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EZB-Zinsen: 2026 geht es aufwärts – das preisen die Märkte jetzt ein

Nach den Äußerungen von Isabel Schnabel am Montag preisen die Märkte jetzt ein, dass die EZB-Zinsen in 2026 steigen werden.

EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Bloomberg

Von Sommer 2024 bis Sommer 2025 wurden die EZB-Zinsen von 4 % auf 2 % halbiert (Einlagensatz). Nun scheint der Boden erreicht zu sein, und die Kehrtwende in 2026 scheint eingeläutet worden zu sein! Händler setzen auf eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 %, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen im Jahr 2026 anheben wird, da die hawkischen Äußerungen der EZB-Direktorin Isabel Schnabel aus dieser Woche weiterhin nachwirken, so Bloomberg News.

Geldmarktswaps deuten nun auf eine Straffung der Geldpolitik der EZB um 13 Basispunkte bis Dezember nächsten Jahres hin. Das ist eine Kehrtwende gegenüber den Erwartungen sinkender Zinsen noch letzte Woche, nachdem Isabel Schnabel am Montag erklärt hatte, dass sie mit einer Zinserhöhung als nächstem Schritt einverstanden wäre.

Die Wetten auf höhere Zinsen trieben die Anleiherenditen in ganz Europa in die Höhe, wobei die deutschen Fünfjahreszinsen um bis zu sechs Basispunkte auf 2,52 % stiegen, den höchsten Stand seit März. Dies ist Teil einer weltweiten Verschiebung aufgrund der Befürchtung, dass die Zinssenkungszyklen von den USA bis Australien bald enden könnten.

Grafik zeigt ansteigende Wahrscheinlichkeit für steigende Zinsen der EZB in 2026

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Obwohl Isabel Schnabel sagte, dass sich die Zinsen in naher Zukunft wahrscheinlich nicht ändern würden, hat dies die Händler nicht davon abgehalten, auf Zinserhöhungen zu setzen. Für einige Analysten ist die Marktverschiebung zu weit und zu schnell gegangen. „Die Märkte testen, wie früh wir Zinserhöhungen bekommen könnten”, sagte Evelyne Gomez-Liechti, Strategin bei Mizuho International. „Ich stimme den Märkten zu, die das Risiko von Zinserhöhungen im Jahr 2027 einpreisen. Aber für mich fühlt sich eine Zinserhöhung im Jahr 2026 etwas weit hergeholt an.”

Die Händler blicken auch auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank heute Abend, bei der die Entscheidungsträger voraussichtlich zum dritten Mal in Folge die Zinsen senken werden. Allerdings könnten Bedenken hinsichtlich der anhaltenden Inflation den Vorsitzenden Jerome Powell davon abhalten, weitere Schritte für Anfang nächsten Jahres anzukündigen. Über den heutigen Tag hinaus deuten die Swaps derzeit auf etwas weniger als zwei weitere Zinssenkungen der Fed um jeweils einen Viertelpunkt bis Ende nächsten Jahres hin.

Grafik zeigt Entwicklung der EZB-Zinsen (Einlagensatz) seit dem Jahr 2017.

FMW/Bloomberg



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3 Kommentare

  1. Wenn Trump nächstes Jahr im Mai seinen Favoriten als Fed-Chef durchdrückt, wird es nicht um Zinserhöhungen, sondern um Zinsenkungen nach politischem Gusto gehen. Dies wird zwei Auswirkungen haben: 1. Vertrauensverlust in die Fed und das gesamte Finanzsystem, 2. wahrscheinlich gallopierende Inflation. Das gab`s schon einmal zu Nixons Zeiten Anfang der Siebziger, als er die Fed über Connally anwies, den Wechselkurs des Dollars freizugeben (also Geld zu drucken) und gleichzeitig pauschal 10% Importzoll verhängte. Die Folge war eine Inflation um 13%. Der Unterschied zu heute ist, dass die Staatsverschuldung der USA (und anderer Länder) mittlerweile deutlich höher ist. Es steht nicht ohne Grund auf den Dollarscheinen „In God we trust“……

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Ich hätte heute Abend mit allem gerechnet… aber nicht das die FED …nahe dem All Time High… des S& P 500….ein neues QE verkündet…!

    Bin schon lange dabei…seit Anfang 91…aber diese Chuzpe hatten weder Alan Greenspan oder Ben Bernanke..auch keine Janet Yellen !

    Nichts anderes als ein neues QE sehen wir hier! Nichts anderes!

    Und das bei einer Inflation von über 3 Prozent gemessen oder besser verkündet..und 11 Prozent real!

    Von wegen Geldwertstabilität! Ein Witz ist das! Ein Witz!

    1. Ich bin seit der Bazooka dabei, da habe ich schlagartig kapiert, dass denen die „Vernünftigen, die sich im Rahmen ihrer Ökonomie bewegen“ egal sind, die wurden geopfert.

      Notgedrungen beschäftigte ich mich mit Alternativen zu Tagesgeld, das fast 10 Jahre bei knapp über 0% lag. Die Inflation habe ich erwartet, allerdings schon viel früher, das ging ja erst vor 3 Jahren schlagartig hoch. Sehr spät in meinen Augen, dafür gefühlt „alles auf einmal“.

      Inlfation ein ein schwer bis nicht zu kontrollierendes Gespenst, so habe ich das in der „einfachen“ Schule gelernt. Scheint zu stimmen.

      Die EZB soll die Zinsen anheben? Vielleicht 0,25%, damit man mal den Anschein eines Tigers erweckt, in Wahrheit ist das ne Schnurrkatze, die nicht weit vom Ofen weg geht.

      Also noch mal die Zusammenfassung:

      Die USA senken, die EZB will erhöhen?

      Nenene, det glaub ich nicht

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