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"Nicht-Erfüllung der Erwartungen an Klimarisikomanagement " EZB warnt Großbank vor möglicher Klima-Geldstrafe: Kreise

Die EZB fühlt sich im Kampf gegen den Klimawandel berufen mitzumachen, und droht nun einer Großbank eine Klima-Strafe an.

EZB-Zentrale in Frankfurt
EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Bloomberg

Die EZB fühlt sich inzwischen längst zuständig für den Kampf gegen den Klimawandel, kein Witz! Ende 2023 fing sie damit an europäischen Banken mit Klima-Geldstrafen zu drohen. Wenn die Banken sich nicht genug engagieren im Kampf für die gute Sache, folgt die Strafe. Dabei ist es doch eigentlich nur die Aufgabe der EZB für stabiles Geld zu sorgen, und nicht mehr!? So langsam läuft man sich warm, die erste Klima-Geldstrafe steht an, und das auch gleich gegen eine der ganz großen Banken in der Eurozone!

EZB droht mit Klima-Strafe gegen Großbank

Die Europäische Zentralbank hat Frankreichs zweitgrößter Bank mitgeteilt, dass sie zu den Instituten gehört, denen wegen Nicht-Erfüllung der Erwartungen der Aufsichtsbehörde zum Klimarisikomanagement eine Geldstrafe droht. Das berichten es laut Bloomberg mit der Angelegenheit vertraute Personen. Crédit Agricole ficht die sogenannte periodische Strafzahlung an. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob es zu einer Geldbuße kommt, stehe noch aus, so Personen, die anonym bleiben wollten.

Die Strafen gegen Banken wären die ersten der EZB im Zusammenhang mit Klimarisiken und würden eine Eskalation ihrer langjährigen Bemühungen bedeuten. Die Geldbußen selbst dürften gering ausfallen. Crédit Agricole würde wahrscheinlich nicht mehr als 7 Millionen Euro zahlen müssen, sagte eine der informierten Personen. Sprecher der EZB und von Crédit Agricole lehnten Stellungnahmen ab.

Die EZB hat ihre Anforderungen an die Banken hinsichtlich der Anpassung ihres Risikomanagements zur Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels kontinuierlich verschärft. Zu den wichtigsten Risiken, die die EZB beobachtet, gehören die finanziellen Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf Sachwerte und Lieferketten sowie die Wahrscheinlichkeit, dass CO2-intensive Unternehmen im Laufe der Zeit an Wert verlieren.

Seit 2023 hat die EZB zwei Serien von Warnungen an Banken herausgegeben, in denen sie auf mögliche Strafen hinwies und den Banken Zeit gab, die festgestellten Probleme zu beheben. Die erste Warnung wurde auf der Grundlage sogenannter Wesentlichkeitsbewertungen an 22 Banken verschickt. Bloomberg berichtete im vergangenen Jahr, dass letztlich nicht mehr als vier Banken Strafen angedroht worden sind.

In der zweiten Runde wiesen neun Banken Mängel bei der Integration von Klima- und Umweltfaktoren in ihre Unternehmensführung, Strategie und ihr Risikomanagement auf. Wie die EZB am 11. Juli mitteilte, läuft das Verfahren zur Feststellung, ob Strafen verhängt werden, für beide Gruppen noch und einige Fristen für die zweite Gruppe sind noch nicht abgelaufen.

Die EZB hebt sich unter den großen Zentralbanken durch ihren Willen hervor, ihre Instrumente zur Bewältigung von Klimarisiken einzusetzen. In den USA hat die Federal Reserve deutlich gemacht, dass sie das Klima nicht als aufsichtsrechtliche Priorität betrachtet.

Crédit Agricole hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um die eigene Reputation in Sachen Klima zu verbessern, darunter den Ausbau des Geschäfts mit grünen Anleihen. Laut von Bloomberg zusammengestellten Daten hat das Geldhaus kürzlich BNP Paribas als größte Emissionsbank für grüne Anleihen überholt.

Kommentar

Meine persönliche Meinung: Es ist der Versuch Greenwashing auf allerhöchster Zentralbank-Ebene. Man will unbedingt bei den „Guten“ dabei sein, die das „Richtige“ tun. Dass Banken Risiken des Klimawandels als Konzept in ihre tägliche Arbeit einbauen sollen, ist absurd. Sie haben nur eine schwierige Aufgabe zu managen: Beurteilen, ob Schuldner ihre Schulden auch zurückzahlen werden. Dort den Faktor Klima einzubauen, ist einfach nicht greifbar. Wie will man irgendein ungreifbares Risiko konkret in Euro auf ein Unternehmen herunterbrechen? Es geht einfach nicht – es ist einfach nur der Versuch „Gut“ zu sein, ähnlich wie bei den ESG-Kriterien für die Fondsbranche.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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10 Kommentare

  1. wieso tut sich die europ. bankenwelt nicht zusammen und verklagt die ezb und eu komm. – wegen mandatsverfehlung/ missbrauch – betrug. Oder verlagert alle geschäfte ins ausland ( z.b. GB ) was macht europa, wenn alle grossbanken beschliessen abzuwandern ?
    So alla trump, drohung ist auch macht….

  2. Die Eu ist ein Spielball der Usa. Weder Trump noch Putin oder Orban sind das Problem. Trump ist sogar von allen bisherigen Präsidenten der einzige, der sagt dass Europa selbstständiger werden soll. Die Eu wartet aber auf seinen Nachfolger mit dem sie wieder bequem mitlaufen können.

  3. Ach kommen Sie, ich kann mich noch genau an das Silvester 2002 erinnern, als die Banker in Frankfurt in der Menge lauft ruften: „Euro, Euro, Eruo…“

    Bitteschön!

    Ich finde es nur fair, dass die Banken nun auch eine der vielen Vorzüge des Euro genießen dürfen. Neben der nicht von der Hand zuweisenden Praxistauglichkeit, wenn man mal in den Urlaub fährt gibt es viele weitere Vorzüge, wie: Sollte mal ein Mitgliedsstaat vor der Pleite stehen, kein Problem, Wir machen QE und senken auf ein Jahrzehnt den Leitzins gegen null. Dies garantiert auch den stolzen Immobilienbesitzern einen supertollen Preisboom. Dass sich Normalos keine Bude mehr leisten können, aja, dumm gelaufen. Sparer, die für ihr Alter vorsorgen haben dank der hohen Zinsen von 0% und der gefühlten Inflation nahe 50% auch ein Bombengeschäft gemacht.

    Ganz ehrlich: Das wäre mir der Stopp an der Wechselbude wert!

  4. Werden Strafzahlungen auch fällig, wenn Banken Rüstungsfirmen Kredite geben, die Produkte herstellen, die, wenn ie zweckbestimmt eingesetzt werden, maximale Umweltzerstörungen anrichten oder wenn sie nicht eingesetzt werden, nur riesige Mengen an Kapital binden und nach vielen Jahren wieder mit viel Energieaufwand zerstört werden müssen?

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  5. Und das alles ,obwohl die Klimamodelle alle falsch sind und folglich auch die Klimawandelfolgemodelle und nicht annähernd sämtliche Parameter berücksichtigt wurden.

    Es geht und ging nie um die Umwelt und auch nicht um Genauigkeit ,es geht um Neukredit ,warum sonst müsste ein Zentralbank ,die für Kredit zuständig ist, auf den Plan treten ? Na ,wer hats ,take the bullet .

    Sie verars…………euch …….. alllleee

    1. klempner, und welche naturwissenschaftlich-statistischen Erkenntnisse, Methodiken und Befähigungen genau ermutigen Sie zu der höchst akademischen Feststellung, dass alle Klimamodelle falsch seien?
      Bisher zumindest konnten die Modelle sämtliche Entwicklungen erstaunlich exakt prognostizieren, wie auch vergangene Entwicklungen statistisch signifikant abbilden.

      Kann es ggf. sein, dass Sie es sind, der uns alllleee verars………… will?

      1. na ja normaler menschenverstand reicht auch um festzustellen, das sich die erde erwärmt. nur dass sie das auch ohne menschen schon gemacht hat und danach gabs ne eiszeit, da warens wohl andere wesen, die schuld waren. NUR gings hier um eine ezb die ihren auftrag verfehlt und ein eu parl. das seine kompetenzen verfehlt. und wir alle leiden unter diesem mandatsmissbrauch

      2. Weil Modelle deren Zielwerte zwischen 100 bis 400 % streuen genau so genau sind, wie es Nachts kälter als draußen ist. Ich verschwende meine Zeit nicht mehr mit diesen Diskussionen.Ich kümmere mich darum
        noch mehr Profit aus dem System und dessen Fehlentscheidungen zu ziehen.
        Früher hat man das Oel rausgeholt und kassiert ,heute kassiert man den Rückweg ab.

        Take the bullet.
        Einen GinTonic auf die Weltenretter ,die sonst keinen Inhalt mehr hätten. Mein Glas ist voll.

        Sie verars…………euch………..alllllle

    2. Oblivion, der neue Platzhirsch

      Ach, @Klempner… jetzt also auch noch Klimawissenschaftler und Zentralbankflüsterer?
      Ich verneige mich ehrfürchtig vor so viel universalgelehrter Selbstüberschätzung. Vom Platzhirsch zum Orakel — du übertriffst dich jedes Mal selbst.

      Aber keine Sorge: Die Reptiloiden nehmen dich bestimmt ernst.

    3. Ich habe vor der Jahrtausendwende ein Referat über Klimawandel gehalten, mit dem damaligen Stand der Forschung.

      Im Prinzip ging man damal davon aus, dass der Golfstrom schwächer wird, was als die größte Katastrophe angenommen wurde. Man hat Klimawandel so insgesamt auf einen Zeitraum von in Hundert Jahren gesehen. Nur 30 Jahre später haben wir Hitzewellen, lange Trockenperioden, verstärkte Waldbrände, Sintflutartige Regenfälle mit Katastrophencharakter…

      Die Klimamodelle von damals waren etwas falsch, ja, sie waren zu konservativ. Es tritt deutlich schneller in Erscheinung, als damals prognostiziert wurde. Ansonsten passte das ganz gut.

      Man kann viele Experten anzweifeln, wie man will. In dem Nachbarort, wo ich aufgewachsen bin, gab es Starkregen, der den dorten Bach anschwellen ließ, sowas habe ich noch nie gesehen. Meine Mutter meinte, das gab es wohl irgendwann in den 40ern oder 50ern, allerdings nicht so stark. Und das war damals eher Dauerregen, der Schlamm brachte, das da war anders, das war ein Platzregen. Ahrtahl. sollte bekannt sein. Der Grundwasserspiegel sinkt, dass der Rasen im Sommer verbrennt ist mittlerweile normal, früher war der grün.

      Also eigentlich braucht man keine Experten, man muss nur die Augen aufmachen.

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