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EZB-Zinsanhebungen ab Juli – Experten mit aktuellen Kommentaren

Hier zeigen wir vier aktuelle Expertenstimmen zur Verkündung der EZB, ab Juli die Zinsen anzuheben. Ist die Notenbank zu zögerlich, oder doch angemessen?

Euro-Bargeld

Die EZB hat heute Nachmittag verkündet definitiv im Juli die Zinsen anzuheben. Im September werde man höchstwahrscheinlich erneut die Zinsen anheben. Nur wie stark dieser zweite Schritt wird, das hängt von der Entwicklung der Inflation ab (hier die Kommentare von Christine Lagarde). Wie beurteilen Experten diese heutige Verkündung der EZB? Hier vier verschiedene Stimmen.

Dr. Jörg Krämer sieht „Bewegung, aber weiter zu zögerlich“

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, meldet sich zu Wort mit einer klaren Meinung zu den Aussagen von Christine Lagarde. Wie erwartet, habe der EZB-Rat heute beschlossen, die Nettoanleihekäufe im Rahmen des APP am 1. Juli einzustellen. Darüber hinaus kündigte die EZB an, ihre Leitzinsen auf ihrer nächsten Sitzung im Juli um 25 Basispunkte anzuheben. Darüber hinaus erwartet sie im September eine weitere Zinserhöhung. Bleiben die mittelfristigen Inflationsprognosen unverändert oder nehmen sie weiter zu, dürften die Leitzinsen laut EZB im September um mehr als 25 Basispunkte steigen. Da nach Meinung der Commerzbanker die Inflationsrisiken weiter steigen dürften, erwarte man nun für September eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte (bisher: 25 Basispunkte). Hier die weiteren Ausführungen von Dr. Jörg Krämer im Wortlaut:

Keine Rede mehr vom neutralen Zins

Für die Zeit danach hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde weitere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt, was aus Sicht der EZB wohl auch deshalb notwendig ist, weil sie nun zum ersten Mal für das Ende ihres Prognosehorizonts eine Inflation von mehr als 2,0% erwartet (Tabelle). Wir erwarten nun, dass die EZB den Einlagenzins schrittweise bis Mai 2023 auf 1,5% anhebt (bisher: 1,25%).

Allerdings sprach die EZB anders in Lagardes jüngstem Blog-Beitrag nicht mehr davon, dass sich die Leitzinsen mittelfristig in Richtung auf das sogenannte neutrale Niveau bewegen, das Vertreter der EZB früher in einer Spanne zwischen 1% und 1,5% sahen. Während der Pressekonferenz sagte Lagarde, dass der EZB-Rat nicht über das Thema neutrales Zinsniveau diskutiert habe. Offenbar gehen die Meinungen über die Höhe des neutralen Zinses mittlerweile weit auseinander.

EZB bleibt hinter der Kurve

Nach unserer Meinung liegt der neutrale Zins zwischen 2,5% und 3,0%. Zu dieser Spanne gelangt man, wenn man sich an den langfristigen Wachstumserwartungen des Euroraums (0,5% bis 1,0%) orientiert und das Inflationsziel von 2% hinzuaddiert. Vermutlich muss die EZB sogar über dieses neutrale Niveau hinausgehen, weil die Inflationsrisiken mittlerweile sehr ausgeprägt sind. Es reicht nicht, nur den Fuß vom Gas zu nehmen, sie muss auch auf die Bremse treten. Aber genau dazu ist sie nicht bereit, weshalb wir für den Durchschnitt der kommenden Jahre eine Inflation deutlich über 2% erwarten.

Ein neues Hilfsprogramm für Italien & Co?

