Allgemein

EZB-Zinsen am Ziel? Größter Vermögensverwalter Europas sieht 2 weitere Senkungen

Europas größter Vermögensverwalter erwartet, dass die EZB die Zinsen noch zwei Mal senken wird. Hier dazu die aktuellen Aussagen.

Christine Lagarde. Foto: Bloomberg

Die EZB hatte die Zinsen binnen zwölf Monaten halbiert von 4,0 % auf 2,0 %. Die Grafik zeigt die Entwicklung seit dem Jahr 2018. Im Juli und in der gestrigen Entscheidung gab es keine Bewegung mehr. Der Markt sieht damit den Zinssenkungszyklus als beendet an, denn die Inflation in der Eurozone erfüllt mit aktuell 2,1 % fast exakt das Ziel der EZB von 2,0 %. Ausgerechnet Europas größter Vermögensverwalter meldet sich heute zu Wort mit der Aussicht auf zwei weitere Zinssenkungen der EZB!

Grafik zeigt jahrelange Entwicklung der EZB-Zinsen

Die Europäische Zentralbank wird die Zinsen noch zweimal senken, da das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich weiterhin schleppend verlaufen wird, so der Chief Investment Officer von Amundi laut Bloomberg. Die Prognose von Vincent Mortier steht im Widerspruch zu den Erwartungen von Händlern, die inzwischen davon ausgehen, dass es keine weiteren Zinssenkungen geben wird. Die Geldmärkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 40 % für eine weitere Senkung der Zinsen um einen Viertelpunkt bis Mitte nächsten Jahres ein, gegenüber über 60 % vor der Entscheidung der EZB am Donnerstag, die Zinsen unverändert zu lassen.

Die Bekräftigung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass die Politik der Bank „gut aufgestellt” sei, stützte die Neubewertung. Offizielle Vertreter erklärten, dass die Wachstumsrisiken in der Region ausgewogen seien und der Disinflationsprozess vorbei sei. „Die europäische Wirtschaft wird weiterhin schwach bleiben”, sagte Mortier am Freitag im Bloomberg-Fernsehen und fügte hinzu, dass es viele Jahre dauern werde, bis sich die deutschen Ausgabenpläne positiv auswirken würden. „Die EZB wird später in diesem Jahr oder im nächsten Jahr erneut eine akkommodierende Haltung einnehmen.”

Werbung


Europäische Anleihen setzten heute ihren Ausverkauf nach der EZB-Sitzung fort. Die Renditen zweijähriger deutscher Anleihen stiegen um bis zu vier Basispunkte auf 2,03 % und erreichten damit den höchsten Stand seit April.

Die Vertreter äußerten unterschiedliche Ansichten zu den nächsten Schritten in Bezug auf die Zinsen. Einige beharrten darauf, dass eine weitere Senkung der Kreditkosten nicht ausgeschlossen werden könne, während andere sagten, dass derzeit kein Bedarf für weitere Lockerungsmaßnahmen bestehe.
Unterdessen wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche zum ersten Mal in diesem Jahr die Zinsen senken wird, nachdem die Inflationszahlen relativ moderat ausgefallen sind und sich Anzeichen für eine Abkühlung des amerikanischen Arbeitsmarktes zeigen.

„Wenn die Fed mit Zinssenkungen beginnt, wird es auch für die EZB einfacher sein, die Zinsen zu senken“, sagte Mortier. „Wir sind von der Euro-Kurve sehr überzeugt.“

FMW/Bloomberg



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Natürlich hätten die Vermögensverwalter gerne Draghis Zeiten zurück.

    Die Inflation ist denen doch egal!

    Alleine in Österreich liegt diese noch weit über dem Ziel der EZB von 2 Prozent.

  2. Die EZB versucht aus jeder Gelegenheit Zinssenkungen zu rechtfertigen. In meinen Augen wird dies nur zur fiskalischen Schwachstelle führen die bei externen Schocks rasche Erhöhungen provozieren. Die von der EZB ausgegebenen Inflationsdaten sind nur schwer nachzuvollziehen. Ich rechne eher mit langfristig steigenden Zinsen. Die 10 jährige Bundesanleihe interessieren die Zinssenkungen relativ wenig. Das liegt einfach daran das diese am Markt gehandelt werden und nicht durch Taschenspielertricks der EZB-Protagonisten nach „Bedarf“ fixiert werden. Kann man gerne einer KI überführen, da ich die EZB als politisch motiviert sehe statt unabhängig.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage

Die mobile Version verlassen
Place this code at the end of your tag:
Place this code at the end of your tag:
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

69,0% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.