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Facebook bekommt Ärger in Belgien – ist das der Anfang vom Ende?

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Die belgischen Behörden haben Facebook ungewöhnlich scharf kritisiert. Das amerikanische Unternehmen würde, so die belgische Aufsicht, die persönlichen Daten seiner Nutzer gering schätzen und nicht mit den Behörden in Belgien kooperieren. In einer heutigen Erklärung hat der Präsident der Behörde für Datensicherheit, Willem Debeuckelaere, gewarnt, es gehe für Facebook nun um „make or break“ die privaten Daten seiner User zu respektieren.

Die Art und Weise, so Willem Debeuckelaere, wie Facebook mit den Daten umgehe, erfordere nun konkrete Handlungen der Behörden in Belgien. Facebook selbst scheint sich bislang taub zu stellen: die Anwendbarkeit der belgischen Regularien sei unklar, ohnehin sei man nur den Regularien in Irland verpflichtet, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz in Europa hat. Man werde daher die Empfehlungen der für das Unternehmen zuständige Regulierungsbehörde, des Irish Data Protection Commissioner, befolgen. Subtext: was belgische Behörden zu sagen haben, ist irrelvant.

Dieser Verweis auf die fehlende Zuständigkeit belgischer Behörden ist mehr als dreist und arrogant: was interessieren belgische Nutzer und belgische Behörden Empfehlungen einer irischen Behörde? Facebook, das machte die Behörde klar, müsse sich an belgische Gesetze halten. Genau das aber bestreitet Facebook: müßte man auf alle einzelnen Länder Rücksicht nehmen, würde das einen schweren Rückschritt für den Digitalisierungsprozess in Europa bedeuten.

Ähnliche Vorwürfe gegen das Unternehmen gibt es auch in Deutschland, Frankreich, Italien und anderen Ländern Europas – bei allen verweist Facebook auf Irland. Ähnlich wie heute die Aufsicht in Belgien, lautet der Vorwurf, dass Facebooks Umgang mit den User-Daten völlig intransparent sei, ohnehin würde den Nutzern zu wenig Informationen über den Umgang mit ihren Daten gegeben.

Dazu die belgische Behörde: die von Facebook seinen Usern gegebenen Informationen seien vage und würden praktisch alles authorisieren, was Facebook wolle. Man rufe daher die Nutzer auf, stärker auf ihre Datensicherheit zu achten – und gab damit eine indirekte Boykott-Empfehlung an die belgischen User.

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Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

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Wie die UBS ihren Gewinn im Vergleich zu 2019 um 99 Prozent steigern konnte

Claudio Kummerfeld

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Coronakrise, Insolvenzwelle voraus, mögliche Krisen bei den Banken? Die US-Banken jedenfalls haben robuste Quartalszahlen gemeldet (siehe hier Branchenführer JP Morgan). Oder man hat die Erwartungen sogar extrem stark übertroffen, wie zum Beispiel Goldman Sachs mit einem sehr starken Kapitalmarktgeschäft – denn die Coronakrise hat die letzten Monate Kapitalmarktaktivitäten stark erhöht. Und heute war der Schweizer Bankgigant UBS an der Reihe. Und die Finanzdaten für das 3. Quartal sind äußerst stark ausgefallen, wie bei Goldman Sachs. Sensationell positiv überrascht, so darf man es formulieren. So notiert die UBS-Aktie heute auch 2,8 Prozent im Plus. Die UBS meldet für die letzten drei Monate einen um Sonderfaktoren bereinigten Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von 99 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019. Unfassbar, und das in diesen Zeiten. Wie hat die UBS das geschafft?

UBS mit sehr niedrigen Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle

Nun, zunächst lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Risikovorsorge der Bank für möglicherweise anstehende Kreditausfälle. Dafür muss eine Bank schon im Vorweg möglichst gut planen und Geld bei Seite legen, also die Rücklagen aus dem Gewinn herausrechnen und auf die hohe Kante legen. Die aktuellen Quartalszahlen der UBS umfassten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 89 Millionen US-Dollar. Davon entfielen insbesondere 92 Millionen US-Dollar auf den Bereich Personal & Corporate Banking und 15 Millionen US-Dollar auf die Investment Bank. Dem standen Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von netto 22 Millionen US-Dollar in Global Wealth Management gegenüber. Also, für einen so riesigen Tanker wie die UBS sind Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in Höhe von 89 Millionen US-Dollar fast gar nichts. Entweder die Bank hat wirklich kaum bis gar keine anstehenden Kreditausfälle, oder man blickt viel zu optimistisch auf die nächsten Quartale. Auf jeden Fall erhöht diese fast nicht vorhandene Rückstellungssumme den Gewinn.

Global Wealth Management und Investment Bank bei der UBS laufen prächtig

Vermögensverwaltung, Kapitalmärkte und Investment Banking laufen in turbulenten Coronazeiten offenbar bestens. Das sah man wie gesagt bereits an den blendenden Quartalszahlen von Goldman Sachs. Wer also seinen Fokus auf Kapitalmärkte und Vermögensverwaltung hat, der fährt als Bank in so einer Krise deutlich besser als Banken, die auf das klassische Geschäft mit Krediten und Spareinlagen setzen – denn dort sind die möglichen Ausfallsummen bei Krediten logischerweise höher.

