Am 23. Juli, also bereits in sechs Wochen, steht die nächste Entscheidung der EZB an. Und so wie es aussieht, könnte die EZB bereits auf dieser Sitzung die Zinsen erneut anheben, nachdem man sie erst gestern um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben hatte. Der Einlagensatz stieg von 2,0 % auf 2,25 %.
In der gestrigen Pressekonferenz sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde ganz eindeutig, dass sich die Inflation in der Eurozone „in der Wirtschaft ausbreitet“. Also muss die Inflation, die sich in Folge des Iran-Kriegs über höhere Brennstoffpreise nun nach und nach auf den Wirtschaftskreislauf ausbreitet, bekämpft werden? Wenn man das so sieht, dürfte die gestrige 0,25 Prozentpunkte Anhebung der Zinsen wohl kaum ausreichen?
Bundesbank-Chef Joachim Nagel sagt heute früh, dass die EZB sich vorbereite die Zinsen bei der nächsten Sitzung erneut anzuheben, wenn der Schock des Iran-Kriegs dies notwendig mache. Auch der österreichische Notenbanker Martin Kocher sagte, die EZB werde weiterhin entschlossen handeln, um ihr mittelfristiges Inflationsziel von 2 % zu erreichen.
Während Märkte und Ökonomen einen weiteren Zinsschritt vor allem für September erwarten, wenn die EZB-Entscheider zusammenkommen und ihre vierteljährlichen Prognosen aktualisieren, kommt laut Insidern auch der Juli als Termin infrage, so Bloomberg News. Grund sind die Inflationssorgen, die durch den Iran-Krieg ausgelöst wurden. Sollte sich die Lage bis dahin verbessern, könnte die EZB die Zinsen im Juli allerdings unverändert lassen, erfuhr Bloomberg News aus informierten Kreisen.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken














