Devisen

Fallender Ölpreis: Die Banken finden Gründe beim Benzin

FMW-Redaktion

Der Ölpreis fällt Tag für Tag. Kaum zu spüren, aber beim Blick auf einen mehrwöchigen Chart kommt man jetzt schon auf 8 Dollar Rückfall in den letzten vier Wochen. Auf einen kürzeren Zeitpunkt hat sich Öl vom Dollar abgekoppelt – aber auf Sicht von vier Wochen ist EURUSD um satte 4 Cents gefallen. Also ein stärkerer Dollar schwächt zumindest in diesem Zeitfenster den Ölpreis. Wie wir heute schon berichteten, sehen wir das generelle Problem darin, dass die Nachfragexplosion noch nicht stattgefunden hat, die viele Beobachter erwarten. Auch glauben wir immer noch nicht so recht daran, dass die Angebotsseite aus den Golfstaaten nicht einfach so gelassen und locker bleiben wird wie jetzt. Ebenso tun derzeit die Großzocker an den Terminbörsen mit Umschichtungen von Long hin zu Shorts ihr Übriges für fallende Preise. Aber was wissen wir schon, wir sind keine Bankanalysten.

Die jedenfalls wollen jetzt ganz plötzlich entdeckt haben, dass es mit Benzin ein Problem gibt, genauer gesagt mit den Lagerbeständen für Benzin. Während nämlich die Lagerbestände für Rohöl seit 10 Wochen (immer noch auf hohem Niveau) langsam aber konstant fallen, bewegen sich die Benzin-Lagerbestände auf Rekordniveau. Und das hat von den Experten vorher niemand gemerkt? So sagt Morgan Stanley in einer aktuellen Analyse der globale Ölmarkt sei derzeit heftig überflutet mit Benzin, mit Benzin-Lagerbeständen auf einem Fünfjahres-Hoch – das wirke sich negativ auf den Ölpreis aus. Die Raffinerien hätten in den letzten Monaten auch zu viel Benzin raffiniert, so die Bank. Und der großen Benzinnachfrage der Konsumenten würde ein noch größeres Angebot an Benzin durch die Raffinerien gegenüberstehen, so sagt es Citi. So sieht die Bank als Gründe für den momentan schwachen Ölpreis neben den vollen Lagern bei Benzin + Rohöl auch eine generelle ökonomische Unsicherheit, die sich auf die Nachfrage auswirken könnte, und einen stärkeren Dollar.

All das sind keine neuen Argumente. Aber waren sich nicht irgendwie fast alle „Experten“ noch vor mehreren Wochen einig, dass nun die Ölpreis-Hausse einsetzt, und dass sich Angebot und Nachfrage im 2. Halbjahr endlich überschneiden?

Öl
Der WTI-Ölpreis seit Mitte Juni.



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