Ein weiteres Thema auf der Pressekonferenz waren Maßnahmen gegen steigende Renditeaufschläge von Staaten wie Italien – eine Entwicklung, die sich wegen steigender Leitzinsen fortsetzen und zu einer sogenannten Fragmentierung der Währungsunion führen könnte. Christine Lagarde machte klar, dass die EZB eine solche Fragmentierung nicht akzeptieren würde. Sie verwies auf bestehende Instrumente wie das flexible Reinvestieren von fälligen Anleihen im Rahmen des PEPP-Kaufprogramms. Der italienische Zentralbankpräsident Panetta fordert sogar, dass die EZB ein fundamental angemessenes Renditeniveau etwa für italienische Staatsanleihen berechnet und immer dann mehr Anleihen kauft, wenn die Marktrendite über dieses Niveau steigt. Vermutlich setzt sich Panetta mit dieser radikalen Forderung nicht durch. Aber faktisch bewegt sich die EZB in Richtung einer Steuerung der Renditeaufschläge von Ländern wie Italien.

EZB erhöht bald die Zinsen – Thorsten Polleit über den „widerstrebenden Abschied von Negativ- und Nullzinsen“

Die EZB habe, wie zu erwarten war, die Leitzinsen unverändert gehalten. Immerhin hat die EZB laut Thorsten Polleit jetzt aber beschlossen, mit Worten aus der Negativ- und Nullzinspolitik auszusteigen. Der Plan mit Ansage ist wie folgt: Eine Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte im Juli, einen zweiten Zinsschritt soll es im September geben (das kann dann möglicherweise ein großer Zinsschritt sein). Danach werden weitere Zinsanhebungen angepeilt. Weiter schreibt Thorsten Polleit, im Wortlaut:

Die „Falken“ im EZB-Rat scheinen sich also doch erfolgreich Gehör verschafft zu haben, indem sie immerhin die Geldpolitik im Wortlaut auf fortgesetzte Zinsanhebungen verpflichten. Eine beherzte Geldpolitik, die die Inflation (sie lag zuletzt bei 8,1%) herunterdrücken will, sieht allerdings anders aus.

Das Schuldpapier-Aufkaufprogramm (APP) soll am 1. Juli 2022 enden, wobei die Tilgungsbeträge der fällig werdenden Schuldpapiere weiter im Kapitalmarkt reinvestiert werden. Die Fälligkeiten des Pandemie-Notfallkaufprogramms (PEPP) werden bis mindestens Ende 2024 reinvestiert. Die EZB bleibt also als beeinflussender Akteur im Anleihemarkt tätig.

Es ist kaum zu überhören, wie schwer es den Zentralbankräten fällt, die Negativ- und Nullzinspolitik zu beenden. Ganz offensichtlich hat aber die Hochinflation, für die die EZB maßgeblich mit ihrer Geldmengenvermehrung in den letzten Jahren gesorgt hat, ihnen keine andere Wahl mehr gelassen, als höhere Zinsen in Aussicht zu stellen. Zumal die EZB mit einem Wirtschaftswachstum von 2,8% im laufenden Jahr rechnet, gefolgt von jeweils 2,1% in den darauf folgenden zwei Jahren.

Die EZB prognostiziert eine Inflation von 6,8% in 2022, 3,5% in 2023 und 2,1% in 2014. Allerdings sind solche Prognosen mit Vorsicht zu genießen – weil sie vor allem auch dazu dienen, die breite Öffentlichkeit zu beruhigen, ihnen den Eindruck zu vermitteln, die Inflation werde sich recht bald wieder zurückbilden.

Anleger haben jedoch gute Gründe, skeptisch zu bleiben, das Versprechen künftig niedriger Inflation in Frage zu stellen. Denn vor allem angesichts der gewaltigen Schuldenberge im Euroraum erscheint eine Rückkehr zu „normalen“ Zinsen, ja schon zu positiven Realzinsen, recht unwahrscheinlich zu sein. Für die Regierungen ist die Fortsetzung der „finanziellen Repression“ – vor allem in Form negativer Realzinsen (d. h. die Inflation übersteigt den Nominalzins) – äußerst wünschenswert, auch wenn das natürlich nicht öffentlich so gesagt wird.

