützen – das war lange der einzige vorzeigbare Erfolg der Geldpolitik gewesen, auf den EZB-Verantwortliche mangels anderer Erfolge gerne verwiesen hatten. Aber nun?

Schauen wir uns die Entwcklung seit dem 10.März einmal an. Zunächst der Dax:

Dax0604163

Am Tag der großen Bazooka war der Dax bis knapp unter die 10.000er-Marke gestiegen, dann auf knapp unter 9400 Punkte gefallen. Und so, wie es derzeit um die Verfassung des Dax steht, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir bald wieder knapp unter der 9400er-Marke handeln. Effekt der Bazooka: gleich Null.

Und die Europeripherie? Steht noch schlechter da, wie ein Blick auf den italienischen Leitindex MIB40 zeigt: der Index handelte im Tief am 10.März nach der Aussage Draghis auf der PK, dass wohl erstmal Schluß ist mit Zinssenkungen über der 18.000er-Marke – derzeit nur noch bei 17200:

MIB40060416

Effekt der Bazooka auf die Märkte der Europeripherie: negativ!

Das verdeutlicht übrigens ein Blick auf die Staatsanleihen: der Bund (die 10-jährige deutsche Staatsanleihen) entwickelt sich besser als die italienische Staatsanleihe (BTP) – das war sicher nicht gewollt:

BundundBTP

Und der Euro: fiel damals am 10.März auf knapp über 1,08, um dann mit den Aussagen Draghis (erstmal keine weiteren Zinsanhebungen) auf 1,12 zu steigen. Nun handelt die Gemeinschaftswährung – vor allem dank Janet Yellen – noch eine Etage höher:

eurusd060416

Ach ja, und da gibt es ja noch die europäischen Banken, die die EZB stützen wollte mit ihrer Bazooka. Sehen wir uns den Stoxx600-Bankenindex an:

StoxxBanken

Keine wirkliche Erfolgsgeschichte – der Index ca. 9% tiefer als am Tag der großen Bazooka. Bilanz: katastrophal negativ.

Ganz zu schweigen von der Deutschen Bank, deren Chart einen gewissen „Lehman-Charakter“ aufweist:

Deutsche Bank 060416

Aber sonst hat die EZB natürlich alles richtig gemacht!



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