Wir picken uns an dieser Stelle zwei Geschäftsbereiche bei der UBS heraus. Das Global Wealth Management zeigt einen Vorsteuergewinn von 1,057 Milliarden Dollar. Asien und die Region Americas erzielten einen rekordhohen Vorsteuergewinn für ein drittes Quartal. Die positive Operating Leverage stützte sich auf das Kreditwachstum und höhere transaktionsbasierte Erträge, bei rückläufigen Kosten. In der Investment Bank der UBS lag der Vorsteuergewinn bei 632 Millionen Dollar, mit starkem Wachstum in allen Regionen. Die annualisierte Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital belief sich auf 19,9% Prozent.

Möglichst viel Geld an Aktionäre ausschütten?

Die UBS scheint wenig bestrebt zu sein, viel Geld in Rücklagen zu parken. Nein, das Geld soll wohl so kräftig wie möglich an die Anteilseigener fließen. Wenn man denn die Kreditrisiken wirklich so gut im Griff hat? Zitat UBS:

UBS ist nach wie vor bestrebt, überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen und ihre Kapitalrückführungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Dabei wird das Verhältnis von Bardividende versus Aktienrückkäufe ab 2020 im Vergleich zu früheren Jahren angepasst werden. Per 30. September 2020 hat UBS bislang USD 1,0 Milliarde für die Bardividende zurückgestellt, deren Ausschüttung voraussichtlich an der Generalversammlung im April 2021 vorgeschlagen wird. Zusätzlich hat UBS im dritten Quartal eine Kapitaleinlagereserve von USD 1,5 Milliarden für potenzielle Aktienrückkäufe gebildet, was die starke Kapitalgenerierung durch ihre Geschäfte widerspiegelt. Unter Ausklammerung dieser Reserve hätte sich die harte Kernkapitalquote (CET1) um 70 Basispunkte auf 14,0% per 30. September 2020 erhöht. UBS erwartet, 2021 ihre Aktienrückkäufe wieder aufnehmen zu dürfen.

Die UBS zu ihrer Kernkapitalquote:

Per 30. September 2020 wies UBS eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,5% (Vorgabe: ~13% bzw. 12,7–13,3%), eine Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) von 3,8% (Vorgabe: >3,7%) und eine Tier 1 Leverage Ratio4 von 5,5% aus, ohne Berücksichtigung vorübergehender Konzessionen oder Erleichterungen.

Das UBS-Logo am Frankfurter Opernturm
UBS-Logo am Frankfurter Opernturm. Foto: Quartl CC BY-SA 3.0 de

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Netflix-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

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Fernbedienung zeigt auf Netflix-Schrift auf Fernseher

Heute Abend kurz nach Börsenschluss um 22 Uhr wird Netflix seine Quartalszahlen präsentieren. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle wollen wir eine kurze Vorschau bieten. Der Umsatz lag im Vorjahresquartal bei 5,24 Milliarden Dollar, und im zweiten Quartal 2020 bei 6,15 Milliarden Dollar. Für heute liegen die Erwartungen bei 6,4 Milliarden Dollar. Nicht mehr? Kann es da also heute Abend eine „tolle Überraschung“ nach oben geben, oder fand der Großteil des Corona-Wachstums im ersten und zweiten Quartal statt? (die Leute sitzen in Corona-Zeiten zuhause und gucken in die Flimmerkiste)

Erwartungen zu Gewinnen und Abos bei Netflix

Der Gewinn pro Aktie bei Netflix lag vor einem Jahr bei 1,47 Dollar, und im zweiten Quartal bei 1,59 Dollar. Für heute liegen die Erwartungen im Durchschnitt von 38 Analystenschätzungen bei 2,13 Dollar. Und die Abos? Die Zahl von netto neu hinzugewonnenen Abonnenten ist bei Netflix stets die wichtigste Kennzahl. Es geht darum, ob die seit Jahren kräftig laufende Wachstumsstory aufrechterhalten werden kann. In diesem besonderen Jahr 2020 geht es darum zu sehen, ob das große Corona-bedingte Wachstum jetzt vorbei ist. Mit +15,77 Millionen Abos im ersten und +10,09 Millionen Abos im zweiten Quartal hatte das Unternehmen schon blendend von der Coronakrise profitiert. Hier zeigte sich bereits, dass Millionen von Menschen vor Corona-Langeweile (zuhause rumsitzen) wohl Netflix-Abos gebucht haben. Für heute werden für das 3. Quartal 2,5 Millionen neue Abos erwartet (entspricht auch der Erwartung von Netflix selbst), aber es gibt auch optimistischere Schätzungen von +3,26 Millionen.

Quartalszahlen heute Abend mit Überraschung?

Wird Netflix mit den heutigen Quartalszahlen doch überraschend mehr Wachstum präsentieren können bei den neuen Abonnenten? Das könnte der Aktie einen weiteren Schub geben. Denn mehr als 3 Millionen neue Abos im dritten Quartal wären wohl ein Zeichen, dass das Nutzerwachstum weiter anhält, trotz der bereits zwei extrem starken vorigen Quartale. Und es wäre ein Zeichen, dass Netflix sich weiter kräftig behaupten kann gegen seine neuen Streaming-Konkurrenten wie den Giganten Disney mit seinem neuen Angebot „Disney+“. Der folgende Chart zeigt den Verlauf der Netflix-Aktie in den letzten 12 Monaten. Interessant sind die drei Hochpunkte seit Juli. Über 575 Dollar müsste die Aktie laufen für einen großen frischen Ausbruch in neue Sphären (gestern 530,72 Dollar).

Chart zeigt Kursverlauf der Netflix-Aktie in den letzten 12 Monaten

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