Statement von Interhyp

Die für das Privatkundengeschäft bei der Interhyp AG zuständige Vorständin Mirjam Mohr hat sich vor wenigen Minuten auch zur den Aussagen der EZB geäußert. Hier im Wortlaut:

„Sie hat die Märkte seit einigen Wochen nun doch auf die Normalisierung der Geldpolitik vorbereitet und heute den ersten Schritt getan: EZB-Präsidentin Christine Lagarde macht mit dem Auslaufen der Nettoanleihekäufe zum 1. Juli 2022 den Weg frei für die heute angekündigte Anhebung des Leitzinses im Juli. Die Leitzinsen sollen dann um 25 Basispunkte von aktuell null auf 0,25 % steigen. Im September könnte es, wenn sich die Inflationsprognosen nicht verbessern, sogar zu einem größeren Zinsschritt kommen. Wir begrüßen dieses klare Signal, denn es schafft Klarheit für den Kapitalmarkt und ist eine Möglichkeit, der hohen Inflation, die unseren Wohlstand gefährdet, etwas entgegenzusetzen.“

„Obwohl Christine Lagarde vor wenigen Monaten eine Anhebung des Leitzinses für dieses Jahr beinahe ausgeschlossen hatte, ist sie nun deutlich vorangegangen. Eine Inflationserwartung zu prognostizieren, ist komplex, und die ergriffenen Maßnahmen brauchen Monate, wenn nicht Jahre, um ihre Wirkung zu entfalten. Doch die Inflationserwartung der Expertinnen und Experten des Eurosystems hat sich seit ihrer Prognose im März deutlich verschlechtert. Sie gehen aktuell von einer Jahresinflation für 2022 von 6,8 % aus, im März lag die Prognose noch bei 5,1 %.“

„Wenn die EZB im Sommer den Leitzins erhöht, erwarten wir keinen abrupten Anstieg beim Baugeld. Wir gehen von einem moderaten weiteren Anstieg aus, nachdem die Zeichen für eine straffere Geldpolitik nun gesetzt sind. Die Bauzinsen hängen jedoch weniger vom Leitzins direkt als vielmehr von den Renditen der langfristigen Bundesanleihen und Pfandbriefen ab – und auf diese haben die Erwartungen an die Inflation und an die zukünftige Geldpolitik Einfluss. Auch in der Vergangenheit haben wir bei Leitzinsentscheidungen meist keinen unmittelbaren Einfluss auf den Bauzins gesehen, sondern bereits im Vorfeld, weil die Märkte die Erwartungen an die Entscheidungen berücksichtigen.“

Entwicklung und aktueller Stand der Bauzinsen

„Die Bauzinsen sind seit Jahresbeginn stärker und schneller gestiegen als erwartet: Die Zinsen für zehnjährige Darlehen sind von 1 % auf 2,8 % Anfang Juni gestiegen. Sie haben sich also fast verdreifacht. Wenn wir auf die vergangenen zehn Jahre zurückschauen, sind die Bauzinsen zu keinem Zeitpunkt so schnell und so stark gestiegen wie jetzt.“

„Die Hauptgründe für die stark gestiegenen Bauzinsen sind die infolge von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg deutlich gestiegene Inflation und die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Notenbanken. Die Märkte haben die Erwartungen allerdings größtenteils eingepreist und wir sehen momentan eine Seitwärtsbewegung bei den Bauzinsen. Im Jahresverlauf erwarten wir einen weiteren Anstieg der Zinsen, aber langsamer als im ersten Halbjahr.“

„Wir halten im Jahresverlauf drei bis 3,5 % für zehnjährige Darlehen für realistisch. Einen weiteren Anstieg erwartet auch die Mehrzahl der von uns monatlich befragten Experten von Kreditinstituten in Deutschland. Bis Jahresende erwartet die Mehrheit steigende Konditionen zwischen drei und 3,5 %, einige wenige halten auch ein Überschreiten dieser Marke für möglich.“

Aegon Asset Management

Sandra Holdsworth, Head of Rates bei Aegon Asset Management, betitelt ihren aktuellen Kommentar zur EZB mit „EZB: Deutliches Signal für weitere Zinserhöhungen“. Hier ihre Aussagen im Wortlaut:

„Die EZB hat heute die ersten Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternommen, bevor sie ankündigte, die wichtigsten Leitzinsen im Juli um 0,25 % zu erhöhen und die verbleibenden Programme zum Ankauf von Vermögenswerten einzustellen. Die Europäische Zentralbank gab ein deutliches Signal, dass in Zukunft weitere Zinserhöhungen folgen werden – in ihren Worten „ein schrittweiser und nachhaltiger Pfad der Zinserhöhung“. Sie wiesen auch auf die Möglichkeit einer größeren Zinserhöhung im September hin, womit diese Sitzung die bisher bei weitem restriktivste war.

Die Inflation ist ein großes Problem in der Eurozone – sie ist im Jahr bis Mai 2022 um 8,1 % gestiegen. Die EZB hat das Mandat, die Inflationsrate wieder auf 2 % zu senken, so dass eine Straffung der Politik seit langem erwartet wurde, wobei Zeitpunkt, Ausmaß und Tempo unklar sind. Die heutige Sitzung trägt dazu bei, diesem Prozess einen Rahmen zu geben.“



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9 Kommentare

  1. Krieg hin, Corona her, die Inflation wird steigen und zwar schnell. Afrika und Asien brauchen mehr Lebensmittel und das für lange Zeit. Die zunehmende Industrialisierung erfordert viele Rohstoffe, die knapp sind.

    1. Dann hoffen wir mal, dass der Euro so stabil bleibt, dass Europa bei Energie und Lebensmittel, bei den Preisen, am internationalen Markt noch mitbieten kann.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    2. @ Peter

      Ich stimme Ihnen völlig zu. Und ich erlaube mir etwas altmodisch zu sagen, „da kann man Ihnen ja auch nur zustimmen“.

      Die Frage ist nur, auf welchem Weg erreichen wir das Ziel SCHNELL, denn Hunger kann nicht warten.

      Meine Antwort ist:

      Energiepreise runter. Alle Belastungen weg vom Öl. Ich habe gestern den Rundgang gemacht in Sachen Heizöl – die Hälfte der Nachbarschaft kann sich momentan nicht erlauben zu tanken, die andere Hälfte tankt nur das Nötigste.
      Wenn es hier schon eng wird, wie soll das in Afrika funktionieren?

      Währungsreform. Wiedereinführung eines Goldstandards. Beschränkung der Rechte der EZB nach Vorbild des Bundesbank.

  2. Diese Kommentare sogenannter „Experten“ sind an Hohlheit ja kaum noch zu toppen. Allein das „deutliche Signal“ ist ein Brüller erster Ordnung. 0,25% bei einer Inflation die definitiv über 10% liegt ist nicht mal ein schlechter Witz. Und die EZB hat keineswegs verkündet das sie die Ankaufprogramme einstellt. Sie hat lediglich verkündet den NETTO-Einkauf zu beenden. Sprich auslaufende Anleihen werden weiterhin unbefristet ersetzt.
    Und falls die homöopathischen Restmengen der nicht bei der EZB liegenden Anleihen dann tatsächlich für die Staaten zu teuer, wird ganz schnell wieder die Druckerpresse angeworfen.

    Die FED betreibt bisher ja auch nur Verbalakrobatik.

    Übrigens hat Daniel Greenfield auf der Achse des Guten gerade einen schönen Artikel veröffentlicht in dem er begründet warum die Inflation politisch gewollt ist (bezieht sich auf die USA, ist aber auf Europa übertragbar).

    „In der Zwischenzeit tut die Inflation das, was sie tun soll: Sie vernichtet die Ersparnisse und löst Zinserhöhungen aus, um die Wirtschaft „abzukühlen“. Die Mittelschicht wird ärmer und verletzlicher, die Abhängigkeit vom Staat nimmt zu und die soziale Mobilität sinkt. Der Sozialismus sieht von Tag zu Tag besser aus. So hat es im 20. Jahrhundert funktioniert und so funktioniert es auch heute noch.“

    Treiber ist dabei nicht Biden („der unfähigste Führer einer Großmacht seit Georg III“), sondern die ihn steuernde kulturmarxistische Clique. Falls jetzt die Frage aufkommt ob die keine Angst haben die Zwischenwahlen zu verlieren, ist das leicht zu beantworten. Es spielt keine Rolle, denn die denken langfristig und haben einen sehr langen Atem (Sturheit ist in der Geschichte eine mächtige Triebkraft). So wie Trump ihren Siegeszug nicht aufgehalten hat (selbst Reagan hat den Prozess nur verzögert), werden das auch andere „Zwischenrepublikaner“ nicht können.

  3. Trotz der angekündigten EZB-Zinsentscheidung fällt der Euro aktuell gegenüber dem US-Dollar. Hierbei geht es auch um die Importpreise für Öl.

  4. Im Krieg und in der Not ,ist der Mittelweg der tot. @ thinkself ,exakt so ist das ! Solange jetzt alles so halbgar immer satt hinter der Inflation her gezinst und geast wird,läuft das auch alles nach Plan. Die Babyboomer haben vor ihrem Abtritt und nach ihren Verlusten von DOTCOM auf breiter Front seit 15 Jahren alles ,ich wiederhole ,alles mit QE rausgequescht was ging.Seit 2 Jahren verwischt man die Spuren .Sollten die Babyboomer und ihre Produktivität die Bühne verlassen haben,was bleibt ? Ein riesengrosser Haufen „ihr werdet nichts haben ,aber glücklich sein“ weil wir alles haben!! Bei fallender Quantität an Produktivität ,ein knebelnder Schuldenturm und garantierter Wohlstandsverlust via Zinsnachteil (nicht grüner Kredit/Grünkredit). Mit gleichzeitiger Generalablenkung/Sündenbock/Rechtfertigung „Klimawandel“ !
    Wenn ich so darüber nachdenke,muss ich schon zugeben – „brilliant“ ! Die Verursacher haben die Geschädigten gesetzlich dazu verpflichtet den erlittenen Schaden selbst zu zahlen und segeln in Sonnenuntergang,genial.

    1. Was für ein seltener Schrottkommentar. Als ob die Weltwirtschaft in Zukunft keine Gewinne für die nächste Generation mehr abwerfen werde. Und wer erbt eigentlich das Immobilienvermögen der Boomer? Unglaublich was sich auf FMW für ein Pessimistenlager gebildet hat.

      1. @Beckianer nach ihrer Logik müsste der Mittelstand ja profitiert und gesamtgesellschaftlich gehts nach QE besser. Ich rede von der breiten Masse ,die diese gigantische Umverteilung finanziert. Oder wollen sie mir erzählen ,daß alle Leute Aktionäre und Immobilienbesitzer sind ? Die Statistik wäre brandneu. Die Werteumverteilung passiert right now. Ein immer breiter und florierende Mittelschicht ist Wohlstandsfortschritt. Jedoch nicht diese aufgemachte QE_Vermögensschere.

        1. @Klempner. Sie argumentieren aus dem Bauch heraus. Natürlich sind in Deutschland nicht alle Immobilienbesitzer oder Aktionäre. Aber nach Berechnungen der Boston Consulting Group belief sich der Wohlstand der privaten Haushalte hierzulande 2021 erstmals auf mehr als 20 Billionen Dollar, natürlich inklusive Immobilien im Wert von 13 Billionen Dollar (wegen der Vergleichbarkeit in $ umgerechnet). Auch die werden vererbt. Aber ein großer Teil des privaten Geldvermögens in Deutschland liegt nach Angaben der Bundesbank mit insgesamt drei Billionen Euro als Bargeld herum oder auf dem Bankkonto als Guthaben. Selbst wenn davon viel der Inflation anheim fällt (bei der deutschen Sparrate wird es wohl nicht viel weniger), gibt es davon sehr viel an die nächsten Generationen weiterzugeben. Und die 1950/60er-Jahrgänge repräsentieren über ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Was soll immer das Gerede, dass die nächste Generation mit leeren Händen dasteht? Das Vermögen muss weitergegeben werden. Natürlich gibt es Probleme mit dem Mittelstand, mit der Besteuerung, mit der Progression. Sehen Sie sich mal Statistiken an über die Vermögen vor 20, 40, 60 Jahren. Immer nur recht jammern, das kommt gut an.

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